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Filme "straffziehen" oder nicht?


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Wenn der Film bei der Prüfung richtig in den Rollen liegt, dann passiert da auch nichts mehr.

 

Genau das, was ich sagte. Springt der Film raus, saß er nie richtig drin. Aber ein Typischer "Tellerschaden" ist das dann ohnehin nichtmehr, denn es wird ja auch beim Spulenturm nicht anders sein, dass da Rollen im Spiel sind, von daher ist das ein allgemein auftretender Fehler. Das geringste Risiko für den Film birgt sowieso das Überblenden, vorrausgesetzt man macht beim Umrollen nichts falsch, oder zerrt am Film rum, womit wir dann wieder beim Kern des Themas wären :-D

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Früher konnte man an verregneten Stellen im Film sehen, wenn die nächste Rolle beginnt. Zu der Zeit wurde teilweise noch übergeblendet, und der Vorführer musste die einzelnen Rollen von Hand umspulen. Vom korrekten Filmzug keine Spur. Wenn ich heute Kopien zusammen klebe, dann fällt mir häufig auf, dass am Anfang und am Ende der Film stark "mitgenommen" aussieht. Teilweise doppelt bis dreilagige Klebereste, Fingerabdrücke u.s.w.. Meistens ist ja wenig Zeit um die Kopie zu koppeln. Dann ist die Sorgfalt dahin, einzelne Aktanfänge werden zu lange abgerollt, die Kopie landet dann in Schleifen auf dem Boden, und schon sind die Weichen für schlechte Aktübergänge gestellt. Was vom Vorspieler einmal versaut wurde, kann vom Nachspieler nicht repariert werden. Genauso wie den Unsinn, immer ein Bild abzuschneiden, anstatt das Klebeband zu entfernen. Nicht selten habe ich Start-und Endbänder in der Hand, wo fünf und teilweise sogar noch mehr Bilder dranhängen.

 

Claus-Dieter

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Ich bin jetzt mal so frei und fasse zusammen:

Filme sollten grundsätzlich nicht nachträglich strammgezogen werden, weil der unvermeindlich anhaftende Staub zischen den Lagen für eine irreparable Verregnung sorgen wird. Warum aber man im Akt mit Schärfeproblemen zu kämpfen hat - oder haben könnte - während das Ende ohne diese durchlaufen wird; diese Frage wurde noch nicht beantwortet. Nachdem es der ein oder andere versuchte, und Filmtechnikers Fragestellung die eines Wissenden verrät, sagt er uns vielleicht in seiner Wortmeldung, warum.

Der Thomas hat eine vage Ahnung, die er sich aber nicht traut zu sagen, ist sie doch auf sehr dünnem Eis unterwegs.

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Vielleicht auch schon beobachtet: Das Ende eines Filmaktes, total verregnet, läuft perfekt scharf über die Bildwand, während man durch dieselbe Rolle hindurch mit dem Focus zu kämpfen hatte. Wer weiß, warum?

 

gegenfrage: immer so zwischendrin oder nur die ersten 3-5 minuten?

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Wenn das Ende so verregnet ist, das du sagst: total, ja ist denn dann das Bild überhaupt noch zu sehen?

Weil, komplettes Schwarz bekomme ich immer scharf... :grin:

Janee... war'n Witz...

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Durch die Kratzer und Schrammen sind beide Oberflächen des Films vielfach angeschnitten. Es gibt praktisch keine Oberflächenspannung mehr. Man kann auch sagen, die Kräfte aus dem Filminnern, Spannungen aus unterschiedlicher Schrumpfung von Träger und Beschichtung, unterschiedliche Wärmeleitfähigkeit u. a. m., werden an der Oberfläche gebrochen. Wie groß die Wirkung der Oberflächenänderung ist, zeigt sich bei regenerierten Kopien. Wer schon mattierten Film in Händen gehabt hat, versteht das. Eigentlich eine gute Sache, die man engagierten Verleihern nur empfehlen kann.

 

Runzeln bürgen manchmal für Charakter.

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Durchaus interessant und auch logisch.

Auch das mit der gebrochenen Oberflächenspannung. ber ist es nicht eher so, dass sich diese Tatsache im Tellerbetrieb eher bemerkbar machen wird, wo Oberflächenspannung eine größere Rolle spielt, als im Filmschlitten vom Projektor?

Spielt da nicht eher der Abrieb des Films eine bedeutendere Rolle bei der Bildschärfe?

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  • 3 weeks later...

Zusammenziehen ist die beste und schnellste Methode, Schrammen zu erzeugen. Für eine Filmproduktion, die CGI-Luftaufnahmen wie echte Weltkriegs-Zwo-Aufnahmen aussehen lassen wollte, habe ich einmal alles getan, was man lassen sollte:

 

- CGI-Animation einfach hemdsärmelig vom Computermonitor auf 16mm s/w abgefilmt, Helligkeitsfluktuation gab's gratis. Dann Filmwickel mehrfach lose gewickelt und nachgezogen, bis es knirschte;

 

- Film am Steenbeck über eine Achse ohne Rolle laufen lassen;

 

- Film durch Siemens 2000 laufen lassen und untere Schleife zu groß gemacht, damit schöne Sprungschrammen entstanden.

 

Anschließend wurde das Negativ noch mit Alkohol behandelt und in Partien naß aufgewickelt, dann ausgehängt und getrocknet (schöne Flecken).

 

Mit viel Überredung Kopierwerk dazu gebracht, ohne Reinigung auf Positiv zu kopieren. Neues Positiv auch mit "Nachziehen" und Steenbeck behandelt, damit zu den mitkopierten weißen Schäden auch noch dunkle Blankschrammen kamen.

 

Letzter Schritt war Einscannen auf Spirit Datacine, die Bilddaten wurden dann auf 35mm ausbelichtet und in den 35-mm-Kurzfilm eingefügt. Sah gut und erstaunlich echt aus - bis die VFX-Genies beschlossen, für die DVD-Fassung noch zusätzliches Mündungsfeuer und CGI-Rauch einzufügen - leider interlaced (also mit "Videolook"), was die ganze Sache irgendwie ad absurdum führte.

 

Wenn man es absichtlich macht, kann Verschrammen durchaus anstrengend sein! ;)

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@preston sturges:

 

Es fiel mir wieder auf, als ich vor einigen Tagen BLACK SWAN sah - selten so mißhandeltes Vorprogramm gesehen. Am schlimmsten der Spot des Werbemittlers, bei dem ich mir die Frage stellte, wie um alles in der Welt von einem solchen Filmstreifen noch Dolby Digital kommen kann :|

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Hmm,

 

da ich ja auch einen 2000er habe, würde vielleicht jemand erklären was Sprungschrammen sind?

 

Diese ganze Schlauferei ist mir nämlich irgendwie noch nicht ganz parat. Bei meinem 8mm PyCb Projektor lief der Film immer oben in die Filmbahn und unten irgendwie an der Abdeckung lang wieder raus.

 

Der Siemens ist der erste Projektoir der überhaupt Schlaufen verlangt, die mache ich so nach Gefühl und hoffe dem in der Anleitung nahe zu kommen.

 

thommi

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Leider sind aus einem Thema gleich wieder 3 Themen geworden. Darum möchte ich auch noch etwas dazu sagen.

- Das Zusammenziehen von losen Akten/Filmrollen gehören zu den schlimmsten Sünden beim Umgang mit einer Kopie. Wer aber Kratzer und Schraffur nostalgisch findet kann seine Filme gerne so behandeln.

- Ständig auftretende Unschärfen sind meist auf innerlich gelockerte Linsen im Objektiv zurück zu führen. Ein leichtes Schütteln des Objektivs offenbart schnell das leise Klappern einer Linse. Die Gewinderinge im Objektiv lassen sich mit etwas Geschick selbst festziehen. Wer das nicht möchte sollte das Objektiv ins Werk einschicken und überprüfen lassen.

- Einen bevorstehenden Aktwechsel erkennt der Zuschauer an der Zunahme von Verschrammungen und Tonstörungen zum Aktende. Darum müssen Filmrollen zum Versand immer am Ende zugeklebt werden damit die äußeren Wicklungen nicht aneinander reiben. Auch Plastiktüten in den Aktkartons sind zum verwenden da und nicht als lästige Beigabe vom Kopiertwerk anzusehen. Leider sieht man zu oft, das Plastiktüten nur danebenliegen oder herausgenommen werden.

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Sprungschrammen denke ich, entstehen meist, wenn ein Film fehlerhaft über / neben einer Umlenkrolle läuft. Das passiert häufig bei Filmtellern, wenn auf den unteren Teller aufgewickelt wird. Diese Schrammen sind dann auf der Bildwand als ziemlich heftige Schrägschrammen in der rechten Bildhälfte zu sehen. Oftmals wird nach dem Filmeinlegen nicht gründlich genug kontrolliert, ob das Filmband wirklich korrekt in allen Umlenkrollen liegt. Es reicht ein Durchlauf und die Kopie ist schrott.

Aber auch unsachgemäß zusammengebaute mechanische Einsteckeinheiten können zu solch Verschrammung führen. Viele Vorführer meinen es gut und zerlegen Einsteckeinheiten zur Reinigung.. Oft schleichen sich dann aber Fehler beim Zusammenbau ein. eine falsch rum eingebaute rote Rolle hat zur Folge, das die Außenkante der roten Rolle im Bildinhalt schleift und feine und doch gut sichtbare Verschrammungen hinterläßt.

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Sprungschrammen sind allgemein alle lokalen Beschädigungen, die sich im projizierten Bild in regelmäßigen Abständen wiederholen, sodass der Eindruck entsteht, als wäre die Schadensquelle über den Filmstreifen gesprungen.

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Und entstehen tuen diese Sprungschrammen zum Beispiel an den Stellen der Filmschleifen:

 

Beispiel der oberen Schleife bei Kinoton FP Maschinen:

 

Der Schaltschritt ist erfolgt, Vorwickelrolle schiebt den Film weiter, die obere Schlaufe wird größer, Schlaufe berührt das Abstreifblech der Zahnrolle, Schramme entsteht, Schaltschritt erfolgt, Filmschleife wird kleiner und schrammt nicht mehr am Abstreifblech rum.

 

Und dann beginnt das Spiel von Neuem. So erälts Du quasi unterbrochene Laufstreifen, die sich in regelmäßogen Abständen wiederholen (durch die rhythmisch schwingende Schleife). Dat nennt man dann Sprungschrammen

 

Gruß

MArtin

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  • 8 years later...

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