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2. filmisches Axiom


Schokoprinz
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Nun ist es wieder soweit. Das 2. filmische Axiom ist vielleicht nicht ganz so universell wie das erste, und beruht auf positiver, selbst erfahrener Euphorie. Nichts desto trotz fand es Eingang in „Filmers Notizen“, was grundsätzlich seine Anwendbarkeit dokumentiert. Es lautet:

 

  • Filmen mit Bolex DS8 ist anstrengend, aber gut.

 

Ich glaube, in Betrachtung der heutigen Zeit, kann man das aber weiter verallgemeinern. Man muss sich nicht auf Bolex beschränken.

Was hat mich zu dieser Erkenntnis bewegt? Die Filmarbeit mit einer Federwerkkamera ohne automatische Belichtung ist sicher nicht so einfach, wie mit einer vollautomatischen Super 8 Elektronikkamera. Aber diese Schätze, meistens im Format D8, haben ihren eigenen Reiz. Das haben wir in diesem Forum ausgiebig diskutiert. Wenn ich nun diese Federwerktechnik mit dem Super 8 Format kombinieren kann, dann habe ich die Vorteile des größeren Bildes, die größere Kompatibilität bei den Abspielgeräten (Super 8 ist halt weiter verbreitet) und die einfachere Möglichkeit, den Pistenton aufzubringen. 

Bezahlt wird dies mit dem Aufwand für separate Belichtungsmessung und nicht automatischer Blendennachführung. 

Hat man eine kompakte DS8 Kamera, lässt sich diese recht gut auf Reisen einsetzen. 

Könnte ich meine N8 Kameras umbauen, so würde ich es tun. Dann könnte ich die Formatvielfalt einschränken. 

 

Was denkt Ihr? Seid Ihr Hardcore D8er, oder eher liberal in der Formatwahl? Wie triggert Euch das Federvieh? 

 

 

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Mit 16mm habe ich leider wenig Erfahrung. Ich habe nur einen Film mit meiner Beaulieu R16 gedreht. Aber Du hast Recht, das ist auch klasse. Ich schrecke aber vor dem Schnitt und der komplizierten Vertonung zurück. 

 

Kann mal jemand das doppelte Thema bitte löschen? Oder kann ich das selber. Mir ist da ein Mißgeschick passiert. 

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@Schokoprinz

Filmen mit einer H8-DS8 (oder auch H8-D8) ist in der Tat anstrengender. als mit einer "vollautomatischen" Kamera wie z.B. meiner Nizo Professional. Die Bolex ist deutlich schwerer, es fehlt in der Tat wenigstens eine TTL Belichtungsmessung (-automatik ist am ehesten verzichtbar). Das schränkt sowohl das spontane Filmen ein, als es auch natürlich Potential für Belichtungsfehler liefert (auch im Hinblick auf das zwar bei den H8 RX gut gelöste Problem für Offenblende/Arbeitsblende zum Scharfstellen). Vorteile sind offensichtlich: besseres Bild und mehr Filmvorrat (30m-Spule).

 

Aber gut ist es in der Tat mit beiden Formaten, ich filme sowohl mit N8 (Federwerk) als auch mit Super8, aber der Fokus liegt naturgemäß bei S8 (es gibt Farbumkehrfilm und ich kann einigermaßen bequem mit synchronem O-Ton arbeiten).

Meine H8 DS8 liegt wegen eines Defektes auf Eis (die muß ich vermutlich Simon schicken), aber DS8 in kompakter Form (also mit 7,5m-Spulen E100D) hätte mit Sicherheit etwas bestechendes (müßte aber noch einen Sync-Kontakt bekommen 😉 ).

Hast Du nicht eine Bolex D8L (oder andere Bolex Taschenkamera) in DS8-Ausführung? Also genau das, was Du suchst?

Edited by Helge (see edit history)
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Meine Erfahrung: ich kann eigentlich mit jeder Kamera schnell und zuverlässig filmen, wichtig ist nur dabei, dass ich eingeübt bin und nicht mir grundlegende Handgriffe neu ins Gedächtnis rufen muss, weil ich gerade mit einer anderen gefilmt habe, wo alles anders ist. Bei Kameras ohne Belichtungsmesser habe ich denselben einfach einstecken oder nehme die CinemeterII-App vom Smartphone. Man muss auch nicht bei jeder kleinen Szene neu messen, meist reicht es, einmal zu messen und erst dann wieder, wenn sich die Lichtverhältnisse ändern. Dasselbe gilt für die Schärfe: ich sehe ja bei den Switar-Festbrennweiten, wie die Schärfentiefe ist, so dass ich an einem sonnigen Tag nur bei Nahaufnahmen wirklich gezielt scharfstellen muss. Übungssache, aber unsere Vorväter haben es ja auch hinbekommen. Die Bolex DS8 ist da wirklich eine tolle Kamera und nach einigen Wochen Benutzung auch als Ersatz für das Fitnessstudio geeignet. 🙂 

Ich hatte jetzt viel mit der Bauer88F in Doppel8 gefilmt, und da sieht man wieder, wie schön Beschränkung sein kann: der Belichtungsmesser ist automatisch, die Kamera nur 16fps und das Objektiv eine Festbrennweite. Das heißt: man kann alles schnell filmen, was man sieht. Das macht schon großen Spaß, muss ich sagen. Aber das kennt auch der FujicaAX100-Freund Klaus Schreier schon lange. Egal also, welche Kamera: man muss sie im Schlaf beherrschen, dann fängt man auch jede Szene schnell ein.

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vor 4 Stunden schrieb jacquestati:

Hmmh. Was ist denn Deiner Meinung nach am Schnitt komplizierter? und was an der Vertonung?

Ich habe halt keinen 16mm Filmbetrachter und kann mit meinem Projektor auch keinen Pistenton aufbringen. Das schränkt für mich die Machbarkeit ein. Mein P7 ist auch nicht mit einer Motorregelung versehen, dass ich ihn mit einem Zweibandlaufwerk kombinieren könnte. Davon habe ich eh noch keine Ahnung. 

 

vor 3 Stunden schrieb Helge:

@Schokoprinz

Hast Du nicht eine Bolex D8L (oder andere Bolex Taschenkamera) in DS8-Ausführung? Also genau das, was Du suchst?

Genau, deshalb hatte ich ja auch diese bahnbrechende Erkenntnis. Meine vorher verwendete Federwerkkamera, die Agfa Movex Reflex, ist ja dagegen ein Vollautomat. Es kommt halt immer auf die Basis an, mit der man vergleicht. 

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Eine H 8 ist größer und schwerer als die meisten anderen 8er Kameras. Es hat ein paar Zwischengrößen gegeben, Kameras, die 15-Meter-Spulen fassen (50 Fuß). Das sind die GIC-Movirex-Photo Hall, die Pathé Lido und zwei Fairchild-Modelle. Es hat auch Klumpen von Kameras gegeben, die nur 25-Fuß-Röllchen aufnehmen (7,62 Meter, netto), etwa die Zeiss-Ikon-Moviflex, die Agfa-Movex-Reflex oder die Geva-Caréna.

 

Mit einem Servo-Cinor läßt sich jede D-Mount-Kamera hinsichtlich Blende automatisieren. Das Objektiv darin ist ein Fünflinser, dessen Aufbau ich noch nachjage. Zoom braucht kein Mensch. Reflexsucher braucht man auch nicht unbedingt, ein Ciné-Flex von Elgeet bringt’s ebenso. Servo-Cinor und Ciné-Flex wiegen zusammen wenig und kosten wenig. Beides kann man verwenden oder weglassen. Also mir ist die Freiheit wichtig, vor allem die Freiheit zurückzukehren zum Grundlegenden, zum Einfachsten. Die Revere 88 und 99 sind wundervoll. Eine Paillard-Bolex D 8 ist natürlich etwas Feines, weil die Filmführung so gut ist. Eine Bauer 88 ist mechanisch noch besser.

 

Auf einem leichteren Stativ macht sich manches Gerät gut. Jenes Stativ ist nützlich, welches man mitnimmt. An seiner Stelle darf man ruhig eine Schraubzwinge mit Bodenschraube einpacken und wieder sei ans Schnurstativ erinnert, wohl das leichteste, was es gibt.

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vor 50 Minuten schrieb Film-Mechaniker:

vor allem die Freiheit zurückzukehren zum Grundlegenden, zum Einfachsten. Die Revere 88 und 99 sind wundervoll.

Das kann ich nur bestätigen! Nachdem Simon u.a. meine Revere 88 überholt hat, kann ich nicht mehr von ihr lassen...😀 Auch das händische Einfädeln in den Filmo 70 ist lehrreich und macht viel Spaß, daß Filmen damit sowieso. Ich kann für mich sagen: Je weniger Automatik ich habe, desto schöner ist es für mich.

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vor 2 Stunden schrieb Stereominister:

Die beste Kamera ist die, welche man gerade dabei hat.

Aber anders herum:

Was nützt einem die beste Kamera wenn man sie nicht dabeihat, weil sie einem zu gross und zu schwer ist.

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vor einer Stunde schrieb Film-Mechaniker:

Es hat auch Klumpen von Kameras gegeben, die nur 25-Fuß-Röllchen aufnehmen (7,62 Meter, netto), etwa die ….die Agfa-Movex-Reflex….

 

Herr Wyss, ich muss doch wirklich bitten!

 

Mal im Ernst: Ich werde die mal gegen die Nizo auswiegen. 

 

Die B8L ist ungleich leichter. Aber die ist ja auch für Ladies, wie ich gelernt habe. 😍

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vor 2 Minuten schrieb k.schreier:

Aber anders herum:

Was nützt einem die beste Kamera wenn man sie nicht dabeihat, weil sie einem zu gross und zu schwer ist.

Nun ja, jetzt wird es philosophisch!

 

Etwas offtopic dazu: Ich hatte die Ehre, 2019 die wohl letzte große (und legale) Tiananmen Mahnwache in Hong Kong vom Dach eines der umliegenden Hotels abzulichten. Die Kamera, die ich eher zufällig dabeihatte, war eine Praktika mit einem 50er domiplan (eigentlich hatte ich das nur, um die paar wenigen übriggebliebene Neonschilder mit passendem Bokeh zu knipsen). Nun ja, obwohl mit 1/15 aus der Hand und mit Blende 2.8 geschossen - das sind Bilder für die Ewigkeit (zumindest der Fuji Venus800 war die richtige Wahl)!

 

fazit: man muss in der Lage sein, das beste auch aus einem miesen setup zu machen - daher mein Axiom!

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vor einer Stunde schrieb Film-Mechaniker:

Es hat auch Klumpen von Kameras gegeben, die nur 25-Fuß-Röllchen aufnehmen (7,62 Meter, netto), etwa die Zeiss-Ikon-Moviflex, die Agfa-Movex-Reflex oder die Geva-Caréna.

 

Aaaah, nicht meine Agfa-Movex-Reflex verreissen!!! Die ist sooo super. Ich werde warhscheinlich im D8 Bereich kaum noch was anderes verwenden wollen. 😄

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Das Ist ein sehr guter Punkt. Denn nicht immer braucht man 60m Ergebnis. Aber wiederum mehr als 15m! Darauf bin ich noch nie gekommen. Gut, dass ich zwei dieser Spulen behalten habe. 🙂

 

Qualitativ liefert die H8 DS8 mit den drei fantastischen Kern Switar Festbrennweiten das Beste, was ich kenne (von der Logmar abgesehen, aber die ist noch mal unpraktischer). Und weil die H8 einfach manchmal mal zu groß ist, baue ich mir gerade eine D8L auf DS8 um. In der Hoffnung, dass deren Kerne genauso glänzen werden. Allein die Zahntrommel fehlt ihr, da ist die Emel besser. Nur hat die eine lieblose Filmbahn. Irgendwas ist immer!

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vor 18 Stunden schrieb Stereominister:

Das passt zu einem meiner Axiome: Die beste Kamera ist die, welche man gerade dabei hat.

 

Das gilt auch für die Fotografie. Schön ist, wenn sie dann optimale Bildqualität und kompakte Ausmaße vereint, das gibt es.  

Und:

"Für den Fall eines Schlangenbisses sollte man unterwegs immer ein Fläschchen Whisky griffbereit haben. Außerdem sollte man immer eine kleine Schlange dabei haben." 

 

Schild in einem Weinladen.

 

 

 

 

 

 

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  • 3 weeks later...
Am 26.1.2022 um 18:36 schrieb Regular8:

Aaaah, nicht meine Agfa-Movex-Reflex verreissen!!! Die ist sooo super. Ich werde warhscheinlich im D8 Bereich kaum noch was anderes verwenden wollen. 😄

 

Mit Klumpen habe ich vor allem die Zeiss-Ikon-Moviflex Super gemeint. Wenn die wenigstens 15-Meter-Spulen aufnähme, sähe alles anders aus.

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Am 26.1.2022 um 13:00 schrieb Helge:

Aber gut ist es in der Tat mit beiden Formaten, ich filme sowohl mit N8 (Federwerk) als auch mit Super8, aber der Fokus liegt naturgemäß bei S8 (es gibt Farbumkehrfilm und ich kann einigermaßen bequem mit synchronem O-Ton arbeiten).

 

Wer sich nicht scheut, Geld und Mühe auszugeben: E-100 (oder Vision 3, nach Geschmack) in 2R beim FPP bestellen und bei Edward Nowill (dem es jetzt hoffentlich wieder besser geht) umperforieren lassen. 

 

Denn: Filmen mit der Bolex lohnt sich immer (und macht einen schlanken Fuß - auch mit B/C/D8). 

 

Ich habe mich aber gerade erst frisch auf eine H8 upgegraded und größere Projekte stehen noch aus. Was mich als Experimentalfilmer .. naja, jemand der Freuda an Filmexperimenten .. hat begeistert, ist der frame counter an den H-Modellen.

An meiner Fujica Z2 habe ich zwar auch ein Kürbelchen, dieses Filmverbrauch-Drehrädchen am Rande ist aber leider fürchterlich unpräzise. Da lobe ich mir den Bolex-Zähler, der artig bis 2000 pro 25ft zählt. 

 

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