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-- JS. --

Forum bald überflüssig?

20 Beiträge in diesem Thema

Tag zusammen,

 

ich frage gezielt provokant reißerisch, ob sich Filmvorführer an sich bald selbst begraben haben, da man wohl schon dabei ist, mittlerweile auch auf digitale Projektion an sich zu verzichten:

 

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Weltgroesste-Kino-Bildwand-feiert-in-Peking-Premiere-4246900.html

 

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Cinema-LED-Screen-Erster-deutscher-Kinosaal-mit-LED-Bildwand-4099786.html

 

Es gab Meinungen, dass bereits bei dem Verzicht von "echtem Film", also bei der Verabschiedung von analoger Projizierung das Ende von "Kino" an sich eingeläutet wurde. Andere meinen, dass digitale Projektion sehr wohl auch Kino ist, wenngleich man diffamierend von "Leinwand und Beamer" sprechen kann, was man sehr wohl auch zu Hause veranstalten könnte.

 

Und nun?

 

Gar kein Projektor mehr.

 

Noch Kino? Noch Film im kinematographischen Sinne? Was denkt ihr? Wird es Zeit, Begriffe wie "Kino" bzw. "Filmvorführer" neu zu definieren? 

bearbeitet von -- JS. -- (Änderungen anzeigen)

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ich glaub da brauchen wir uns noch einige zeit keine Gedanken mehr machen  erst an dem tag wo son Groß TV   soviel kostet wie die Kombination "BEAMER" und Bildwand  ( oder günstiger ) und somit für jeden Kino Betreiber bezahlbar ( oder erwirtschaftbar ) wird  … bis dahin dürfen wir noch ein bisserl mit  dem Schärfe und Kontrast regler 

spielen 😉 

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vor 4 Stunden schrieb -- JS. --:

Noch Kino? Noch Film im kinematographischen Sinne? Was denkt ihr? Wird es Zeit, Begriffe wie "Kino" bzw. "Filmvorführer" neu zu definieren? 

So lange Filme eine Erzählweise sind und die Bildwerke projiziert werden, trifft der Name Kino doch zu. Gleichwohl sich (teilweise) die Aufnahme- und Projektionstechnik verändert haben - so dass Filmband kaum noch eine Rolle spielt - werden immer noch Filme vorgeführt. Insofern passt doch der Name Filmvorführer immer noch.

 

Allerdings gibt es in vielen Kinos eine Gattung Mensch kaum noch, die gelernten Filmvorführer. Da bereiten heute angelernte Mitarbeiter die Vorführungen vor (war bei 35 mm Film aber auch schon so), der Kassierer startet den Film - das würde sogar vom Smartphone von zu Hause gehen - oder Filme es werden vollautomatisierte Abläufe gestartet.

Einen gelernten Filmvorführer alter Schule braucht es da vielfach (leider!) wirklich nicht mehr. Trotzdem gibt es noch Kinobetreiber, die sich den Luxus eines Filmvorführers leisten - meistens sind das Lichtspielhäuser in denen noch Filmbandprojektoren stehen - an denen sich die meisten "Digitalfilmabspielenden"-Mitarbeiter nicht mehr auskennen.

 

Für das Forum ändert sich bis auf weiteres IMO nichts.

Wir erleben hier den Wandel ja ganz gut mit. 

 

Ich denke, auch Foren werden mit der Zeit "gehen" und irgendwann verschwinden - ebenso wie dieses Social Media Facebook, Instagram und Co. Dafür entstehen neue Dinge.

 

Wenn eine selbstleuchtende Bildwand zu Ende entwickelt ist - und der qualitative Vorsprung zur (auch digitalen) Filmprojektion deutlich sichtbar und für den Betreiber "bezahlbar" wird, dann ist das der nächste Schritt in der Evolution des Kinos. Irgendwann kommen wir vielleicht beim Holodeck an. Dann wird sich aber sicherlich kaum jemand an das Filmvorführer-Forum noch erinnern.

bearbeitet von mibere (Änderungen anzeigen)

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Ich glaube, in unserem Forum wird oft gesucht und nachgelesen. Ich weiß, daß Australier und Amerikaner hier kopieren und in den Google-Übersetzer einfügen. Auch Ebayer holen sich Informationen in unseren gelehrten Seiten.

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Kino hat sich noch nie über die Form der Projektion definiert - auch wenn das Kino immer die Technik als Argument genutzt hat, um das Publikum anzulocken.

Kino ist gemeinsamer Filmgenuss - ein dunkler Raum, viele Menschen und keine Ablenkung.

 

Und das funktioniert weiter, allen Entwicklungen zum Trotz.

Wenn das Kino Probleme hat, dann weil es keine Inhalte anbietet, die das Publikum begeistern.

Warum gab es denn dieses Jahr einen so großen Einbruch? Doch nicht weil innerhalb einiger Monate alle ihre Heimkinos aufgerüstet oder Netflix-Abos abgeschlossen haben - sondern weil es im (kommerziellen) Kino nicht gelungen ist, die Filme anzubieten, die das Publikum sehen wollte.

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Leise Kritik: In den Anfängen konnte Kino nur mit Film erlebt werden, die Aufführungsstätte und das technische Mittel waren miteinander verbunden. Den eigentlich lächerlichen Diskurs über Kino ohne Film gibt es erst, seit es Videoprojektion gibt. Kino ohne Film ist doch großes Fernsehen und ohne Projektion riesiges Tablet oder so. Das Wort Kino ist die deutsche Verkürzung von Kinematograph.

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Wieder einmal danke. @Filmtechniker.

Wissenschaftlich auch in vielen Belangen belegbar.

 

Wir können nicht nach unserem Bauchgefühl Begriffe umformen und nach dem Tagesgeschäft als alternative Fakten frisieren.  Das "Ding an sich" - um mit Heidegger zu sprechen, - mutiert zwar unentwegt und enthält immer noch Merkmale aus seinen Anfängen wie auch Ingredienzien bereits anderer Welten. Aber es ist nicht mehr "Dasselbe", daher kann es auch nicht ewig fortbestehen, nur weil es immer "Menschen und deren Treffen und Ausgehbedürfnisse" gibt.

Die Inhalte derzeitiger Einsätze in kinoähnlichen Gebäuden sind durchaus avanciert, vom Experiment bis zum ausgeklügelten Blockbuster und zeigt degressive Umsatzbilanzen. Demgegenüber zeitigte die künstlerische Krise des deutsch-österreichischen Heimatfilms seit OPFERGANG bis in die Restaurationsphase der jungen Bundesrepublik Deutschland allerbeste Besucherzahlen: Filme, die man heute (abgesehen von gekonnter Fotografie) keine zwei Minuten erträgt.

Die Zeit des Autorenfilms der 70er Jahre, fast eine Art Neoralismus im Nachkriegsdeutschland mit ungewohnter Offenheit, schaffte es zu keinem Massenpubiikum. Pocahontas auf Pandora oder der Aufguss einer erwachenen Macht brachen als Ausnahmephänomene die Zwei-Millarden-Dollar-Grenze.

 

Da bereits das Wort "Kino" vergewaltigt wird (bis zum Verkauf von Fernsehern), vergewaltige ich schelmisch die BWL-Rhetorik und verspreche der Branche ein progressives Negativwachstum!

 

-> Ich fürchte, mit "guten Filmen" ist der Druck der Immobilienbelastung für heutige Audiovisions-Stätten dauerhaft nicht zu lösen. Statt Meinung sollte mehr Wettbewerbs-/Umfeldanalyse betrieben werden. Den verdeckten Problemen stellt man sich überhaupt nicht. Würde man sie benennen, käme dies dem Einräumen von Schwäche und Unlösbarkeit gleich. Traut sich keiner.

 

Wikipedia schlaumeiert wie folgt:

 

Die Begriffe zeigen also nicht direkt auf ein vorhandenes Ding, sondern sie weisen, wenn sie den Menschen betreffen, auf (zeitliche) Strukturen hin, die keinen Dingcharakter haben. (Vgl. bspw. →Existenz). Daher kommt es, dass ein Begriff nur im strukturellen Zusammenhang mit anderen Begriffen Sinn ergibt. Nimmt man die Begriffe nicht in dem Zusammenhang, auf welchen Heidegger hinweisen möchte, passiert es schnell, dass man sie wieder in ihrer alten Bedeutung auffasst und so meint, sie würden etwas Vorhandenes anzeigen.

 

Eben KINO.

bearbeitet von cinerama (Änderungen anzeigen)

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Am ‎13‎.‎12‎.‎2018 um 23:51 schrieb cinerama:

 Den verdeckten Problemen stellt man sich überhaupt nicht. Würde man sie benennen, käme dies dem Einräumen von Schwäche und Unlösbarkeit gleich. Traut sich keiner.

 

Hallo Cinerama

 

Trau Dich, nenne mir/uns die verdeckten Probleme (kein Sarkasmus, echtes Interesse...). Zur Not auch per PM. Danke im Voraus.

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Muss mich korrigieren - nicht wirklich Verdecktes. "Verdrängtes" könnte es heissen. Gemeint: die äusseren Einflüsse (Abwandern der Kinoproduzenten und Verleihcompanies ins Fernsehen und jetzt ins Internet) hätten seit 1951 mit einer Prohibition gestoppt werden müssen.

Wenn jetzt draussen der Sturm tobt, die eigenen Wände zu wackeln beginnen, dann kann man es sich drinnen noch so nett machen ("bessere Filme!"), und trotzdem kommt die ökologische Wende zu spät - siehe auch Klima-Gipfel. Das Phänomen Luxus-Kino (z.B. von der Presse gehätschelte Flebbe-Hütten) ist übrigens der Gipfel der Verdrängung, weil damit die Gefahr des Verlustes flächendeckener Film- und Kinoversorgung ignoriert wird.

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Gut, Cinerama, 1951 war ich noch in Planung. Aber ich stimme Dir zu. Ich habe seit Jahren einen - vielleicht lächerlichen - Traum : ich sitze in einem kleinen, gemütlichen Laden, im Keller ein  Kino-Bijoux mit sagen wir 40 Plätzen (wo nur alte Filme gezeigt werden !), im Parterre eine gut sortierte Videothek mit berauschend vielen und kultigen Merchandisng-Artikeln und im ersten Stock eine Kino-Kneipe. Dafür könnte ich mich erwärmen, und das würde auch funktionieren... Zumindest in meinem Traum 🤩

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Dein Traum war ein Mal Wirklichkeit, wenn ich ans Studio Commercio zurückdenke. Beim Zürcher Stadelhoferplatz war dieses 43-Plätze-Kino, erreichbar durch Restaurant und Bar Commercio, Commi-Halle genannt. Was dort nicht alles lief! Miss Mona und solche Sachen. Einige hundert Meter entfernt war die Filmbuchhandlung Rohr. Am Stadelhoferplatz das Mövenpick-Plaza, wo man bis 3 Uhr morgens Club-Sandwich essen konnte.

 

Manchmal kommt man sich vor wie Froschn, der Maulwurfn etwas beibringen will, ptk. Film, wah? Wir sind abgespielt.

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Am ‎14‎.‎12‎.‎2018 um 13:34 schrieb tomas katz:

Vielleicht steht bald eine Umbenennung in maedchenfuerallesimkino.de an?

KINO! Du schreibst Kino. Böse. Das heißt neudeutsch laut unseres Cineramas" nun Audiovisionsabspielstätten".

😂

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vor 2 Stunden schrieb Rabust:

Gut, Cinerama, 1951 war ich noch in Planung. Aber ich stimme Dir zu. Ich habe seit Jahren einen - vielleicht lächerlichen - Traum : ich sitze in einem kleinen, gemütlichen Laden, im Keller ein  Kino-Bijoux mit sagen wir 40 Plätzen (wo nur alte Filme gezeigt werden !),

Schau mal in Essen vorbei - genauer im "Galerie Cinema" - Das ist so ein kleines 40-Plätze-Kino. 

Ich bin da immer wieder gerne. Manchmal wird der 35-mm-Filmprojektor sogar noch genutzt, um Harold and Mode am Sonntag vorzuführen.

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