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schmalfilm-Kanal mit neuem Film von Patrick Müller


Jürgen Lossau
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Mir ist es eben immer wichtig, bislang als gegeben Angenommenes in Frage zu stellen und immer wieder neu sehen zu lernen. Und da spielt die strenge Form eine Rolle, die diese Texte, die mir ungeheuer wichtig sind, aufknacken und für neue, sinnliche Erfahrungen, aber auch Reflexion zugänglich zu machen. Denn nur dann, wenn Literatur und Kunst einen etwas angehen, aufwühlen, und man selbst nachdenkt über die Welt, die einen umgibt, hat sie ihren schönen Zweck erfüllt. Und weil die Realität doch sehr vielschichtig ist, und es nicht nur eine Wahrheit gibt, sind meine Filme bewusst offen in der Deutung. Der Zuschauer muss dabei selbst aktiv werden. Dieser Gedanke, dass das Schöpferische eine Lösung aus all der gegenwärtigen Misere sein kann, behandeln meine zwei frühen Essayfilme COMMENT-EST-IL POSSIBLE und vor allem LE TEMPS DE L'AMOUR. Alles was folgte, basiert gewissermaßen auf diesen beiden filmischen Manifesten, die noch stark von Godard beeinflusst waren.

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dein film hat in m i r ausgelöst, dass ich meine brücke bände aus dem schrank geholt habe und immer und immer wieder darin herumblättere. durch zufall viel mir mal ein br3 film aus den 80er jahren in die hände, über murnau und den blauen reiter. das läuft in der s-bahn jetzt täglich in meinem mobiltelefon ab.

 

übrigens. im bauhaus museum in berlin gibt es derzeit eine kandinsky ausstellung.

 

inspirierend das ganze. mut zum scheitern und versagen, freue ich mich jetzt aufs filmen, sicher am wochenende irgendwo in sachsen oder in berlin.

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  • 3 months later...

Hier ein kleiner Filmversuch, den ich diesen Juli gedreht habe. Eine filmische Mahnung mit fragilen Nachtkerzen auf einem Schutthaufen, worin Andreas Gryphius (1616–1646) im Alter von zwanzig Jahren über den um ihn herum tobenden Krieg, Natur und die Nichtigkeit von Menschengeschaffenem reflektiert.

Zudem meine erste eigene Kodak Vision3 50D-Entwicklung in C-41. Irgendwas ist aber schiefgegangen, das Rem-Jet ist ungeheuer dick und stark bei diesem Film. Bei Fuji-Negativ-Material ging das Zeug viel besser runter. Trotzdem bin ich ganz glücklich mit dem Resultat, dessen Kratzer und Schrammen ganz gut zum Thema passen. Kamera: Nizo Professional, Transfer: Ochoypico, Madrid.

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Diese letzte Produktion könnte auch mit Pistenton in der Projektion laufen! Das finde ich sympathisch

Ich finde es nicht unproblematisch, etwas auf Film zu drehen(Filmlook???) , dann abzutasten und am Rechner wie ein Video zu schneiden, oder vielleicht auch nur den Ton, der dann wie gewohnt exakt im Rhythmus platziert werden kann.

Klar, am Schneidetisch mit 16mm und Perfoband kann das auch geschehen, aber wer macht das noch?

Denn dann müsste für die Projektion entweder noch ein Pistenton auf die Randspur oder ein Zweibandprojektor her...

Also, wie vertont ihr eure Analog-Produktionen ohne Rechner?

Bei 8mm sehe ich da in erster Linie den Pistenton mit entsprechendem Aufnahmeprojektor.

Bei 16mm hatte ich das auch mal versucht mit einem entsprechenden Bauer P5.

Das hat mir aber schon einige Schrammen und Filmrisse bei der Vertonung gekostet. Und das leider beim (Umkehr-) Original versteht sich.

Also nicht die beste Lösung.

Aber mit der Hybriddtechnik via Rechner gefällt mir das irgendwie nicht.

Analog-Film sollte durchgehend (workflow) bis zum Schluss (Projektion) analog bei mir bleiben...

Edited by St1600 (see edit history)
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Danke für die Rückmeldung. Das sehe ich ähnlich, möglich wäre es. Allerdings ist der Kostenaufwand im Hobby doch erheblich, hier noch Positivkopien zu ziehen. Es ist allerdings auch so, dass abseits von Liebhaberkreisen kaum ein Filmfestival noch Analogkopien mit Pistenton fordert. In diesem Herbst werden einige Analogfilme von mir europaweit auf fünf Festivals gezeigt, und alle akzeptieren nur HD-Digitalmaster, möglichst per Onlineversand mit Wetransfer. Es reizt mich schon sehr, es mal mit Pistenton zu versuchen, aber mangels Kenntnis und Technik muss das noch etwas warten. Ich bleibe aber dran.

Edited by Patrick Müller (see edit history)
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Werden bei den fünf Festivals denn nur Projekte gezeigt, die auf Film aufgenommen wurden?

Denn bei "Normal-Video " kann ja jeder mit seinem handy locker mitmachen, wenn er sich inhaltlich qualifiziert...

Na, denn...

Gruß

.. Und viel Erfolg bei Deinen Teilnahmen!

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Werden bei den fünf Festivals denn nur Projekte gezeigt, die auf Film aufgenommen wurden?

Nein, dann würde es bald keine Festivals mehr geben ;-). Film ist in der Minderheit und ein Teil aus allem Möglichen geworden: Video, DSLR, Animation, Super8, 16mm, 35mm - alles hat seine Berechtigung, je nachdem, was der Regisseur für seine Aussage intendiert hat. Das ist das Schöne heute: es ist für jeden etwas dabei. Und es stimmt: selbst Jean-Lud Godard hat mit 80 seinen großartigen 3D-Film ADIEU AU LANGAGE mit einer Mischung verschiedener Kameras gedreht, vom Handy bis zu zwei zu einer 3D-Kamera zusammengeschraubten Canon 5D. Alles ist möglich! Es gibt zwar auch Schmalfilmfestivals wie Weiterstadt oder Dresden, aber dort wird es auch zunehmend digitaler.

Edited by Patrick Müller (see edit history)
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Und wieder was Neues, diesmal ein kleines „Bewegbild“ nach einem Text von Andreas Gryphius. Gefilmt mit meiner Krasnogorsk3 und umgespultem Kodak Vision2 100T Rohfilm. Meine erste Handentwicklung eines 16mm-Films in C-41, und erstmals filmen mit dieser Kamera.

Edited by Patrick Müller (see edit history)
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  • 2 weeks later...
  • 1 month later...

Manchmal kann beim Entwickeln auch etwas schiefgehen. Letzten Juni hatte ich mich ja mal in Single-8 versucht, Knut aus dem Forum hat mir freundlicherweise eine Kassette Fujichrome versorgt. Beim Crossentwickeln hatte ich Schussel aber zu wenig Flüssigkeit im Lomo-Tank wodurch ein tanzendes, rhythmisches Lichtspiel mit vielen Schatten der Motive entstanden ist. Ein schöner Tag war es, an dem ich zum ersten Mal die AX100 ausprobiert habe: Sonne, Wolken und Seifenblasen. Auch meine liebe Katze, die auf dem Film aus allen Ecken durchs Bild läuft und die es heute leider nicht mehr gibt machten diese 15m-Schmalfilm zu einer unvergesslichen Erinnerung. Hier der Versuch eines Resultates. http://vimeo.com/113052952

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am Schluss sieht man sogar kurz was..... ;-)

 

Ach ja...solche misslungene Sachen (zumeist mit abgelaufenem Material) habe ich auch zuhause...Moviechromes die als Neuinterpretation von "Blue" von Derek Jarman durchgehen könnten.

 

War es ein R25 (alt) oder ein R25N ?

 

Ein moderat überlagerter R25N bringt -umkehrentwickelt bei Retro8- erstklassige Ergebnisse.

Angesichts des aktuellen Stands bei Farbumkehrmaterial wäre das ein Frevel, die zu crossen.

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  • 1 month later...

Neu:

I UNGDOMEN („In der Jugend“): Filmgedicht von Patrick Müller nach Gedanken des schwedischen Dichters Gustaf Fröding (1860–1911) über Jugend, Aufbruch und die erste Liebe. Deutschland/Schweden, 2015, 16mm, 3 Min.

Text: Gustaf Fröding, Specher: Klaus-Rüdiger Utschick, Kameratyp: Krasnogorsk-3, Filmmaterial: Fuji Eterna 250T, Entwicklung (C-41): Patrick Müller, Telecine: Ochoypico, Madrid. Gefilmt am Laxsjön, Västergötland, 2014. Deutsche Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des Anacreon-Verlages.

 

Edited by Patrick Müller (see edit history)
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Danke! Ja, den besten Filmlook erzielt man immer noch mit echtem Film. Der Negativstaub und die Unvollkommenheiten bei der Selbstentwicklung geben auch eine besondere Atmosphäre, die man sicher digital auch mit den besten Filtern nicht nachahmen kann. Eigentlich müsste man Fuji ja mit ECN-2 entwickeln, ich habe aber aus Verfügbarkeits- und Kostengründen mit C-41 entwickelt. Das Material ist Rohfilm von 2006.

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Schöne Umsetzung, nicht nur künstlerisch!

 

Ich finde die Farben gar nicht so falsch, wie ich es bei Verwendung eines "falschen" Entwicklungsverfahren vermutet hätte. Es wäre ja mal interessant, mit einer ECN-Entwicklung zu vergleichen.

Hast Du eigentlich einen Filter verwendet? Eterna 250T ist ja vermutlich kunstlichtoptimiert (T=Tungsten?).

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Ja, den besten Filmlook erzielt man immer noch mit echtem Film.

 

Nur echter Film bringt Filmlook. Alles andere ist nachgemacht und Fake und fällt letztlich negativ auf.

Sehr schön.

Aber, Patrick - so langsam müssen in Deinen Filmen mal ein paar Menschen auftauchen, in deren Gesichtern und Augen, Körpern und Händen und Gesten sich die Gefühle und Regungen der Gedichte widerspiegeln, die Du uns so schön nahebringst.

Dann wird aus den relativ starren Einstellungen ein bewegter und im besten Fall bewegender Film - ein "motion picture".

 

"Film is like a battleground. Love. Hate. Action. Violence. Death. In one word . . . emotion."

Sam Fuller in "Pierrot Le Fou"

Edited by k.schreier (see edit history)
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