Zum Inhalt springen

TATORT - Aufnahmeverfahren


Empfohlene BeitrÀge

Geschrieben

Hallo zusammen,

 

kann mir jemand sagen, wie die TATORT Folgen aufgenommen wurden/wird?

 

Ich gehe stark davon aus, das man frĂŒher 16mm verwendet hat, und heute?

Geschrieben

Richtig, 16mm.

 

heute meist Arri Alexa, da man mit der RED nur mieserable Erfahrungen gemacht hat.

Ab und an wird noch auf 16mm gedreht, Arri bietet nachwievor alles im 16mm Bereich an.

Geschrieben

Hallo.

 

UrsprĂŒnglich war es 35 mm Film. Irgendwann Ende der 70er dann Umstellung auf 16 mm, was aber die Auflösung des PAL Systems mit seinen 11.000.000 Lichtpunkten nicht befriedigt. In der Presse beschwert sich das Fachpublikum und der Zuschauer, wie z.B. in der Funkschau ĂŒber "Fernsehbilder von echtem Schrot und Korn".

Bei 16 mm ist es dann geblieben, die GĂŒte war halt hin, aber die Kostenseite auch ein Faktor, der zunehmend Bedeutung gewann. Andererseits wurden die Filmmaterialien auch besser. 16 mm ist halt die Untergrenze fĂŒr 625 Zeilen. Der Zuschauer nahm den Unterschied wahr, weil die auf Feinkorn Film gelieferten 35 mm Werbespots aus dem Filmgeber im Vergleich glatt und brillant wirkten.

Und irgendwann dann Digital, doch Dank digitaler Ausstrahlung im Artfeaktsystem DVB merkts keiner mehr, es sieht jetzt absolut grottig aus.

 

Abschalten des ganzen Systems, meine Devise, obschon ich ja inderekt von denen lebe...

 

St.

 

So ist

Geschrieben
Irgendwann Ende der 70er dann Umstellung auf 16 mm, was aber die Auflösung des PAL Systems mit seinen 11.000.000 Lichtpunkten nicht befriedigt.

 

Was meinst du denn damit?

 

Nach der EinfĂŒhrung von Super-16 und mit moderner Abtastertechnik gab es sogar ganz hervorragende QualitĂ€t vom Schmalfilm. Habe ich oft genug direkt vom Abtaster gesehen (Farbnegativabtastung S-16). Wobei die Fernsehkrimis mit ihren kranken Farben (hurra, wir können es alles ekliggrĂŒn drehen!) mich persönlich dazu bringen, lieber auf die Uralt-Kirch-MAZ eines beliebigen italienischen Sandalenfilms mit eingestanzten Ü-Zeichen und verregneten Rollenenden umzuschalten, bevor ich kotzen muß.

 

Egal ob Film oder Digital, die meisten Fernsehkrimiregisseure waren/sind unfĂ€hig, in Bildern zu erzĂ€hlen (man beachte den Quotenanteil im Regiefach) und viele Kameraleute können gar nichts anderes beleuchten (ausleuchten wĂ€re schon geschmeichelt) als die drei Standard-Krimisituationen. DafĂŒr wird schön modern verzittert und fleißig SchĂ€rfe gezogen, wĂ€hrend hinten die Fenster gleißend ausfressen. Hm, fein....

  • Like 1
Geschrieben

Die Anzahl der Lichtpunkte, die das Verfahren wiedergeben kann, errechnet aus Zeilenzahl und Bildfrequenz, wie im Handbuch fĂŒr dxen Funkbeamten zu finden.

 

Es muß wohl tatsĂ€chlich mal einen sichtbaren Unterschied zwischen 16 mm und 35 mm gegeben haben, bewußt gesehen hab ich das nicht, da war ich zu jung. Aber eine Fachartikel aus der Presse der Zeit hab ich noch, mit den Beschwerden.

 

Mit den Fernsehkrimis stimme ich Dir zu. Fersehen, und nicht nur Krimis, auch Fernsehspiele leiden unter massiver Unlust die Arbeit richtig zu machen. Kamera, Licht, Spielleitung, Fremdworte. BeschrÀnkte Dynamik einer Digital Video Kamera? Was ist das? Das Gesicht kann man doch sehen. SchÀrfenpunkte setrzen? Wozu.

 

Ein Elend, und daher sofort abschalten, und zerstören.

 

St.

Geschrieben

PAL Systeme mit 11.000.000 Lichtpunkten? Ich denke ein Komma ist um 2-3 Stellen verrutscht.

Analoges PAL hat 575 (sichtbare) Zeilen, und wie Stefan richtig schrieb keine definierte Pixelzahl. Ich bezweifle aber dass es incl. BandbreitenbeschrĂ€nkung und Störungen auf der Luftschnittstelle (terrestrisch) ĂŒber 720x575 hinauskommt. DafĂŒr ist 16mm locker gut genug, wenn man es in der Abtastung nicht versaut (zB in den gruseligen Telecine-Chains).

 

Aber es kann sich ja jeder selbst ein Bild machen, dank hochwertiger analoger Scans&Abtastungen des alten Materials.Schaut euch mal neue Abtastungen/Scans an zB von "Die Welt am Draht" (Ektachrome) oder z.B. die HD Version des Band Aid Videos (16mm Negativ). Ich denke danach erĂŒbrigt sich jede Diskussion. Wobei bei "Welt am Draht" ein Degraining drĂŒberlief, muss man der Fairness halber erwĂ€hnen.

 

dbx1000

Geschrieben
Wobei die Fernsehkrimis mit ihren kranken Farben (hurra, wir können es alles ekliggrĂŒn drehen!) mich persönlich dazu bringen, lieber auf die Uralt-Kirch-MAZ eines beliebigen italienischen Sandalenfilms mit eingestanzten Ü-Zeichen und verregneten Rollenenden umzuschalten, bevor ich kotzen muß.

 

100% Zustimmung!!!!!!

Geschrieben

Richtig, 16mm.

 

heute meist Arri Alexa, da man mit der RED nur mieserable Erfahrungen gemacht hat.

Ab und an wird noch auf 16mm gedreht, Arri bietet nachwievor alles im 16mm Bereich an.

 

Grad lÀuft im NDR ein Tatort aus 2009, gedreht auf S16mm.

Die Kamerafrau hat auch noch 2011 mit S16 gearbeitet. Interessanterweise mit der SR3, nicht mit der 416. Chris, kannst Du da vllt. was zu den Unterschieden sagen...?

 

Bei crew-united.de gibts hÀufig auch Infos zum verwendeten Equipment.

Geschrieben

Richtig, 16mm.

 

heute meist Arri Alexa, da man mit der RED nur mieserable Erfahrungen gemacht hat.

Ab und an wird noch auf 16mm gedreht, Arri bietet nachwievor alles im 16mm Bereich an.

Das sich das GerĂŒcht RED Kameras wĂ€ren so problematisch nach ĂŒber 6 Jahren immer noch so in den Köpfen fest sitzt, kann ich irgendwie nicht verstehen.

Ich arbeite als Kameraassistent auch lieber mit der ARRI Alexa, aber die alte R1 mit neuem Sensor und die EPIC haben auch ihre Berechtigung und sind sehr gute Werkzeuge.

 

Was den Tatort angeht, so wurde hier im SĂŒdwesten noch bis 2013 Tatort auf S16 und "SchĂ€tze der Welt" teilweise auf 35mm gedreht.

Kann man manchmal gar nicht glauben das eine Sendeanstalt neben den vielen SR2 & 3, einer BL3 auch noch eine Arrilfex435 haben.

Leider ist mit der Schließung des hauseigenen Kopierwerks sogar im Schwarzwald der Zug fĂŒr Filmmaterial abgefahren.

Mit der 416 wurde hier meines Wissens leider nie gedreht, da man die Anschaffungskosten im Jahr 2007 kurz vor dem HD Wechsel als zu Hoch erachtete

und die Wartung der analogen Kameras im Sender ganz gut im Griff hatte.

In dieser Sendeanstalt gibt es bis Heute noch Negativcutter und von jedem analogen Film somit einen Negativschnitt zu Sicherheit.

Bei den Tatorten kann man davon halten was man will, aber das 35mm 4Perf Material der Sendung "SchĂ€tze der Welt" ist hier fĂŒr die Nachwelt genau richtig aufgehoben.

 

Gearbeitet wird hier jetzt mit den Alexas, F3, FS700 und PDW F800/700. Beim Tatort ist die Alexa natĂŒrlich die Hauptkamera.

 

Bei allen anderen Tatort-Produktionen wird aber auch meist zur Alexa Plus gegriffen(ca. 80% aller Produktionen), da diese ein Zusatzmodul fĂŒr FunkschĂ€rfe und anderes Zubehör hat.

Manchmal kommt aber auch eine Red EPIC, Sony F3 um vermehrt auch der Nachfolger die F5 oder gar F55 zum Einsatz.

 

Als B-Kamera oder fĂŒr die 2.Unit kommt hiert die Canon C-Serie, Sony FS-Serie und diverse VDSLRs(Canon 5D, 7d, uvm) zum Einsatz.

Diese haben meist eine Mount-Adapter auf Arri-PL oder sind teilweise schon mit diesem Mount modifiziert worden.

 

Leider wurden die letzten S16 Produktion nicht mehr so gut abgetastet und danach durch ein De-Grain und Highpass/Kantenhebung meiner Meinung unnötig vermatscht.

Habe in meiner Studienzeit ein paar Filme auf s16 gedreht und als Kameraassistent ein paar tausend Kilometer an Filmmaterial in der Hand gehabt und finde schade, das man dieses Format so frĂŒh aufgegeben hat. Die Kodak Vision3 Emulsionen und auch die neuen Fujis waren der Absolute Hammer.

 

Noch eine Sache zu Tatort und Aufnahmeformat, so wurden immer mal wieder in der 80er, 90er und 2000er Jahren bestimmte Tatorte auch auf S35mm gedreht.

Hab das mal von einem Àlteren Kollegen erzÀhlt bekommen, das sich diesen Luxus der eine oder andere Kameramann leisten durfte.

Nach der Jahrtausendwende hat man das aber dann aus Budget GrĂŒnden und den bessern Emulsionen und Optiken wegen, sein gelassen.

  • Like 2
Geschrieben

Grad lÀuft im NDR ein Tatort aus 2009, gedreht auf S16mm.

Die Kamerafrau hat auch noch 2011 mit S16 gearbeitet. Interessanterweise mit der SR3, nicht mit der 416. Chris, kannst Du da vllt. was zu den Unterschieden sagen...?

 

Bei crew-united.de gibts hÀufig auch Infos zum verwendeten Equipment.

Die 416 ist eine nochmals modernisierte Variante mit vielen Gleichteilen aus dem 35er Segment (Sucher, Spiegelblende, Videoassist, LCU...und eine reine S16 Kamera, ohne Möglichkeit, auf N16 RĂŒckzurĂŒsten. Aber wie Valentino schon schrieb, die Anschaffungskosten und der ungĂŒnstige Zeitpunkt waren hier hinderlich. Die Fernsehanstalten waren damals gerade auf der "Video ist sooo geil" Welle, die gottseidank wieder abgeflaut ist.

 

Dass die REDÂŽs mist sind, weis ich aus eigener, leidlicher Erfahrung, ĂŒbrigens bei Tatort-DrehÂŽs. Die Kamerafrau fluchte und schimpfte, was das Zeug hielt. FĂŒr die geplanten Szenen. 5 Minuten ohne Schnitt mit einer einzigen Kamerafahrt (Ă€hnlich wie "unfinished sympathy" von Massive Attac) ging einfach nicht, da sich die Mistkiste irgendwann mittendrin abschaltete.

 

Ich nehme an, dass Valentino vom SWR spricht, das wÀre dann das einzige Sendeanstalteigene Kopierwerk gewesen, mitlerweile ja nun auch Geschichte, leider.

Geschrieben

Haben die auch inzwischen ihr hauseigenes Kopierwerk in Baden - Baden geschlossen? Das haben die doch erst so vor etwa 15 Jahren neu gebaut, oder wie war das?

 

Gruß

Martin

Geschrieben

Hallo,

 

Als Kameramann mit unter anderem 20 Tatorten auf der Filmographie ein paar Anmerkungen :

 

Also das SWR Kopierwerk, das, wie Martin sagte, noch sehr spÀt, als andere Anstalten

schon Ihre 16mm Anlagen einstellten, noch auf 35mm umbaute, ist mittlerweile auch

eingestellt.

Ansonsten gab es bei keiner Fernsehanstalt jemals ein 35mm-Farblabor. Da der erste Tatort

1970 gedreht wurde, also 2 Jahre nach Start des Farbfernsehens, wurden alle Tatorte auf

16mm gedreht. Ganz wenige, ein einer Hand abzÀhlbare, wurden auf 35mm gedreht, da dies

dann als Fremdleistung extrem die Kosten hochtrieb. Selbst prominentesten Gast-"Starregisseuren"

gelang es nicht, 35 durchzusetzen. So z.B. 1973 Samuel Fuller (Tote Taube in der Beethovenstraße)

mußte sich mit 16mm begnĂŒgen. Ich selbst habe mit Georg Tressler (Die Halbstarken, Enstation Liebe,

Das Totenschiff) noch 1984 einen Tatort (GeburtstagsgrĂŒĂŸe) sogar noch auf AGFA-Umkehr 6.02 drehen

mĂŒssen. Je nach BudgetgrĂ¶ĂŸe konnte man in den 70ern, aber nur nach zĂ€hen Ringen mit den Herstellungsleitern,

gelegentlich 16mm Negativ/Positiv, was auch schon zum Teil Fremdleistung war, da die meisten Anstalten

Ihre Hauslabore nur auf Umkehr eingerichtet hatten, da dies der Basis- BildtrĂ€ger fĂŒr die AktualitĂ€t und Dokus war.

Erst Anfang der 80er mit dem Aufkommen der Negativ-Direktabtastung mit Wetgate, war der Weg frei fĂŒr

16mm Negativ und damit auch ein leistungsfÀhiges colormatching.

 

Das SWR-Labor war schon in den 70ern immer etwas vorraus. So habe ich dort 78 das erste mal auf FESE

Pressluftabtaster ein Umkehr-Fernsehspiel gematcht, wobei die Daten noch auf Lochstreifen !!! gestanzt

wurden, was bedeutete, das es kein Rangieren gab. Wenn man etwas nachkorrigieren wollte musste man

ganz von vorne anfangen, da ja die gestanzten Löcher nicht zu "löschen" waren. Aber auch der Abtaster

wĂ€re bei RĂŒckwĂ€rtslauf mit Nassklebestellen ein hohes Risiko gewesen.

 

Dann setzte sich ab Anfang der 90er noch S16 wegen PAL+ langsam, viel zu langsam, durch. Die spÀte

35mm/color Investition beim SWR wurde durch das nahende HD begrĂŒndet. Man wollte fĂŒr die

Zukunft gerĂŒstet sein, ahnte aber nicht, dass die hochauflösende digitale Kamera so schnell den

Markt erobern sollte.

 

An Kameras habe ich alles eingesetzt, was die Innovationen hergaben. Ich habe Tatorte und FS-Spiele

gedreht mit (in chronologischer Folge) : Arri 16BL / Mini-Eclair ACL / CP-GSMO (8 Jahre lang, ein super Teil)

dann die große CINEMA PRODUCTS / Panavision Elaine / und erst ab 1992 ARRI SR2 und SR3 fĂŒr S16.

 

Wenn Interesse besteht, könnte ich fĂŒr alle Modelle in meine Bilderkiste greifen.

  • Like 2
Geschrieben

625 x 50

 

Mit "625 x 50" ist es wie mit "42". Es ist eine schöne Antwort, nur wie ist die Frage dazu? ;-)

SCNR!

 

Aber mal ernsthaft:

Bandbreite ist endlich, auch bei analogen Systemen. Aus meiner Erinnerung unterstelle ich einer 1"-MAZ im C-Format mal eine Auflösung von etwas ĂŒber 500 Linien bei 625 Zeilen. Davon kamen bei der terrestrischen Ausstrahlung vielleicht 350 Linen je Zeile beim Zuschauer an. Der Rest war Reserve fĂŒr Verluste bei der Kopierung und im Übertragungskanal.

 

Von den 625 Zeilen sind nur ca. 576 Zeilen sichtbar, von den ca. 500 Linien kamen nur ca. 350 beim Zuschauer an. Das ergibt dann eine Auflösung von 201.600 Bildpunkten.

Rechnen wir nun die Farbe hinzu, so können wir fĂŒr jeden Farbkanal nur mit 288 Zeilen rechnen, da PAL die Farbinformation ĂŒber 2 Zeilen mittelt. Diese fĂŒr zwei Zeilen gĂŒltige Farbinformation wird in beiden Zeilen ĂŒbertragen, jedoch in der zweiten Zeile um 180 Grad phasenverschoben.

Dies machte PAL unanfÀllig gegen Farbfehler, mit denen Systeme wie NTSC (Never The Same Color) deutlich zu kÀmpfen hatten.

 

Aber selbst wenn wir mit 625 Zeilen, 500 Linien und der vollen Auflösung der Farbinformation rechnen, also 625 * 500 * 3, kommen wir nur auf 937.500 Bildpunkte.

 

UnabhĂ€ngig davon gebe ich Stefan aber recht, daß der Unterschied zwischen 35mm und 16mm im PAL-TV deutlich sichtbar war.

Allerdings muß man (wie Klaus Peter oben schon geschrieben hat) differenzieren zwischen 16mm Positiv aus 1970 und Super16 Negativ aus 2014.

PAL war nicht so gut, 16mm war damals so schlecht!

 

 

Gruß

 

Salvatore

  • Like 1
Geschrieben

Der wert mit "11 Mio" Bildpunkten ist wohl etwas plakativ gewĂ€hlt, und resultiert wohl daraus, daß man Analoge Systeme mit endlicher Bandbreite nicht mit digitalen System, fester Rasterung und ebenfalls endlichem Spektrum vergleichen kann. Nachvollzogen kam ich irgendwie so dahinter 16,25 kHz Horizontalfrequenz soll wohl je Schwingung 1 Lichtpunkt ergeben, multipliziert mit 625 Zeilen.. nun ja, stimmt.

Damit sollte der "Stolz des FunkĂŒbertragungsbeamten" herausgestellt werden.

Ist aber halt nur die halbe, unwissenschaftliche Wahrheit, und steht auf der gleichen Stufe, wie die CO2 Lehre des Klimawandels von Heute.

 

Mir war eigentlich nur wichtig, die manfgelhafte GĂŒte des kopierten Films der Vergangenheit zu zeigen, wo 35mm Kopie PAL gut erfrĂŒllte, und 16 mm halt viel zu schlecht war. Die heutige Limitation liegt dann im DVB System, nicht in der Produktionstechnik.

 

St.

Geschrieben

Die Weiterentwicklungen in der Emulsionstechnik haben in der Vergangenheit auch fast grundsĂ€tzlich dazu gefĂŒhrt, dass eben kaum die feinkörnigeren Emulsionen verwendet wurden, sondern die Hemmschwelle sank, die 500er zu verwenden. Und das sieht man dann eben doch, allemale bei 16mm. Ausserdem wird im Serienalltag eben auch etwas nachlĂ€ssiger gearbeitet und eine fehlbelichtete Szene dann nicht neu gedreht, sondern 'gerettet'.

 

- Carsten

Geschrieben

Ich kann mich nur an manche "Schimanski" Tatorte erinnern, in der die Körnigkeit doch sehr grob erschien.

 

In den WA's sah man seinerzeit auch ab und an mal ein wenig Dreck auf der Kopie. Finde das aus heutiger Sicht zum Schmunzeln.

 

Auch an Überblendzeichen bei den XY Filmchen (seinerzeit mit Ede Z.) kann ich mich erinnern. DafĂŒr waren die Filmchen seinerzeit "brutal". Hab mich immer hinter dem Sofa versteckt, so gruselig fand ich das.

 

Wurde denn Raumpatrouille Orion auf 35 gedreht? Und gab es davon auch 16er Kopien? Wenn ja in welcher Auflage und wer hatte diese?

Geschrieben

Ja! Die Kopien fĂŒr die Kinos waren natĂŒrlich auch 35er.

 

Nochmals, bis zur EinfĂŒhrung der Farbe wurde alles Szenische ( Fernsehspiel, Musikschow etc.) prinzipiell auf

35mm gedreht und alle Anstalten, auch die kleinsten wie RB und SR hatten eigene 35mm Labore neben den

16mm Anlagen. !6mm s/w war immer in Umkehrversion (aktuelles) Neg/Pos. Version fĂŒr Dokus vorhanden.

Gesendet wurde vom LC Positiv und nur gelegentlich, auf Intervention von FS-Spielchefs und Regisseuren

auf Kinoprintmaterialen, um die steilere Gradation als dramaturgisches Mittel zu nutzen. Dies war jedesmal

ein Kampf mit den allmÀchtigen Technikern, die immer mit dem begrenzten Kontrastumfang des Video-

systems argumentierten.

Geschrieben

Was ist eigentlich aus dem SWR Kopierwerk geworden? Entsorgt oder nur eingemottet?

Anscheinend an die Inder verkauft, habe das nur am Rande mal von einem Produzenten mitbekommen und bin mir da nicht so sicher ob das stimmt.

Die Telecine steht definitiv noch im Sender und Kodak Material soll auch noch etwas vorhanden sein ;-)

In Baden-Baden gab es auch nie eine 35mm Kopiermaschine und Umkehrmaterial wurde nur ungern eingesetzt.

Die letzten Kunden des Kopierwerks waren die umliegenden Film und Medienhochschulen, die Soko-Stuttgart, MFG geförderte Projekte und die eigenen Tatort und Doku Formate.

 

Was die R1 angeht so kenne ich die von dir beschriebene Probleme, aber diese gibt es definitiv seit fĂŒnf Jahren nicht mehr!!!

Mit ĂŒber fĂŒnfzig Red Produktionen kannst du mir das gerne glauben.

Hatte erst letzten Sommer eine drei Wochen lange Produktion mit einer alten R1 MX bei 36 bis 38 Grad im Schatten und lÀngeren Einstellungen.

Die Kamera ist uns keine einziges Mal abgestĂŒtzt. Leider bleiben negative Erlebnisse lĂ€nger im GedĂ€chtnis als Positive.

Alle Hardwarefehler wurden von Red spÀtesten nach dem Umstieg auf den Ende 2009 erschienen MX-CMOS Sensor behoben.

Leider gibt es immer noch ein paar "Vögel" die die R1 mit altem M-Sensor verleihen oder an Unwissende verkaufen und die dann mit den Problemen von vor Jahren zu kÀmpfen haben.

Geschrieben

Leider gibt es immer noch ein paar "Vögel" die die R1 mit altem M-Sensor verleihen oder an Unwissende verkaufen und die dann mit den Problemen von vor Jahren zu kÀmpfen haben.

 

Dann denke ich eher, dass es daran gelegen haben muss. So anfĂ€llig, wie die damals beim Dreh war, sowas hab ich noch nie erlebt, alles ĂŒber 40 Sekunden war faktisch nicht zu schaffen. Die Austauschkamera, ebenfalls eine R1 konnte dann immerhin schon 70 sekunden... leider weis ich den Verleih nicht mehr, das wĂŒrde sicher enorm helfen

Geschrieben

@valentino,

 

Du schreibst : "In Baden-Baden gab es auch nie eine 35mm Kopiermaschine und Umkehrmaterial wurde nur ungern eingesetzt."

 

1. Du meintest natĂŒrlich, dass es nie eine 35mm Farb-Kopierung gab. Warum auch, 35mm wurde erst installiert, nachdem die Negativabtastung schon Standard war.

2. Zu S/W Zeiten wurden ausschließlich Kopien gesendet, 16mm wie 35mm !

3. Millionen km von s/w und Farb-Umkehr wurden entwickelt und auch kopiert (meist nur fĂŒr Arbeitskopien, die aber in gleicher Menge wie das Unikat, da Ausmustern teurer war). Der damalige Kopierwerkschef Herr Grohm

hatte den Reversal Prozess besser in Griff als die meisten Anstalten. Auch ich bin oft zu ihm ausgewichen, wenn ich nach ein- bis viermonatigem Einsatz mit bis zu 20.000 Meter latentem Reversalbildern aus der weiten Welt zurĂŒckkam. Dort habe ich nie eine Pleite erlebt. Umkehrmaterial war Dokustandart bis Anfang der 80er !

Geschrieben

Die ersten Versuche, den Tatort digital zu drehen gab es 1996. Da hat der RBB 4 Tatorte auf Sony Digibeta drehen lassen. Bei zwei davon hatte ich den Job des ersten Kameraassistenten - und ich habe es gehasst (und einen dritten dann abgelehnt).

 

Das Ergebnis sah auch furchtbar aus - wir hatten die meiste Zeit damit zu kĂ€mpfen den fĂŒrchterlichen elektonischen Look mit dicken Promist und SFX-Filtern weichzufiltern, um irgendwie einen halbwegs filmischen Look zu erreichen. SchĂ€rfeziehen auf den fĂŒr den EB-Betrieb konstruierten Optiken war nahezu unmöglich aber dank des kleinen Chips war die TiefenschĂ€rfe eh so gross, dass das relativ irrelevant war.

 

Zum GlĂŒck hat man es eingesehen und ist auch beim RBB danach wieder zu Super-16 zurĂŒckgekehrt.

 

Erst ab 2004 kamen dann die nĂ€chsten elektronischen Spielfilmproduktionen. Mein erstes Aha-Erlebnis als Assistent und Operator mit einem ordentlichen Ergebnis war der erste Rohdaten-Kinofilm, der ĂŒberhaupt gedreht wurde - auf der Thompson Viper mit einem externen S2-D-Mag Rekorder ("Silence becomes you" mit Alicia Silverstone).

 

Wenig spĂ€ter kam dann der digitale Durchbruch mit der Red One. Mit Red habe ich mich - obwohl sie heute relativ stabil laufen - nie wirklich angefreundet. Mich Ă€rgert diese Politik, ein halbgares Produkt auf den Markt zu werfen und der Enduser ist dann erstmal Betatester. Und erst nach 15 Firmwareupdates und einem neuen Chip lĂ€uft's dann endlich?! So manche Überstunde hatte ich Red zu verdanken.

 

FĂŒr mich ist heute - neben 35 und 16mm-Film fĂŒr Spielproduktionen als einzige auf Anhieb gelungene und perfekte Kamera die Alexa (oder deren Varianten Alexa Plus oder Alexa XT) zu nennen. Sie kam ausgereift auf dem Markt und verzichtete auf sensationelle 4/6/8-K Auflösungen zugunsten eines besseren Debayerings. Das ist meiner Meinung nach der richtige Ansatz. Die Kamera war von Anfang an bedienfreundlich konzipiert (man weiss im Hause ARRI ja, wie gearbeitet wird). Logische MenĂŒfĂŒhrung und auf der rechten Seite der Kamera fĂŒr den Assistenten zu bedienen.

 

Bei Sony weiss man es bis heute leider nicht - deswegen sind die ganzen Bedienelemente der Kamera fĂŒr den Assistenten unter dem rechten Ohrwaschel des Kameramanns versteckt. Sony steckt eben zu sehr noch in den Kamerasystem fĂŒr die Einmannbedienung und da scheint immer noch nicht angekommen zu sein, dass man beim Spielfilm immer zu zweit ist - und gerade dank der Riesenchips heute und der daraus resultierenden geringen TiefenschĂ€rfe ein erstklassiger Focuspuller essentiell ist.

.

Was den Tatort betrifft, so wird zwar noch teilweise 16mm benutzt - aber langsam steigen alle auf digitales Equipment um. Leider!

Neben Alexa, Red und Sony als Hersteller der Hauptkameras trifft man ab und an fĂŒr einzelne Einstellungen auch auf DSLRs (Canon 5D), die Canon C-Serie mit PL-Mount oder auch mal eine GoPro oder BlackMagic, womit sich halt rasante ActionschĂŒsse realisieren lassen (und wenn die Kamera dabei mal zu Bruch geht, ist der Schaden ĂŒberschaubar). Bei den Anstalten sind in der Regel bis zu 5% eines Films erlaubt auf Kameras, die nicht ganz den QualitĂ€tsrichtlinien entsprechen. H.264 wird beispielsweise eben nicht als tauglicher Codec anerkannt.

  • Like 3

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde Dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto fĂŒr unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde Dich hier an.

Jetzt anmelden
×
×
  • Neu erstellen...

FilmvorfĂŒhrer.de mit Werbung, externen Inhalten und Cookies nutzen

  I accept

Filmvorfuehrer.de, die Forenmitglieder und Partner nutzen eingebettete Skripte und Cookies, um die Seite optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern, sowie zur Ausspielung von externen Inhalten (z.B. youtube, Vimeo, Twitter,..) und Anzeigen.

Die Verarbeitungszwecke im Einzelnen sind:

  • Informationen auf einem GerĂ€t speichern und/oder abrufen
  • DatenĂŒbermittlung an Partner, auch n LĂ€nder ausserhalb der EU (Drittstaatentransfer)
  • Personalisierte Anzeigen und Inhalte, Anzeigen- und Inhaltsmessungen, Erkenntnisse ĂŒber Zielgruppen und Produktentwicklungen
Durch das Klicken des „Zustimmen“-Buttons stimmen Sie der Verarbeitung der auf Ihrem GerĂ€t bzw. Ihrer Endeinrichtung gespeicherten Daten wie z.B. persönlichen Identifikatoren oder IP-Adressen fĂŒr diese Verarbeitungszwecke gem. § 25 Abs. 1 TTDSG sowie Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO zu. DarĂŒber hinaus willigen Sie gem. Art. 49 Abs. 1 DSGVO ein, dass auch Anbieter in den USA Ihre Daten verarbeiten. In diesem Fall ist es möglich, dass die ĂŒbermittelten Daten durch lokale Behörden verarbeitet werden. WeiterfĂŒhrende Details finden Sie in unserer  DatenschutzerklĂ€rung, die am Ende jeder Seite verlinkt sind. Die Zustimmung kann jederzeit durch Löschen des entsprechenden Cookies widerrufen werden.