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DIE ODYSSEE Christopher Nolan, 2026) - Polarisierendes rund um den Start dieses Filmes


Empfohlene Beiträge

Geschrieben

🙈 film auf 15/70 gesichtet… ups, vorführtechnisch top, kamera, soundtrack, drehbuch, regie, cast für mich (uns (7 Leute)) sehr zweifelhaft mit vielen fragezeichen und kritikpunkten… kann man ja froh sein, dass die meisten zuschauer das nicht bemängeln/merken/so sehen, sodass es betriebswirtschaftlich passt im kino

  • Thumsbup 5
Geschrieben

Ich habe gestern Odyssey als DCP im IMAX-Kino gesehen.

Das Bild hat mich ehrlich gesagt extrem enttäuscht. Die Schatten sind für mein Empfinden sehr stark abgesoffen, sodass in dunklen Bildbereichen kaum noch Details zu erkennen waren. Besonders störend fand ich außerdem die extrem orangenen Bilder im Palast von Ithaka. Das wirkte auf mich sehr künstlich und hatte für mich nichts mehr vom charakter einer analogen Filmaufnahme.

Ging es anderen Forumsmitgliedern ähnlich, oder könnte das eher ein Problem der Projektion in meinem Kino gewesen sein?

 

Und wie schlägt sich der Film in 70 mm beziehungsweise im IMAX-15/70-Format? Ist die Durchzeichnung in den Schattenbereichen dort deutlich besser?

Geschrieben

Die gemischten Reaktionen auf den Kinostart sind bei einem Film von Christopher Nolan nicht überraschend. Seine Projekte lösen oft Diskussionen aus, und genau das macht sie unter anderem so interessant.

Geschrieben

Mir fällt auf, wie wenig hier im Forum über den Inhalt des Films gesagt wurde, wenn man die technischen Formatfragen und Einspielergebnisse mal abzieht. Kann man natürlich auch sein, daß viele ihre starken Eindrücke erst noch verarbeiten müssen.

 

Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb eddy eddyson:

Ich habe gestern Odyssey als DCP im IMAX-Kino gesehen.

 

IMAX sagt mittlerweile nicht mehr viel aus, soweit es sich um digitale Säle handelt. In einigen der neueren sogenannten IMAX Kinos stehen Wald-und-Wiesen-Projektoren und hängen Bildwände mit Standard-Proportionen.

 

Bitte immer den konkreten Ort dazu nennen!

  • Like 1
Geschrieben

Es säuft auf 15/70 auch extrem-extrem ab. Das kann nur am verwendeten Intermediate-Material liegen. Das ist absolut untypisch sonst für eine analoge Strecke. Die Dialoge sind in der IMAX-OV super verständlich und die Anlage sollte des Mix auch auf Referenz schaffen - in London hat es gepasst…

 

Zur inhaltlichen Kritik schreibe ich hier mal nur als Auszug, dass der Film hätte 4h lang sein müssen, um es ordentlicher zu erzählen, aber das passt ja eben nicht auf die Tellerscheibe… also kam DAS dabei raus… 🙈

  • Like 1
Geschrieben (bearbeitet)

In London ständig ausverkauft...

Wenn die "Pilger" aus allen Teilen der Welt hin strömen, wird es noch lange ausverkauft sein.

 

Hier ein interessanter Bericht, incl. Einblick in den BWR mit Teller und Projektor:

 

https://www.instagram.com/reel/DbTLe5JybkD/

 

Geht auch ohne Registrierung. Dazu im Screen oben rechts "weiter im web" anklicken.

Bearbeitet von DC (Änderungen anzeigen)
Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb eddy eddyson:

damit hast du mir wahrscheinlich eine unnötige Reise erspart 🙂

 

Lass dir keinen vom Pferd erzählen. Wenn dich eine 15/70 Projektion interessieren könnte weisst du nur selber wie sie auf dich wirkt. Wenn dunkle Stellen absaufen dann ja vielleicht auch weil sie völlig unwichtig sind und das Bild insgesamt knackiger machen. Schlimmer finde ich, dass der Film kaum für das 15/70 Format konzeptioniert erscheint mit seinem hin und her Schneiden bei Dialogen, zu vielen Großaufnahmen, Müll-Wackelszenen mitten in der Action um es „turbulenter“ zu machen, zu viel Handkamera. Rückblenden mit Erzählstimme verhindern manchmal die Präsenz dabei zu sein (Troja Hinterhalt), wass immer das aufregende im Imax Kino war, diese Präsenz des Bildes. Der Film verhindert dessen Wirkung mit viel zu schnellem konventionellen modernen Blockbuster-Schnitt.

 

vor 14 Stunden schrieb Sebastian:

der Film hätte 4h lang sein müssen, um es ordentlicher zu erzählen

 

Wer es in drei Stunden nicht hinkriegt, obwohl er sich Zeit genug nimmt endlos Leute zu erstechen macht es in vier Stunden nicht besser. Die Länge für die Geschichte reicht völlig aus, finde ich. Man muss immer auswählen, wenn man eine Geschichte adaptiert.

Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb eddy eddyson:

Danke für deine Eindrücke zum 15/70mm-Format. Das ist zwar etwas enttäuschend, aber damit hast du mir wahrscheinlich eine unnötige Reise erspart 🙂

Wenn du daran technisch interessiert bist und wirklich mal 12K auf der Bildwand sehen möchtest und einen wirklich hervorragenden Ton haben möchtest und auch das volle Bild sehen möchtest, fahr hin!

  • Thumsbup 1
Geschrieben
vor 7 Minuten schrieb triPod:

Wenn dunkle Stellen absaufen dann ja vielleicht auch weil sie völlig unwichtig sind und das Bild insgesamt knackiger machen.

Ich kann dir jetzt schon einmal sagen, dass hier Stellen absaufen, die eben nicht absaufen sollten, weil es dem Film eben nicht dient und das Bild auch nicht insgesamt „schöner“ macht, wenn es zu knackig ist. Es stört definitiv und das haben alle aus der ganzen Gruppe festgestellt. Wir waren sieben Leute. Das schreibt dir hier ein Diplom-Kameramann.

 

vor 9 Minuten schrieb triPod:

Schlimmer finde ich, dass der Film kaum für das 15/70 Format konzeptioniert erscheint mit seinem hin und her Schneiden bei Dialogen, zu vielen Großaufnahmen, Müll-Wackelszenen mitten in der Action um es „turbulenter“ zu machen, zu viel Handkamera. Rückblenden mit Erzählstimme verhindern manchmal die Präsenz dabei zu sein (Troja Hinterhalt), wass immer das aufregende im Imax Kino war, diese Präsenz des Bildes. Der Film verhindert dessen Wirkung mit viel zu schnellem konventionellen modernen Blockbuster-Schnitt.

Hier kann ich dir 100-prozentig zustimmen. Die Bildgestaltung ist überhaupt nicht formatgerecht, ganz im Gegenteil. Der Film könnte wesentlich eindrucksvoller sein. Hier wurden einfach grundsätzliche Fehler gemacht. Obwohl ich genau nachvollziehen kann, warum diese entstanden sind und was dabei die Idee war oder beziehungsweise die Arbeitsmethode… Letztlich ist man hinterher immer schlauer, was man sich für die Filmemacher, natürlich auch wünscht. Wir bleiben trotzdem alle große Nolan-Fans und hoffen auf Besseres in Zukunft.

  • Thumsbup 2
Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb Sebastian:

Und irgendwie vermisse ich jetzt hier von @cinerama einen Kommentar zur Gestaltung und zur Gradation des Materials 😉

Da springe ich doch gerne in die freigewordene Bresche:

 

"Nachdem sich die allgemeine Begeisterung inzwischen offenbar wieder einmal auf das bloße Vorhandensein von 70-mm-Filmstreifen reduziert hat, vielleicht doch ein paar Worte zu THE ODYSSEY.

 

Zunächst die Farben. Oder besser gesagt: das, was man heute dafür hält. Das Meer changiert irgendwo zwischen entsättigtem Petrol und dem Wasser eines seit Wochen nicht gereinigten Hotelpools, der Himmel ist konsequent in Richtung Betonplatte korrigiert, und die Gesichter bewegen sich farblich zwischen Leberwurst, Wachsfigur und fiebrigem Pfirsich. Vermutlich wird man uns erklären, dies entspreche exakt dem „Look der Bronzezeit“. Interessant, dass die Bronzezeit offenbar bereits über moderne Farbfilter verfügte.

 

Auch die Kameraarbeit kann ihre Herkunft aus der gegenwärtigen Großbildreligion keine Sekunde verleugnen. Jede Einstellung ruft förmlich: Seht her, wie groß mein Negativ ist! Landschaften werden nicht mehr betrachtet, sondern vermessen. Nahaufnahmen wirken, als habe man den Darstellern eine IMAX-Kamera direkt in die Nasennebenhöhlen geschoben. Dazwischen diese permanent bedeutungsschwangeren Fahrten, bei denen sich die Kamera langsam auf etwas zubewegt, nur damit der Zuschauer auch sicher versteht, dass jetzt gleich etwas Wichtiges passieren soll.

 

Überhaupt die Erzählung. Natürlich kann Nolan die Odyssee nicht einfach erzählen. Das wäre vermutlich zu übersichtlich und könnte womöglich sogar emotional berühren. Also wird wieder verschachtelt, rückgeblendet, vorgeblendet, erinnert, vorweggenommen und anschließend noch einmal aus einer anderen Perspektive erzählt. Homer benötigte dafür Gesänge; Nolan benötigt offenbar drei Zeitebenen, vier Parallelmontagen und einen dröhnenden Bassimpuls, sobald jemand nachdenklich aufs Meer schaut.

 

Das Resultat ist keine Irrfahrt des Odysseus, sondern eine Irrfahrt des Publikums. Nach einer Stunde weiß man vermutlich nicht mehr, ob Odysseus gerade nach Ithaka zurückkehrt, Troja verlässt oder sich lediglich an eine Szene erinnert, in der er davon erzählt hat, dass er irgendwann zurückkehren wollte.

 

Hinzu kommt der inzwischen unvermeidliche Materialfetisch. 70 mm, IMAX, echte Schiffe, echte Wellen, echte Landschaften – alles zweifellos sehr echt. Nur das Kino selbst wirkt dabei merkwürdig synthetisch. Man kann schließlich auch 600 Kilometer Film belichten und trotzdem kein einziges wirklich lebendiges Bild erzeugen. Größe ersetzt keine Gestaltung, Auflösung keine Atmosphäre und technischer Aufwand schon gar keine Erzählkunst.

 

Aber vermutlich wird jede Kritik ohnehin mit dem Hinweis beantwortet werden, man habe den Film „nicht im richtigen Format“, „nicht im richtigen Saal“ oder „nicht auf der richtigen Bildwand“ gesehen. Was in meinem Fall auch stimmt ... gesehen habe ich den Film noch nicht."

 

(c) by Prompts & Co.

 

  • Thumsbup 1
  • Face with tears of joy 2

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