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Fazit des Kinojahres 2018 - "Das deutsche Kinojahr:Sand im Getriebe"


Kinobetreiber
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Hier gibts das aus der offiziellen Quelle:

 

Filmbesuche-grafik-1949-2009.thumb.jpg.fa63f203c2cdbd1800b00ab3a974a528.jpg

und fortgeschrieben hier:

 

http://www.spio-fsk.de/?seitid=381&tid=3

 

 

Die einen sagen, diese Kurve strebt irgendwann gegen Null, die anderen sagen, die Kurve widersetzt sich seit Mitte der Sechzigerjahre erstaunlich beharrlich dieser Laufrichtung.Wenn man die Rahmenbedigungen berücksichtigt hält sich Kino jedenfalls deutlich besser als Herrenschneider, Metzger und Bäcker.

Eine Aussage für den einzelnen Betrieb ist natürlich daraus nicht herleitbar.

 

Mal sehen, was die FFA und SPIO Statistik demnächst hergibt. Ein WM Jahr mit einem der heissesten Sommer der Kinogeschichte sollte man sicher nicht vorschnell für eine Trendaussage verwenden.

 

- Carsten

Edited by carstenk (see edit history)
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vor 13 Minuten schrieb carstenk:

 

 

Die einen sagen, diese Kurve strebt irgendwann gegen Null, die anderen sagen, die Kurve widersetzt sich seit Mitte der Sechzigerjahre erstaunlich beharrlich dieser Laufrichtung.

 

- Carsten

 

Streng genommen haben die einen natürlich recht, alles strebt irgendwann gegen 0 ?

 

Würde mich aber wegen einem, wenn auch sehr schlechten Jahr, nicht verrückt machen lassen.

 

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Am 31.12.2018 um 16:42 schrieb stefan2:

Thomas, du bestätigst das, was mir meine meisten Freunde und Bekannten mit Kino sagten, in etwa wurden die Zahlen des Vorjahres gehalten, oder eben geringfügig gesteigert.

Wer starke Verluste hat, sollte mal prüfen warum. 

Wie heißt es so schön. Am Jahresende zählt man die Toten eines Jahres...

 

Interessant solche Behauptungen zu äußern - nur auf Grundlage von jemandem, welcher dir irgendetwas erzählt haben soll. Vielleicht war ja gerade Märchenstunde.

Sei mir nicht böse, das ist einfach nur dahergeblubbert ... vielleicht gibt es ja den ein oder anderen - vielleicht und glauben tue ich es nicht - selbst wenn, dann kann man doch nicht die gesamte Branche über einen Kamm scheren. Die Bundesweiten Zahlen sprechen nun mal für sich.

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Die Mainstream/Multiplex Kinos haben in 2018 fast alle ein mehr oder weniger dickes Minus zu 2017 ... die Arthouse Kinos hat es nicht so stark erwischt, aber auch hier in 2018 größtenteils schlechtere Ergebnisse als 2017.

 

Ausnahmen gibt es in allen Bereichen ... aber es sind Ausnahmen, die meistens in der jeweiligen Situation nachvollziehbare Gründe haben. Wir hatten z.B. in 2018 ein Open Air Ausnahmejahr und ein Mitbewerber hat die „Segel gestrichen“. 

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vor 6 Stunden schrieb carstenk:

Hier gibts das aus der offiziellen Quelle:

 

Filmbesuche-grafik-1949-2009.thumb.jpg.fa63f203c2cdbd1800b00ab3a974a528.jpg

und fortgeschrieben hier:

 

http://www.spio-fsk.de/?seitid=381&tid=3

 

 

Die einen sagen, diese Kurve strebt irgendwann gegen Null, die anderen sagen, die Kurve widersetzt sich seit Mitte der Sechzigerjahre erstaunlich beharrlich dieser Laufrichtung. (...)

 

- Carsten

 

Sorry, mit Verlaub. Mitte der 60er mehr als doppelte Besucherzahlen gegenueber 2018. 

Die Besucherzahlen der Weimarer Republik sind ebenfalls relevant: Mitte der 20er Jahre täglich zwei Mio. Besucher. Vor der Weltwirtschaftskrise und in Friedenszeiten.

 

http://www.erfurt-web.de/Kino_Weimarer_Republik

 

vor 1 Stunde schrieb preston sturges:

Wir hatten z.B. in 2018 ein Open Air Ausnahmejahr und ein Mitbewerber hat die „Segel gestrichen“. 

 

Wie herzlos.

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Die Linse in Weingarten hattte mehr Besucher als im Vorjahr, soweit meine Infos. Nur ist das eben nich vergelichbar, Arthouse kann laufen, und wenn da noch Luft nach Oben war, dann ist das schön. Ich hatte bei meinem Kino in Riedlingen damals kaum die Auswrikungen gesprüt, bei den um die 6.000 Besucher im Jahr auch kein Wunder. Das Mainstream da extreme Modebeeinflussungen aushalten muß, das läßt sich nicht leugnen. Jedoch schaffen die Kinos mit persönlichem Service das wesentlich besser als die 'Abfertigungshäuser'.

Jens

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Ich behaupte auch mal, dass je größer das Kino und je mehr Säle, desto größer das Risiko, Besucher zu verlieren. Wir haben nur einen Saal, insofern war das Risiko bei uns überschaubar und entsprechend gut haben wir das Jahr abgeschlossen. Zum Glück. Aber jetzt fängt es ja wieder von Vorne an. Wie jedes Jahr...

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Wir hatten (in Nürnberg, mit reinem Arthouse-Programm) 9 von 12 Monaten auf Niveau des Mittels der letzten Jahre, teilweise auch deutlich drüber.

 

Die drei schlechten Monate waren der Juni (wenig Angebot - Fußball?), August (klarer Wetter-Effekt - wir spielen selbst kein Open Air, haben da aber im August starke Konkurrenz) und November (schlechtes Arthouse-Angebot - aber auch hausgemacht: wir hatten zwei eigene Festivals, die ok, aber unter Erwartung liefen. Mit Crossover-Einsatz von Der Vorname und Bohemian Rhapsody wäre es anders gelaufen ...).

 

Macht unterm Strich einen Besucher-Rückgang um 2,5 Prozent zu unserem Rekord-Jahr 2017 - damit kann ich leben.

 

Was auffällt:

 

- Wir machen viel mehr Sonderveranstaltungen als vor einigen Jahren, vor allem viel mehr zu Bundesstart-Filmen. Vieles davon ist wenig aufwändig (eine Kooperation mit einem lokalen Verein, ein Filmgespräch, eine Werbe-Kooperation), aber man muss es halt machen.

 

- Im Arthouse schwächeln die europäischen Filme deutlich. Three Billboards, Shape of Water, BlackKklansman funktionieren zuverlässig, aber aus Europa fehlen die Renner.

Unser bester Film war allerdings aus Deutschland: Wackersdorf. Da lagen wir mal in der richtigen Gegend ...

 

- Junges Publikum gibt es - sofern man die richtigen Filme hat. 303, BlackKklansman, aber auch Suspiria etc. funktionieren hier durchaus. Ganz klare Beobachtung hier: Junges Publikum, das in ein Kino wie unseres geht, will OmU oder OV sehen. Ich hatte mehrfach Diskussionen mit Verleihern, warum ich "so viel OmU" spielen will - und die Zahlen haben mir recht gegeben.

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vor 1 Stunde schrieb carstenk:

Jede Lage hat ihre Spezialitäten - Ihr seid z.B. eine im Wachstum begriffene Hochschulstadt. OV/OmU ist da heutzutage fast ein Muss.

 

Ja - wobei ich nicht das Gefühl habe, dass das nur Studenten sind. In Nürnberg sind ohnehin nicht die filmkunst-affinen Studenten unterwegs, die sind leider eher in Erlangen ...

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vor 3 Stunden schrieb macplanet:

Macht unterm Strich einen Besucher-Rückgang um 2,5 Prozent zu unserem Rekord-Jahr 2017 - damit kann ich leben.

 

P.S.: Wenn ich die Publikums-Verachtung der geschätzten Kollegen im Nachbar-Thread so lese, lebe ich sehr gern mit unserem Publikum, ohne Popcorn und stabilen Besucherzahlen ...

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vor 10 Stunden schrieb macplanet:

 

P.S.: Wenn ich die Publikums-Verachtung der geschätzten Kollegen im Nachbar-Thread so lese, lebe ich sehr gern mit unserem Publikum, ohne Popcorn und stabilen Besucherzahlen ...

Ich weiß nicht ob Verachtung die richtige Wortwahl ist. Wir sind sicherlich froh um jeden Gast!

 

Dann ist dien Betrieb anders ausgelegt, was ja auch ok so ist. Ohne die Verkäufe von Popcorn und co würde es bei uns jedenfalls nicht funktionieren.

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Das ist so - und das ist auch gar nicht das Problem. Im Gegenteil: Wir sind froh über die Kundschaft, die gerade kein Popcorn will (und leben ganz gut davon - auf einem bescheidenen Niveau ...).

 

Trotzdem finde ich es befremdlich, das Publikum aufgrund seiner fehlenden Bereitschaft, Zusatz-Umsätze zu generieren, abzuwerten. Jeder Zuschauer lässt Geld da. Und, wichtiger: Jeder Zuschauer macht eine Erfahrung mit dem Ort „Kino“. Bei einem Film wie DJMADFL vielleicht zum ersten Mal seit Jahren. Und kommt dann vielleicht in sechs Wochen mit den Enkeln wieder und kauft zwei Eimer Popcorn. 

 

Für die, die lieber ein Glas Wein „schlabbern“, muss man halt entsprechende Angebote machen. Und, das ist entscheidend: man muss den Ort so gestalten, dass man dahin zurück will.

Das klappt sowohl im Arthouse wie auch im Plex. 

 

 

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Auffällig ist, dass England mit 176 Millionen ein Plus von 7 Millionen Besuchern gegenüber 2017 hat, und damit das beste Jahr nach Besuchern seit 1971.

 

Dabei

- haben die dort die gleichen Filme geguckt wie wir https://www.boxofficemojo.com/intl/uk/yearly/

- hatten die auch eine Fußball-WM (dabei hat die englische Mannschaft anders als unsere sogar bis zum 4. Platz gespielt)

- hatten die dort die gleiche Hitzewelle wie wir

- gibts dort auch Netflix und Amazon

 

Vielleicht eine Reaktion auf den Brexit...

 

Allerdings hatten die z.B. auch in den 80ern schonmal unglaubliche Rückgänge, von denen sich der englische Kinomarkt aber sehr viel deutlicher erholt hat als der deutsche seit den 60ern.

 

https://www.launchingfilms.com/research-databank/uk-cinema-admissions

 

- Carsten

 

 

 

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vor 4 Stunden schrieb carstenk:

Auffällig ist, dass England mit 176 Millionen ein Plus von 7 Millionen Besuchern gegenüber 2017 hat, und damit das beste Jahr nach Besuchern seit 1971.

 

Vielleicht kann man es auf die zwei Sätze runterbrechen?!

 

Der Engländer feiert gern und geht viel aus, der Deutsche jammert gern und bleibt zuhaus´.

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vor 14 Stunden schrieb carstenk:

Auffällig ist, dass England mit 176 Millionen ein Plus von 7 Millionen Besuchern gegenüber 2017 hat, und damit das beste Jahr nach Besuchern seit 1971.

 

Auch in den USA war es ja ein Rekordjahr.

Das Problem scheint zu sein, dass die großen Franchises in den englischsprachigen Territorien (noch?) funktionieren, in Deutschland aber nicht - und es keine nationalen Alternativen gibt, die das auffangen könnten.

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Dass die Engländer mit US Inhalten mehr anfangen können, kann ich mir durchaus vorstellen. Vieles, was die packt, geht hier in anderem kulturellen Zusammenhang oder in der Synchronisation unter. Aber man sieht eben auch, dass die Engländer grundsätzlich doppelt bis dreimal so oft ins Kino gehen gegenüber den Deutschen.

 

In letzter Konsequenz sind's halt mehrere Faktoren, die 2018 zusammen kamen.

 

- Carsten

 

 

 

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Die Deutschen "fressen" eben nicht alles was man ihnen vorwirft. Die ganzen Marvelfilme und die immer mehr werdenden Fortsetzungen ... oft habe ich im letzten Jahr gehört, wann mal wieder etwas interessantes an Filmen kommen würde.

Man sieht ja, die Leute gehen ins Kino. Siehe "Junge muss an die frische Luft" und "Grinch". Die Filme müssen stimmen.

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Ja, auf jeden Fall, die Leute kommen in die Kinos - aber  wie du schon geschrieben hast, nicht zu der X-ten Fortsetzung von irgendwas, dieses ganze Marvel - Zeug läuft bei uns

eigentlich nie, und schon seit längerem langweilt es unser Publikum.

Genauso wie z.B. Bumblebee, das ist doch die Story  ausgekaut, nur die Hauptdarsteller werden ausgetauscht, und weiter gehts.... dass lockt doch niemanden mehr ins Kino.

Der Junge ist mal wieder ein wirklicher Ausnahmefilm, Top umgesetzt, mit guten Drehbuch und Regie, da hat man sich Zeit genommen und Gedanken gemacht bei der Umsetzung. 

Das Publikum ist grundsätzlich auch dankbar für deutsche Produktionen - nur müssen sich die Regisseure und Filmemacher aus dem Dunstkreis von Schweiger und Schweighöfer lösen, so zumindest meine Meinung...

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Bei Disney werden Realfilme zu Animationsfilmen und Animationsfilme zu Realfilme, leider nichts neues. Die ganzen Kreativen Filmemacher laufen zu Amazon und Netflix weil sie dort die volle kreative Freiheit haben und auch mal was neues versuchen können. Ich bin sehr froh meinen Pachtvertrag vor 2 Jahren nicht verlängert zu haben und freue mich über meine schöne Zeit ohne viel Ärger. Ich wünsche euch noch ein erfolgreiches 2019 und das eure Filme besser laufen als 2018

 

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Bei uns nach Besuchern ca. -13% in der Mainstreamsparte gegenüber dem Schnitt aus 2016 und 2017. 2015 war ja bei uns wie bei allen ein ziemliches Ausnahmejahr gewesen. Wenn wir unsere separat laufende Arthausschiene mit einrechnen, die kaum was verloren hat, ist es über alles eher ein einstelliges Besucher Minus.

 

Allerdings auch nur einem starken Dezember 2018 zu verdanken, in dem wir als Nachspieler noch ein paar Sahnestückchen hintereinander spielen konnten.

 

Bei Umsatz und Gewinn sicher kein nennenswerter Rückgang, da wir immer mehr Sonderveranstaltungen ausserhalb des regulären Kinoprogramms haben. In dem Bereich sehe ich auch unsere einzige Chance, etwas unabhängiger von Filmen und Verleihkapriolen zu werden.

 

- Carsten

 

 

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