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TATORT - Aufnahmeverfahren


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Hallo.

 

Ursprünglich war es 35 mm Film. Irgendwann Ende der 70er dann Umstellung auf 16 mm, was aber die Auflösung des PAL Systems mit seinen 11.000.000 Lichtpunkten nicht befriedigt. In der Presse beschwert sich das Fachpublikum und der Zuschauer, wie z.B. in der Funkschau über "Fernsehbilder von echtem Schrot und Korn".

Bei 16 mm ist es dann geblieben, die Güte war halt hin, aber die Kostenseite auch ein Faktor, der zunehmend Bedeutung gewann. Andererseits wurden die Filmmaterialien auch besser. 16 mm ist halt die Untergrenze für 625 Zeilen. Der Zuschauer nahm den Unterschied wahr, weil die auf Feinkorn Film gelieferten 35 mm Werbespots aus dem Filmgeber im Vergleich glatt und brillant wirkten.

Und irgendwann dann Digital, doch Dank digitaler Ausstrahlung im Artfeaktsystem DVB merkts keiner mehr, es sieht jetzt absolut grottig aus.

 

Abschalten des ganzen Systems, meine Devise, obschon ich ja inderekt von denen lebe...

 

St.

 

So ist

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Irgendwann Ende der 70er dann Umstellung auf 16 mm, was aber die Auflösung des PAL Systems mit seinen 11.000.000 Lichtpunkten nicht befriedigt.

 

Was meinst du denn damit?

 

Nach der Einführung von Super-16 und mit moderner Abtastertechnik gab es sogar ganz hervorragende Qualität vom Schmalfilm. Habe ich oft genug direkt vom Abtaster gesehen (Farbnegativabtastung S-16). Wobei die Fernsehkrimis mit ihren kranken Farben (hurra, wir können es alles ekliggrün drehen!) mich persönlich dazu bringen, lieber auf die Uralt-Kirch-MAZ eines beliebigen italienischen Sandalenfilms mit eingestanzten Ü-Zeichen und verregneten Rollenenden umzuschalten, bevor ich kotzen muß.

 

Egal ob Film oder Digital, die meisten Fernsehkrimiregisseure waren/sind unfähig, in Bildern zu erzählen (man beachte den Quotenanteil im Regiefach) und viele Kameraleute können gar nichts anderes beleuchten (ausleuchten wäre schon geschmeichelt) als die drei Standard-Krimisituationen. Dafür wird schön modern verzittert und fleißig Schärfe gezogen, während hinten die Fenster gleißend ausfressen. Hm, fein....

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Die Anzahl der Lichtpunkte, die das Verfahren wiedergeben kann, errechnet aus Zeilenzahl und Bildfrequenz, wie im Handbuch für dxen Funkbeamten zu finden.

 

Es muß wohl tatsächlich mal einen sichtbaren Unterschied zwischen 16 mm und 35 mm gegeben haben, bewußt gesehen hab ich das nicht, da war ich zu jung. Aber eine Fachartikel aus der Presse der Zeit hab ich noch, mit den Beschwerden.

 

Mit den Fernsehkrimis stimme ich Dir zu. Fersehen, und nicht nur Krimis, auch Fernsehspiele leiden unter massiver Unlust die Arbeit richtig zu machen. Kamera, Licht, Spielleitung, Fremdworte. Beschränkte Dynamik einer Digital Video Kamera? Was ist das? Das Gesicht kann man doch sehen. Schärfenpunkte setrzen? Wozu.

 

Ein Elend, und daher sofort abschalten, und zerstören.

 

St.

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PAL Systeme mit 11.000.000 Lichtpunkten? Ich denke ein Komma ist um 2-3 Stellen verrutscht.

Analoges PAL hat 575 (sichtbare) Zeilen, und wie Stefan richtig schrieb keine definierte Pixelzahl. Ich bezweifle aber dass es incl. Bandbreitenbeschränkung und Störungen auf der Luftschnittstelle (terrestrisch) über 720x575 hinauskommt. Dafür ist 16mm locker gut genug, wenn man es in der Abtastung nicht versaut (zB in den gruseligen Telecine-Chains).

 

Aber es kann sich ja jeder selbst ein Bild machen, dank hochwertiger analoger Scans&Abtastungen des alten Materials.Schaut euch mal neue Abtastungen/Scans an zB von "Die Welt am Draht" (Ektachrome) oder z.B. die HD Version des Band Aid Videos (16mm Negativ). Ich denke danach erübrigt sich jede Diskussion. Wobei bei "Welt am Draht" ein Degraining drüberlief, muss man der Fairness halber erwähnen.

 

dbx1000

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Wobei die Fernsehkrimis mit ihren kranken Farben (hurra, wir können es alles ekliggrün drehen!) mich persönlich dazu bringen, lieber auf die Uralt-Kirch-MAZ eines beliebigen italienischen Sandalenfilms mit eingestanzten Ü-Zeichen und verregneten Rollenenden umzuschalten, bevor ich kotzen muß.

 

100% Zustimmung!!!!!!

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Richtig, 16mm.

 

heute meist Arri Alexa, da man mit der RED nur mieserable Erfahrungen gemacht hat.

Ab und an wird noch auf 16mm gedreht, Arri bietet nachwievor alles im 16mm Bereich an.

 

Grad läuft im NDR ein Tatort aus 2009, gedreht auf S16mm.

Die Kamerafrau hat auch noch 2011 mit S16 gearbeitet. Interessanterweise mit der SR3, nicht mit der 416. Chris, kannst Du da vllt. was zu den Unterschieden sagen...?

 

Bei crew-united.de gibts häufig auch Infos zum verwendeten Equipment.

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Richtig, 16mm.

 

heute meist Arri Alexa, da man mit der RED nur mieserable Erfahrungen gemacht hat.

Ab und an wird noch auf 16mm gedreht, Arri bietet nachwievor alles im 16mm Bereich an.

Das sich das Gerücht RED Kameras wären so problematisch nach über 6 Jahren immer noch so in den Köpfen fest sitzt, kann ich irgendwie nicht verstehen.

Ich arbeite als Kameraassistent auch lieber mit der ARRI Alexa, aber die alte R1 mit neuem Sensor und die EPIC haben auch ihre Berechtigung und sind sehr gute Werkzeuge.

 

Was den Tatort angeht, so wurde hier im Südwesten noch bis 2013 Tatort auf S16 und "Schätze der Welt" teilweise auf 35mm gedreht.

Kann man manchmal gar nicht glauben das eine Sendeanstalt neben den vielen SR2 & 3, einer BL3 auch noch eine Arrilfex435 haben.

Leider ist mit der Schließung des hauseigenen Kopierwerks sogar im Schwarzwald der Zug für Filmmaterial abgefahren.

Mit der 416 wurde hier meines Wissens leider nie gedreht, da man die Anschaffungskosten im Jahr 2007 kurz vor dem HD Wechsel als zu Hoch erachtete

und die Wartung der analogen Kameras im Sender ganz gut im Griff hatte.

In dieser Sendeanstalt gibt es bis Heute noch Negativcutter und von jedem analogen Film somit einen Negativschnitt zu Sicherheit.

Bei den Tatorten kann man davon halten was man will, aber das 35mm 4Perf Material der Sendung "Schätze der Welt" ist hier für die Nachwelt genau richtig aufgehoben.

 

Gearbeitet wird hier jetzt mit den Alexas, F3, FS700 und PDW F800/700. Beim Tatort ist die Alexa natürlich die Hauptkamera.

 

Bei allen anderen Tatort-Produktionen wird aber auch meist zur Alexa Plus gegriffen(ca. 80% aller Produktionen), da diese ein Zusatzmodul für Funkschärfe und anderes Zubehör hat.

Manchmal kommt aber auch eine Red EPIC, Sony F3 um vermehrt auch der Nachfolger die F5 oder gar F55 zum Einsatz.

 

Als B-Kamera oder für die 2.Unit kommt hiert die Canon C-Serie, Sony FS-Serie und diverse VDSLRs(Canon 5D, 7d, uvm) zum Einsatz.

Diese haben meist eine Mount-Adapter auf Arri-PL oder sind teilweise schon mit diesem Mount modifiziert worden.

 

Leider wurden die letzten S16 Produktion nicht mehr so gut abgetastet und danach durch ein De-Grain und Highpass/Kantenhebung meiner Meinung unnötig vermatscht.

Habe in meiner Studienzeit ein paar Filme auf s16 gedreht und als Kameraassistent ein paar tausend Kilometer an Filmmaterial in der Hand gehabt und finde schade, das man dieses Format so früh aufgegeben hat. Die Kodak Vision3 Emulsionen und auch die neuen Fujis waren der Absolute Hammer.

 

Noch eine Sache zu Tatort und Aufnahmeformat, so wurden immer mal wieder in der 80er, 90er und 2000er Jahren bestimmte Tatorte auch auf S35mm gedreht.

Hab das mal von einem älteren Kollegen erzählt bekommen, das sich diesen Luxus der eine oder andere Kameramann leisten durfte.

Nach der Jahrtausendwende hat man das aber dann aus Budget Gründen und den bessern Emulsionen und Optiken wegen, sein gelassen.

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Grad läuft im NDR ein Tatort aus 2009, gedreht auf S16mm.

Die Kamerafrau hat auch noch 2011 mit S16 gearbeitet. Interessanterweise mit der SR3, nicht mit der 416. Chris, kannst Du da vllt. was zu den Unterschieden sagen...?

 

Bei crew-united.de gibts häufig auch Infos zum verwendeten Equipment.

Die 416 ist eine nochmals modernisierte Variante mit vielen Gleichteilen aus dem 35er Segment (Sucher, Spiegelblende, Videoassist, LCU...und eine reine S16 Kamera, ohne Möglichkeit, auf N16 Rückzurüsten. Aber wie Valentino schon schrieb, die Anschaffungskosten und der ungünstige Zeitpunkt waren hier hinderlich. Die Fernsehanstalten waren damals gerade auf der "Video ist sooo geil" Welle, die gottseidank wieder abgeflaut ist.

 

Dass die RED´s mist sind, weis ich aus eigener, leidlicher Erfahrung, übrigens bei Tatort-Dreh´s. Die Kamerafrau fluchte und schimpfte, was das Zeug hielt. Für die geplanten Szenen. 5 Minuten ohne Schnitt mit einer einzigen Kamerafahrt (ähnlich wie "unfinished sympathy" von Massive Attac) ging einfach nicht, da sich die Mistkiste irgendwann mittendrin abschaltete.

 

Ich nehme an, dass Valentino vom SWR spricht, das wäre dann das einzige Sendeanstalteigene Kopierwerk gewesen, mitlerweile ja nun auch Geschichte, leider.

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Hallo,

 

Als Kameramann mit unter anderem 20 Tatorten auf der Filmographie ein paar Anmerkungen :

 

Also das SWR Kopierwerk, das, wie Martin sagte, noch sehr spät, als andere Anstalten

schon Ihre 16mm Anlagen einstellten, noch auf 35mm umbaute, ist mittlerweile auch

eingestellt.

Ansonsten gab es bei keiner Fernsehanstalt jemals ein 35mm-Farblabor. Da der erste Tatort

1970 gedreht wurde, also 2 Jahre nach Start des Farbfernsehens, wurden alle Tatorte auf

16mm gedreht. Ganz wenige, ein einer Hand abzählbare, wurden auf 35mm gedreht, da dies

dann als Fremdleistung extrem die Kosten hochtrieb. Selbst prominentesten Gast-"Starregisseuren"

gelang es nicht, 35 durchzusetzen. So z.B. 1973 Samuel Fuller (Tote Taube in der Beethovenstraße)

mußte sich mit 16mm begnügen. Ich selbst habe mit Georg Tressler (Die Halbstarken, Enstation Liebe,

Das Totenschiff) noch 1984 einen Tatort (Geburtstagsgrüße) sogar noch auf AGFA-Umkehr 6.02 drehen

müssen. Je nach Budgetgröße konnte man in den 70ern, aber nur nach zähen Ringen mit den Herstellungsleitern,

gelegentlich 16mm Negativ/Positiv, was auch schon zum Teil Fremdleistung war, da die meisten Anstalten

Ihre Hauslabore nur auf Umkehr eingerichtet hatten, da dies der Basis- Bildträger für die Aktualität und Dokus war.

Erst Anfang der 80er mit dem Aufkommen der Negativ-Direktabtastung mit Wetgate, war der Weg frei für

16mm Negativ und damit auch ein leistungsfähiges colormatching.

 

Das SWR-Labor war schon in den 70ern immer etwas vorraus. So habe ich dort 78 das erste mal auf FESE

Pressluftabtaster ein Umkehr-Fernsehspiel gematcht, wobei die Daten noch auf Lochstreifen !!! gestanzt

wurden, was bedeutete, das es kein Rangieren gab. Wenn man etwas nachkorrigieren wollte musste man

ganz von vorne anfangen, da ja die gestanzten Löcher nicht zu "löschen" waren. Aber auch der Abtaster

wäre bei Rückwärtslauf mit Nassklebestellen ein hohes Risiko gewesen.

 

Dann setzte sich ab Anfang der 90er noch S16 wegen PAL+ langsam, viel zu langsam, durch. Die späte

35mm/color Investition beim SWR wurde durch das nahende HD begründet. Man wollte für die

Zukunft gerüstet sein, ahnte aber nicht, dass die hochauflösende digitale Kamera so schnell den

Markt erobern sollte.

 

An Kameras habe ich alles eingesetzt, was die Innovationen hergaben. Ich habe Tatorte und FS-Spiele

gedreht mit (in chronologischer Folge) : Arri 16BL / Mini-Eclair ACL / CP-GSMO (8 Jahre lang, ein super Teil)

dann die große CINEMA PRODUCTS / Panavision Elaine / und erst ab 1992 ARRI SR2 und SR3 für S16.

 

Wenn Interesse besteht, könnte ich für alle Modelle in meine Bilderkiste greifen.

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625 x 50

 

Mit "625 x 50" ist es wie mit "42". Es ist eine schöne Antwort, nur wie ist die Frage dazu? ;-)

SCNR!

 

Aber mal ernsthaft:

Bandbreite ist endlich, auch bei analogen Systemen. Aus meiner Erinnerung unterstelle ich einer 1"-MAZ im C-Format mal eine Auflösung von etwas über 500 Linien bei 625 Zeilen. Davon kamen bei der terrestrischen Ausstrahlung vielleicht 350 Linen je Zeile beim Zuschauer an. Der Rest war Reserve für Verluste bei der Kopierung und im Übertragungskanal.

 

Von den 625 Zeilen sind nur ca. 576 Zeilen sichtbar, von den ca. 500 Linien kamen nur ca. 350 beim Zuschauer an. Das ergibt dann eine Auflösung von 201.600 Bildpunkten.

Rechnen wir nun die Farbe hinzu, so können wir für jeden Farbkanal nur mit 288 Zeilen rechnen, da PAL die Farbinformation über 2 Zeilen mittelt. Diese für zwei Zeilen gültige Farbinformation wird in beiden Zeilen übertragen, jedoch in der zweiten Zeile um 180 Grad phasenverschoben.

Dies machte PAL unanfällig gegen Farbfehler, mit denen Systeme wie NTSC (Never The Same Color) deutlich zu kämpfen hatten.

 

Aber selbst wenn wir mit 625 Zeilen, 500 Linien und der vollen Auflösung der Farbinformation rechnen, also 625 * 500 * 3, kommen wir nur auf 937.500 Bildpunkte.

 

Unabhängig davon gebe ich Stefan aber recht, daß der Unterschied zwischen 35mm und 16mm im PAL-TV deutlich sichtbar war.

Allerdings muß man (wie Klaus Peter oben schon geschrieben hat) differenzieren zwischen 16mm Positiv aus 1970 und Super16 Negativ aus 2014.

PAL war nicht so gut, 16mm war damals so schlecht!

 

 

Gruß

 

Salvatore

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Der wert mit "11 Mio" Bildpunkten ist wohl etwas plakativ gewählt, und resultiert wohl daraus, daß man Analoge Systeme mit endlicher Bandbreite nicht mit digitalen System, fester Rasterung und ebenfalls endlichem Spektrum vergleichen kann. Nachvollzogen kam ich irgendwie so dahinter 16,25 kHz Horizontalfrequenz soll wohl je Schwingung 1 Lichtpunkt ergeben, multipliziert mit 625 Zeilen.. nun ja, stimmt.

Damit sollte der "Stolz des Funkübertragungsbeamten" herausgestellt werden.

Ist aber halt nur die halbe, unwissenschaftliche Wahrheit, und steht auf der gleichen Stufe, wie die CO2 Lehre des Klimawandels von Heute.

 

Mir war eigentlich nur wichtig, die manfgelhafte Güte des kopierten Films der Vergangenheit zu zeigen, wo 35mm Kopie PAL gut erfrüllte, und 16 mm halt viel zu schlecht war. Die heutige Limitation liegt dann im DVB System, nicht in der Produktionstechnik.

 

St.

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Die Weiterentwicklungen in der Emulsionstechnik haben in der Vergangenheit auch fast grundsätzlich dazu geführt, dass eben kaum die feinkörnigeren Emulsionen verwendet wurden, sondern die Hemmschwelle sank, die 500er zu verwenden. Und das sieht man dann eben doch, allemale bei 16mm. Ausserdem wird im Serienalltag eben auch etwas nachlässiger gearbeitet und eine fehlbelichtete Szene dann nicht neu gedreht, sondern 'gerettet'.

 

- Carsten

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Ich kann mich nur an manche "Schimanski" Tatorte erinnern, in der die Körnigkeit doch sehr grob erschien.

 

In den WA's sah man seinerzeit auch ab und an mal ein wenig Dreck auf der Kopie. Finde das aus heutiger Sicht zum Schmunzeln.

 

Auch an Überblendzeichen bei den XY Filmchen (seinerzeit mit Ede Z.) kann ich mich erinnern. Dafür waren die Filmchen seinerzeit "brutal". Hab mich immer hinter dem Sofa versteckt, so gruselig fand ich das.

 

Wurde denn Raumpatrouille Orion auf 35 gedreht? Und gab es davon auch 16er Kopien? Wenn ja in welcher Auflage und wer hatte diese?

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Ja! Die Kopien für die Kinos waren natürlich auch 35er.

 

Nochmals, bis zur Einführung der Farbe wurde alles Szenische ( Fernsehspiel, Musikschow etc.) prinzipiell auf

35mm gedreht und alle Anstalten, auch die kleinsten wie RB und SR hatten eigene 35mm Labore neben den

16mm Anlagen. !6mm s/w war immer in Umkehrversion (aktuelles) Neg/Pos. Version für Dokus vorhanden.

Gesendet wurde vom LC Positiv und nur gelegentlich, auf Intervention von FS-Spielchefs und Regisseuren

auf Kinoprintmaterialen, um die steilere Gradation als dramaturgisches Mittel zu nutzen. Dies war jedesmal

ein Kampf mit den allmächtigen Technikern, die immer mit dem begrenzten Kontrastumfang des Video-

systems argumentierten.

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Was ist eigentlich aus dem SWR Kopierwerk geworden? Entsorgt oder nur eingemottet?

Anscheinend an die Inder verkauft, habe das nur am Rande mal von einem Produzenten mitbekommen und bin mir da nicht so sicher ob das stimmt.

Die Telecine steht definitiv noch im Sender und Kodak Material soll auch noch etwas vorhanden sein ;-)

In Baden-Baden gab es auch nie eine 35mm Kopiermaschine und Umkehrmaterial wurde nur ungern eingesetzt.

Die letzten Kunden des Kopierwerks waren die umliegenden Film und Medienhochschulen, die Soko-Stuttgart, MFG geförderte Projekte und die eigenen Tatort und Doku Formate.

 

Was die R1 angeht so kenne ich die von dir beschriebene Probleme, aber diese gibt es definitiv seit fünf Jahren nicht mehr!!!

Mit über fünfzig Red Produktionen kannst du mir das gerne glauben.

Hatte erst letzten Sommer eine drei Wochen lange Produktion mit einer alten R1 MX bei 36 bis 38 Grad im Schatten und längeren Einstellungen.

Die Kamera ist uns keine einziges Mal abgestützt. Leider bleiben negative Erlebnisse länger im Gedächtnis als Positive.

Alle Hardwarefehler wurden von Red spätesten nach dem Umstieg auf den Ende 2009 erschienen MX-CMOS Sensor behoben.

Leider gibt es immer noch ein paar "Vögel" die die R1 mit altem M-Sensor verleihen oder an Unwissende verkaufen und die dann mit den Problemen von vor Jahren zu kämpfen haben.

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Leider gibt es immer noch ein paar "Vögel" die die R1 mit altem M-Sensor verleihen oder an Unwissende verkaufen und die dann mit den Problemen von vor Jahren zu kämpfen haben.

 

Dann denke ich eher, dass es daran gelegen haben muss. So anfällig, wie die damals beim Dreh war, sowas hab ich noch nie erlebt, alles über 40 Sekunden war faktisch nicht zu schaffen. Die Austauschkamera, ebenfalls eine R1 konnte dann immerhin schon 70 sekunden... leider weis ich den Verleih nicht mehr, das würde sicher enorm helfen

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@valentino,

 

Du schreibst : "In Baden-Baden gab es auch nie eine 35mm Kopiermaschine und Umkehrmaterial wurde nur ungern eingesetzt."

 

1. Du meintest natürlich, dass es nie eine 35mm Farb-Kopierung gab. Warum auch, 35mm wurde erst installiert, nachdem die Negativabtastung schon Standard war.

2. Zu S/W Zeiten wurden ausschließlich Kopien gesendet, 16mm wie 35mm !

3. Millionen km von s/w und Farb-Umkehr wurden entwickelt und auch kopiert (meist nur für Arbeitskopien, die aber in gleicher Menge wie das Unikat, da Ausmustern teurer war). Der damalige Kopierwerkschef Herr Grohm

hatte den Reversal Prozess besser in Griff als die meisten Anstalten. Auch ich bin oft zu ihm ausgewichen, wenn ich nach ein- bis viermonatigem Einsatz mit bis zu 20.000 Meter latentem Reversalbildern aus der weiten Welt zurückkam. Dort habe ich nie eine Pleite erlebt. Umkehrmaterial war Dokustandart bis Anfang der 80er !

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Die ersten Versuche, den Tatort digital zu drehen gab es 1996. Da hat der RBB 4 Tatorte auf Sony Digibeta drehen lassen. Bei zwei davon hatte ich den Job des ersten Kameraassistenten - und ich habe es gehasst (und einen dritten dann abgelehnt).

 

Das Ergebnis sah auch furchtbar aus - wir hatten die meiste Zeit damit zu kämpfen den fürchterlichen elektonischen Look mit dicken Promist und SFX-Filtern weichzufiltern, um irgendwie einen halbwegs filmischen Look zu erreichen. Schärfeziehen auf den für den EB-Betrieb konstruierten Optiken war nahezu unmöglich aber dank des kleinen Chips war die Tiefenschärfe eh so gross, dass das relativ irrelevant war.

 

Zum Glück hat man es eingesehen und ist auch beim RBB danach wieder zu Super-16 zurückgekehrt.

 

Erst ab 2004 kamen dann die nächsten elektronischen Spielfilmproduktionen. Mein erstes Aha-Erlebnis als Assistent und Operator mit einem ordentlichen Ergebnis war der erste Rohdaten-Kinofilm, der überhaupt gedreht wurde - auf der Thompson Viper mit einem externen S2-D-Mag Rekorder ("Silence becomes you" mit Alicia Silverstone).

 

Wenig später kam dann der digitale Durchbruch mit der Red One. Mit Red habe ich mich - obwohl sie heute relativ stabil laufen - nie wirklich angefreundet. Mich ärgert diese Politik, ein halbgares Produkt auf den Markt zu werfen und der Enduser ist dann erstmal Betatester. Und erst nach 15 Firmwareupdates und einem neuen Chip läuft's dann endlich?! So manche Überstunde hatte ich Red zu verdanken.

 

Für mich ist heute - neben 35 und 16mm-Film für Spielproduktionen als einzige auf Anhieb gelungene und perfekte Kamera die Alexa (oder deren Varianten Alexa Plus oder Alexa XT) zu nennen. Sie kam ausgereift auf dem Markt und verzichtete auf sensationelle 4/6/8-K Auflösungen zugunsten eines besseren Debayerings. Das ist meiner Meinung nach der richtige Ansatz. Die Kamera war von Anfang an bedienfreundlich konzipiert (man weiss im Hause ARRI ja, wie gearbeitet wird). Logische Menüführung und auf der rechten Seite der Kamera für den Assistenten zu bedienen.

 

Bei Sony weiss man es bis heute leider nicht - deswegen sind die ganzen Bedienelemente der Kamera für den Assistenten unter dem rechten Ohrwaschel des Kameramanns versteckt. Sony steckt eben zu sehr noch in den Kamerasystem für die Einmannbedienung und da scheint immer noch nicht angekommen zu sein, dass man beim Spielfilm immer zu zweit ist - und gerade dank der Riesenchips heute und der daraus resultierenden geringen Tiefenschärfe ein erstklassiger Focuspuller essentiell ist.

.

Was den Tatort betrifft, so wird zwar noch teilweise 16mm benutzt - aber langsam steigen alle auf digitales Equipment um. Leider!

Neben Alexa, Red und Sony als Hersteller der Hauptkameras trifft man ab und an für einzelne Einstellungen auch auf DSLRs (Canon 5D), die Canon C-Serie mit PL-Mount oder auch mal eine GoPro oder BlackMagic, womit sich halt rasante Actionschüsse realisieren lassen (und wenn die Kamera dabei mal zu Bruch geht, ist der Schaden überschaubar). Bei den Anstalten sind in der Regel bis zu 5% eines Films erlaubt auf Kameras, die nicht ganz den Qualitätsrichtlinien entsprechen. H.264 wird beispielsweise eben nicht als tauglicher Codec anerkannt.

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