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magentacine

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  1. Spannend, ich kannte bisher nur die Tanzszenen aus SCHNEEWITTCHEN, die dann in 36 Jahre später in ROBIN HOOD wieder auftauchten. Aber der deckungsgleiche Mowgli/Christopher Robin, das ist schon ein Kracher... Und in ARISTOCATS tauchen die Tanzanimationen auch wieder auf.
  2. Ich finde den Rassismusvorwurf bei PETER PAN völlig abwegig. Genau wie im Buch von James Barrie sind auch im Film die Einwohner von Nimmerland (Neverland) keine tatsächlichen Indianer oder Piraten, sondern Fantasiefiguren zweiter Ordnung. Ihre Herkunft sind Abenteuerbücher, wie sie Kinder des 19. Jahrhunderts im viktorianischen England kannten. Captain Hook ist kein "richtiger Pirat" wie Long John Silver in der "Schatzinsel" von Stevenson, sondern eine theatralische Zuspitzung des Piratseins. Die Indianer sind eben keine amerikanischen Ureinwohner (wie Disney-Pocahontas), sondern verkörpern eben die Klischees der damaligen Populärkultur. Wer sich die Mühe macht, das Buch als Erwachsener zu lesen, wird feststellen, daß all diese Gruppen gegen jede Logik in der kleinen Welt von Nimmerland nebeneinander existieren, und daß auch der Erzähler die Widersprüche ironisch aufnimmt und miteinbezieht. Den Versuch, das viktorianische Setting zu modernisieren, gab es schon in dem (nicht deshalb!) für mich unerträglichen HOOK-Film von Spielberg. Der nächste Schritt ist das Umbauen historischer Fakten dieser Epoche, so wie man es in MARY POPPINS RETURNS gemacht hat. Ich nenne es Umlügen, weil damit tatsächliche historische Machtverhältnisse und realer Rassismus "schönretuschiert" werden, als hätte es sie nie gegeben. Von diesem Einwand abgesehen vertraue ich meiner eigenen Kindheitserinnerung, was die Wirkung von Disneyfilmen angeht: King Louis im DSCHUNGELBUCH war für mich ein Affe und ganz bestimmt kein Afrikaner (in Indien?). Mowgli ist für Generationen europäischer Kinder (neben Jim Knopf und dem kleinen Muck) die erste nicht-weiße Identifikationsfigur gewesen, und zwar komplett positiv besetzt. Die Katzenband aus ARISTOCATS habe ich als Kind geliebt, ganz besonders die wilde ("asiatische") Schlagzeugkatze. Bei SUSI UND STROLCH waren die Siamkatzen eben einfach böse Katzen (Feindshaft Hund-Katze!), auch wußte kein Kind, was Siam sein sollte. Außer im Begriff der "siamesischen Zwillinge" und im Titel "Anna und der König von Siam" hatte der Name kein Assoziationskraft. SONG OF THE SOUTH (Onkel Remus' Wunderland) dagegen ist einfach ein schlechter Film, dessen verkitschte Darstellung der Sklaverei ich keinem Kind zeigen würde. Das war übrigens schon bei der Erstaufführung 1946 ein Thema. Disney gestattet - ich finde hier: zu Recht - keine öffentlichen Aufführungen des Films mehr. Man muß diese Fragen im Einzelfall und differenziert betrachten. Auf keinen Fall darf aber der Maßstab sein, daß irgendwer sich beleidigt fühlen könnte. Die Gesellschaft, Medien und der politische Diskurs haben leider eine solche Welle von permanentem Massen-Beleidigtsein erzeugt (Sexismus, Ageismus, Bodyshaming, kulturelle Aneignung, angebliche Phobien jeder Art), daß jede Beschäftigung mit Geschichte, Kunst, Politik damit unterbunden würde.
  3. Der Disney-Konzern hat die folgenden klassischen Zeichentrickfilme im eigenen Streamingangebot aus den Profilen für Kinder entfernt. Die "Warnhinweise", die seit einiger Zeit auf DVD/BluRay vorangestellt waren, dürften bestimmten Einflußgruppen nicht genügt haben. PETER PAN (Peter Pan, 1953) SUSI UND STROLCH (Lady and the Tramp, 1955) DAS DSCHUNGELBUCH (The Jungle Book, 1967) ARISTOCATS (The Aristocats, 1970) Deutscher Artikel dazu, englischer Artikel hier. Disney erläutert hier die angeblichen Gründe.
  4. Ich habe eine düstere Erinnerung an spezielle Ozaphan-Aufwickelspulen, die den - für das dünne Material viel zu hohen - Zug der Aufwicklung am Projektor kompensierten. Ich glaube, es stand dazu etwas im Buch FAMILIENKINO: DIE GESCHICHTE DES AMATEURFILMS IN DEUTSCHLAND von Michael Kuball, erschienen als rororo Taschenbuch (2-bändig) im Jahr 1980.
  5. Es gab in den 1970ern einen kleinen Artikel im KAMERAMANN, in dem das Problem beschrieben wurde. Der Autor hatte zur Abhilfe den Compur-Verschluß einer Großformatkamera vor das Objektiv seiner Arriflex montiert und bekam damit streulichtfreie Einzelbildaufnahmen.
  6. Bitte schön: https://dancan.dk/?page_id=1257
  7. Soweit ich mich erinnere, war der Neupreis Anfang der 1980er um DM 8.500 . Wie hier zu lesen ist, betrug der US-Preis knapp $ 4.000, wobei der Dollar/DM-Wechselkurs bei 1:2 stand. Im Arri- und Bolex-Land war das, auch aufgrund der fehlenden Wechseloptik, möglicherweise nicht so attraktiv.
  8. Danke für den Link! Hier noch ein Artikel mit Fotos der Kameraeinheit.
  9. Hier ein (englischsprachiger) Text von Bill Mechanic (Ex-Fox CEO und Produzent, mitverantwortlich für Titanic, Independence Day, Braveheart, Coraline, X-Men u.a.) Lack Of Talent Management Skills Atop AT&T & WarnerMedia Caused HBO Max Rancor And Long-Term Damage (übersetzt etwa: "Schlechter Umgang mit Kreativen bei Warner und AT&T ist verantwortlich für HBOMax-Fiasko") Er hat dabei einiges über das Filmerlebnis im Kino zu sagen; ich fand es sehr lesenswert.
  10. Im Jahr 1969 tat sich der Komiker und Regisseur Jerry Lewis mit der Firma National Cinemas Corporation zusammen. Sie entwickelten ein Franchise-Modell für kleine Filmtheater (<300 Plätzen), die unter dem Markennamen "Jerry Lewis Cinemas" ausschließlich Familienunterhaltung spielen sollten. Ausdrücklich wurden Leute angesprochen, die keinerlei Erfahrungen in der Kinobranche besaßen. Automatisierung und standardisierte Technik sollten den Betrieb einfach gestalten: "Wenn Sie einen Knopf drücken können, können Sie ein JL Kino betreiben", wurde geworben, und mit 15.000-50.000 US$ war man dabei. Bis Mitte der 1970er Jahre entstanden in den USA etwa 200 "Jerry Lewis Cinemas". Es stellte sich aber heraus (wen von uns überrascht das?), daß es mit der Technik doch nicht so einfach war, vor allem aber, daß die Begrenzung auf Familienfilme (Rating "G" = "General Audiences, "R"-Filme nur, wenn sie "nicht anstößig" seien) auf Dauer wirtschaftlich nicht funktionierte. Viele erfolgreiche Filme der Siebziger gingen an den JL Cinemas vorbei, zum Beispiel Kassenschlager wie "Ein ausgekochtes Schlitzohr" (1977). Die Zahl der Familienfilme ließ sich nicht beliebig vermehren, und die Franchisenehmer hatten gegenüber den Verleihern keine Verhandlungsbasis, sondern mußten jeder für sich mit den anderen Filmtheatern konkurrieren. 1980 meldeten Jerry Lewis und National Cinema Insolvenz an, und das war das Ende der Marke "Jerry Lewis Cinema". Viele der Kinos existieren noch, manche wurden zu Pornokinos oder One-Dollar-Theatres ungewandelt, andere wurden Kirchen, Videotheken oder Theater. Wer die alten Interviews mit JL liest (z.B. "Mr Lewis Is a Pussycat" von Peter Bogdanovich, Esquire 1962) oder sein Buch "The Total Filmmaker" (dt. Wie ich Filme mache, München 1974) kennt, wird immer wieder darauf stoßen, daß JL selbst eine Idee von "sauberer Familienunterhaltung" hatte, die er als Gegengewicht zum erwachseneren (oder spekulativeren) Trend im amerikanischen Kino sah. Als Geschäftsmann hatte er außerhalb des Filmgeschäfts weniger Glück, sein eigenes Restaurant "Jerry's" wurde 1961 eröffnet und bereits drei Jahre später geschlossen, weil es an Servicequalität und Wirtschaftlichkeit mangelte. Wer sich für diese Kuriosität interessiert, der findet mehr in diesen Links (alle englisch, auf deutsch gibt es leider nichts): Cinelog.org: "Fantasy & Failure With Jerry Lewis Cinemas" Lost Movie Theatres of Richmond: Jerry Lewis Cinemas Diese Seite enthält die originalen Verkaufsanzeigen für Franchisenehmer (zum Vergrößern anklicken) Longisland70skid.com: "Jerry Lewis Cinema" Dieser Link hat ein Video, das den Saal und Gastrobereich eines geschlossenen JL-Cinema zeigt. Film-Tech.com: Jerry Lewis Cinemas Diskussion von 2003/6 Jerry Lewis Once Was a Restaurateur
  11. Sehr schöne und mit Bedacht gestaltete Bilder, erinnert mich spontan an Jodorowskys FANDO Y LIS (1967).
  12. Ja, ich meinte es auf Iceco/kineman bezogen - und sie hatten in der Vergangenheit schon einiges an exotischer 65mm- oder VistaVision-Technik. Aber vielleicht ist es auch so, wie @stefan2 andeutete, daß die Auktionen mehr als Schaufenster dienen und im Einzelfall "offline" verhandelt wird. - Gern hätte ich einmal die Sammlung des 2017 verstorbenen Martin Hill gesehen; ich glaube, seine VistaVision-Kamera aus TEN COMMANDMENTS und eine 35mm-Kamera aus Charlie Chaplins Besitz wurden versteigert.
  13. Was ich sagen wollte, war lediglich, daß die von kinemaman/Iceco geforderten hohen Preise eigentlich so gut wie nie in einer Auktion enden, soweit ich es über die Jahre beobachtet habe. Daß es sich um eine Rarität handelt und diese auch einen höheren Preis rechtfertigt als ein "Brot-und-Butter"-Projektor, sehe ich auch so. Für z.B. Breitfilm-Kameras oder Special-Venue-Projektoren gibt es einfach keine Interessenten, die a) so etwas "Exotisches" wollen und b) das Geld dafür haben. Trotzdem ist auch die Iceco-Website außerhalb der eBay-Plattform immer einen Blick wert. Wer sich übrigens für Brenkert-Geräte interessiert, findet auf film-tech.com mehrere interessante Threads dazu.
  14. Hier gibt es einen historischen 35mm-Projektor des US-Herstellers Brenkert, und das Design ist schon außergewöhnlich. https://www.ebay.de/itm/35mm-Projector-RCA-Brenkert-80-Supreme-Art-Deco-Special-L-K/313184528180?ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT&_trksid=p2060353.m1438.l2649 Als hätte man die vom Industriedesigner Raymond Loewy entworfene S1-Schnellzuglokomotive mit einer FH99 durch den "The Fly"-Teleporter geschickt! Über Zustand ("original patina") und Preis ist nur zu sagen, daß der Verkäufer Iceco in Florida gern solche Fantasiepreise aufruft und die Geräte selbst nach Jahren noch im Angebot sind. Auch 65-mm-Studiokameras und ähnliches warten dort noch auf Liebhaber und Sammler.
  15. Freut mich, daß ihr eine Lösung gefunden habt! Die hier geäußerte Kritik finde ich aber verständlich, wenn ich Deinen Ausgangsbeitrag noch mal lese: Mit Aggression hat das wenig zu tun, alle haben ihre Bedenken oder das Abraten inhaltlich begründet.
  16. @George Pal: Danke für den verlinkten Artikel, kann man nur empfehlen.
  17. Dann bin ich beruhigt. Mit Freude sehe ich den zukünftig noch innovativeren, intelligenteren und besser gemachten Filmen entgegen, welche mutig kontroverse Themen aufgreifen und die Vielfalt von Ideen, Meinungen und Weltbildern widerspiegeln. 🙂
  18. Die von @kastlmeier erwähnte Oscar-Verleihung ist meiner Meinung nach wegen zunehmender Politisierung und abnehmendem Unterhaltungswert in den letzten Jahren praktisch überflüssig geworden. Die neuen Regeln tragen weiter dazu bei. Viele kontroverse und anregende Filme der letzten Jahrzehnte hätten damit vom Wettbewerb ausgeschlossen werden müssen. Auch mein Interesse daran, mir von weltfremden Star-Millionären die Welt erklären und ihre Ideologie aufdrücken zu lassen, ist da auf Null gesunken. Das gilt auch für die vielen Reboots, Remakes und Fortsetzungen. Mal sehen, ob das Publikum dem sechsten "Fluch der Karibik" mit angekündigt "more girl power" folgen wird, oder ob Hauptdarstellerin und Drehbuchautorin von BIRDS OF PREY wieder einspielmäßig bruchlanden.
  19. ...aber der Greifer sitzt doch unterhalb des Bildfensters, oder? Könnte es etwas mit der besonderen Schwingspiegelkonstruktion der Beaulieus zu tun haben?
  20. Um zu verdeutlichen, was gemeint ist:
  21. Hallo zusammen, ein junger Kollege, der gerade seine ersten Filme auf Super-8 dreht, fragte mich, was es mit dem nach links offenen Bildfenster der Kamera auf sich habe. Daß Schmalfilmkameras weit in den Perforationsbereich hinein belichten, ist ja nichts Neues oder Besonderes, aber ich frage mich, ob es bei der 4008 besondere konstruktive Gründe haben könnte. Da ich selbst nie mit Beaulieu gefilmt habe, würde ich mich freuen, wenn jemand von den Erfahrenen die Frage beantworten könnte.
  22. Ah, danke. Auf Bild 3/4 steht er übrigens neben einer Mitchell VistaVision "Elephant Ear"-35mm-Kamera (8-perf mit horizontalem Filmlauf).
  23. Hallo @ruessel, nein, kein 70mm. Rechts eine Technicolor-Dreistreifenkamera ohne Schallschutzgehäuse (Blimp), wie sie von 1937 bis etwa 1954 für Technicolor-Farbfilme verwendet wurde. In der Mitte siehst Du das dazugehörige Schallschutzgehäuse für Tonaufnahmen. Das graue Ding weiter hinten ist das Schallschutzgehäuse (mit oder ohne Inhalt) für eine der üblichen 35-mm-Produktionskameras (Mitchell, Newall o.ä.), wie es im Studiobetrieb eingesetzt wurde. Darf ich fragen, wo das Bild aufgenommen wurde?
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