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Ferrania


Jürgen Lossau
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K25?? Bitte nicht wieder "nur" `nen Schönwetter-Sonnenschein-Urlaubsfilm, wo man den Leuten wieder 'nen 1000W-Strahler vor's Gesicht halten muss.... Wenn, dann was brauchbares ebenso für Projekt-Filmer, also am liebsten mindestens was mit 100 ASA. Zudem vermisse ich doch sehr `nen Kunstlicht-Film - die Farbverschiebung der letzten Umkehrsorte fand ich ziemlich nervig. Gegenfiltern macht mir die Empfindlichkeit zu gering.

 

Die Qualität eines Ferrania-Produkts bleibt abzuwarten. Wahrscheinlich wird die Rezeptur stetig verbessert, wenn es soweit ist. Wichtig ist, dass was passiert, da nehme ich anfängliche Qualitätsschwankungen gern in Kauf. Geschenkt oder verramscht sollte der Enthusiasmus nicht werden - angemessen belohnt/bezahlt.

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Wenn wir mal Ehrlich sind: Wann hat Ferrania denn den letzten großen Wurf gelandet? Es hat in der professionellen Produktion seit ca. 30 Jahren niemand mehr auf Ferrania-Material gedreht. Fuji und Kodak war es meistens, ab und an mal Agfa, aber Ferrania? Deren Güsse waren seit den 80ern technisch überholt und das Kopiermaterial hatte nie Langzeitstabilität, selbst in den 90ern nicht. Warum haben die italienischen Kopierwerke eher zu Agfa oder Fuji (Kodak recht selten, weil teuer) gegriffen, aber nicht auf die "Hausmarke" Ferrania?

Ich kanns nur aus meiner Erfahrung sagen, was die Färb-Kopierfilme betrifft: Schlechter Guss, schwer handzuhaben, die Empfindlichkeit schwankte innerhalb eines Gusses und nach 3 Jahren war das Positiv rot….

 

Ich hoffe eindringlich, dass nicht darauf aufgebaut wird, denn sonst sieht "der Neue" schlechter aus als die Scotch-Chrome Restbestände aus Deidesheim ;(

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Der Kern ist tatsächlich das Gießen. Ein Mehrschichten-Gießkopf kostet eine Viertelmillion.

 

Da war ein sehr informativer Artikel. Die ganze Chemie ist umsonst, wenn die dünnen Schichten nicht gleichbleibend vergossen werden.

 

Ferrania-3M-Scotchchrome 100 unterscheidet sich chemisch gar nicht so stark von Ektachrome und stellt damit eine anscheinend alte Technologie dar. Tatsächlich ähneln sich die Farbumkehrfilme weltweit stark. Die letzten Feinheiten haben sich vom Filmmaterial zur Entwicklungschemie verlagert, auch beim Schwarzweiß, siehe Gigabitfilm.

 

Ich bin der Ansicht, daß die Widerstände bei Ferrania wenig mit der Filmfabrikation und viel mit der maroden Haustechnik zu tun haben. Baldini, Pagni und allen fällt buchstäblich der Dreck in die Suppe. Das Labor scheint einigermaßen brauchbar zu sein, die Maschinerie ebenfalls. Es ist ihnen das Geld ausgegangen wegen unvorhergesehener Zwischenfälle. Ich sage nicht unvorhersehbarer. Volker hat damit Recht, eine kleinere, dafür saubere Hütte vorzuschlagen. Andererseits besteht großes Potenzial mit der alten Fabrik.

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Auch hier der Fall, das die Anlagen für den heutigen Absatz viel zu groß sind. M.E. funktioniert bei den heutigen kleinen Mengen wirtschaftlich nur eine Kleinanlage die man früher als Laboratoriumsanlage oder Probegiessmaschine bezeichnet hätte.

Den maschinbaulichen Teil traue ich mir zu grundsätzlich zu überblicken. Wo ich nicht qualifiziert bin ist die Farbchemie. Was wird benötigt und idt es so auch noch erhältlich? Zudem kann ich die Emulsionsherstellung (Farbe) überhaupt nicht überblicken, wie die Prozessparameter hier die Film- und Farbempfindlichkeiten beeinflussen.

Schon bei kleinen Emulsionsmengen und kleinen Güssen im sw-Bereich ist eine gleichbleibende Empfindlichkeit / Körnigkeit wohl nicht trivial. Auch kann ich nicht beurteilen, wielange eine angesetzte Emulsion lagerfähig ist. Dafür fehlen mir die Detailkenntnisse.

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Aus Jux hier mal ein altes Emulsionsrezept (sw Negativemulsion aus der Mitte der 1930iger Jahre):

10g KJ, 400g KBr, 250g Gelatine in 2500cm3 Wasser von 45...50°C wird eine Lösung zugegeben von 500g AgNO3, 475 cm3 Ammonik,1500cm3 dest. Wasser.

Reifen der Emulsion bei 50•C für 30 min oder länger.

Dann zugeben von 500g Gelantine in 2500 cm3 Wasser

Nach 15 min die Emulsion auf Eis etstarren lassen.

Nach 8h Emulsion nudeln, 2...5 h waschen und nach dem Aufschmelzen eine Nachreifung bei 50°C bis die gewünschte Empfindlichkeit erreicht ist. Gerade der nette Satz hat es in sich. Wie lange bitteschön Reifen lassen bis ich 100 ASA habe.

Panchromatische Sensibilisierung durch Carbocyanine, Dicyanine oder Thiocarbocyanine (... "lecker"...)

 

Alleine bei dem Rezept gibt es noch genug Variablen die man in Griff bekommen muss für gleichbleibende Qualität und Empfindlichkeit. ..

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Vergesst aber zwei Dinge nicht.

 

Bei den Herren handelt es sich nicht um welche, die bei Null anfangen. D.h. Sie haben Kenntnisse, Erfahrungen und Routine.

 

 

Zwietens: Der Film wird ganz bestimmt mehrheitlich für Fotografen hergestellt werden. Den größeren Markt. Also der Erfolg wird sich schon einstellen. Dass man die Filme haltbar und nicht zu grobkörnig machen muss, wissen die Ingenieure dort gewiss.

 

 

Eher scheint mir das Problem zu sein, dass es sich wirklich nicht um Projektleiter handelt. Aber das können wir alle von hier aus nicht beurteilen.

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Gleichzeitig gibt es nach wie vor Leute (Fuji, Kodak), die Emulsionsrezepte und Fertigungsverfahren haben, die viele Generationen moderner sind.

 

Nur so zur Info: Kodak kann keine Farbdiafilme mehr produzieren, da scheinbar die entsprechenden Geräte verkauft und die Gebäude abgerissen wurden. Und ob sie die alten Rezepte, ... überhaupt noch haben?!

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Nur so zur Info: Kodak kann keine Farbdiafilme mehr produzieren, da scheinbar die entsprechenden Geräte verkauft und die Gebäude abgerissen wurden. Und ob sie die alten Rezepte, ... überhaupt noch haben?!

 

Falsch! Gebäude 38 seht noch und dort wird auch fleißig gegossen. Freilich kein Diafilm - aber z.B. die Vision3 Filme. Aber auch der Ektachrome 100D wurde früher dort schon produziert.

Ferner: Rezepturen / Fertigungsabläufe sind immer auf eine bestimmte Anlage abgestimmt. Es ist NICHT möglich, ein Rezept einfach von einer Anlage auf eine völlig andere zu verlegen! D.h. ein "Kodak Rezept" würde Ferrania überhaupt nichts nützen. Sie müssen -wenn- eigene, verbesserte Rezepturen / Farbkuppler auf ihrer eigenen Anlage entwickeln. Dafür würden sie aber ein Syntheselabor benötigen, um überhaupt neue Farbkuppler synthetisieren zu können. Dieses steht aber Ferrania derzeit noch gar nicht zur Verfügung. Daher ja auch der Plan, noch vorhandene (gelagerte) Zutaten zu verwenden (TAC Träger und Chemie). Das wurde sehr deutlich im vorletzten Update ausgesagt.

Edited by jürgen-frank (see edit history)
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Falsch! Gebäude 38 seht noch und dort wird auch fleißig gegossen. Freilich kein Diafilm - aber z.B. die Vision3 Filme. Aber auch der Ektachrome 100D wurde früher dort schon produziert.

 

Nach meinen Informationen wurden alle Nicht-Kodachrome-Farbdiafilme lediglich in Gebäude 29 gegossen - und das ist seit dem 12. Mai 2011 mindestens geschlossen:

http://www.urban-photography-art.com/submissions/kodak-park-building-29.html

Auch in Gebäude 38 gibt es nur noch eine von einst 6 Beschichtungsmaschinen:

http://www.democratandchronicle.com/story/money/2015/03/14/kodak-makes-film-rochester/70299168/

Wo die Ektachrome-Schmalfilme beschichtet wurde, habe ich nicht herausgefunden. Aber E100D und E64T sollen gerüchtehalber ja nur noch "Resteverwertung" aus der Diafilmproduktion gewesen sein.

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Wenn der neue Ferrania wieder so wird:

 

 

 

bin ich sehr zufrieden. Ein Farbfilm mit eigenem Charakter. Mir ist natürlich klar, es handelt sich hier nicht um einen Umkehrfilm....

 

Dennoch finde ich es wichtig, offen für diesen Ferrania Film zu sein. Das man keinen Kodak Film herstellen wird, ist von Anfang an klar. Ich begrüße das sogar. Mir war dieser immer zu bunt.

Edited by Silma Sonic (see edit history)
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Ja. bestimmt. Ich wollte etwas sinsibilisieren, dass wir eben Ferrania Film bekommen werden. Kein anderer arbeitet offenbar derzeit an einem solchen Projekt.

 

Ich verdrehe seit einiger Zeit Scotch Chrome. Sogar in Normal 8. Mir gefällt das. Ich versuche auch nicht, die Wirklichkeit zu spiegeln. Ich versuche eher immer, eine Emotion einzufangen oder zu erzeugen. Dazu eignet sich ein Film mit eigenem Charakter ganz gut. Ich glaube, in den 50er Jahren kam mal der Begriff des Buntfilms auf, als die Heimatfilme zu kitschig wurden. Mir ist das wie gesagt, zu bunt.

 

Jeder sieht das anders. Wir sollten aber nicht schon schimpfen, bevor der neue Film da ist.

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Mir taugt der Ferrania. Und zwischen keinem Farbfilm und diesem ist für mich die Wahl klar. Ich habe mich jedenfalls eingedeckt damit. Eines darf man auch nicht übersehen.

 

Bei Selbstentwicklung kosten mich drei Minuten Farbspaßes gerade mal 15 Euro.

 

 

Jeder sieht das natürlich anders. Und das ist auch gut so.

Edited by Silma Sonic (see edit history)
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Wie gesagt Jan, es war überlagerter Dia Film, der in 8 mm gestanzt verkauft wurde. Von einem Herrn aus der Nähe von Köln. Es handelte sich um Reste, die leider alle verkauft sind. Sonst hätte ich auch nocheinmal nachgeordert.

 

Hier im Forum habe ich aber nicht viel Begeisterung über die Wiedergabequalität gelesen. Ich scheine einer von wenigen zu sein, denen der Film gefällt.

 

Ich frage mich nur, worauf warten die anderen. Was besseres ist nicht absehbar. Avichrome vielleicht noch, aber Poly.

 

 

Ich sehe keine andere Möglichkeit, Farbfilm zu drehen, in 8mm.

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