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Der bizarre "Neustart" von ORWO


Jürgen Lossau

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vor 3 Stunden schrieb Gizmo:

Ich habe das Gefühl, da wird irgendwas verramscht. Zu entwickeln in ECN-2 oder C41? Was sollen da eigentlich für Farben heraus kommen? Ob Kunst- oder Tageslicht ist ja scheinbar auch egal. Die Frage ist auch, ob Filmotec noch immer die Rechte an der Marke ORWO besitzt, oder ob hier nach dem Prinzip eines Pop Up Stores nur schnell Kasse gemacht wird.

Gute Frage. Der Preis ist tatsächlich zu billig. Aber wenn ja, was?

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NC500 sieht sehr aus wie der Lomography Metropolis Film. Grauenhaft körnig und sehr entsättigt. Irgendein Inoviscoat Testguss vermutlich. 
 

Pikant ist, dass Orwo ihn seit August für 14,95€ pro Kleinbildpatrone anbot, aber bis heute nicht ausgeliefert hat, obwohl Retailer bereits Wahre bekommen haben. Kommuniziert wird quasi nichts, auf drängen nur veraltete Lügen. Das Geld ist kassiert, Film gibt es stillschweigend aber keinen. 
 

Ob C41 oder ECN2 oder 500 oder doch 400 ASA ist egal, weil er wohl immer wie ein abgelaufener gecrosster Drogeriemarktfilm aussieht... zum Preis eines Portras. 
 

Das einzig gute ist der für Schmalfilm aufgerufene Preis. Flächenmässig ist das 1/3 des Kleinbildfilmpreises... aber hier musste auch Ilford keine Patronen befüllen. Unklar ist, ob sie denn je liefern werden.  Ich traue dem Jake Seal keinen Centimeter über den Weg. 

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Ich habe bei Filmotec angerufen. Ein bißchen mehr scheint da schon dahinterzustecken. Man hat mir jedenfalls versichert, dass der NC500 keine Eintagsfliege sein soll. Er wird in Wolfen konfektioniert, aber nicht gegossen.

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Vor meinem geistigen Auge sehe ich einen cholerischen Jake Seal einer armen studentischen Hilfskraft die neu erdachten Preise zubrüllen, die dann hektisch in Wordpress eingepflegt werden. Vermutlich ging Jake bei der ersten Tasse Kaffee neulich auf, dass 35mm ja doppelt so viel Fläche hat wie 16 mm — und bei der heutigen Tasse dann, dass ein jeder seinen 15€ teuren 135er Kleinbildfilm zukünftig 76x für etwas über €5 anbieten könnte, wenn er nur so eine 400ft Rolle kauft. Nun sind es halt 10€, zzgl. Filmpatrone und Marge — so hat er Umkonfektionierer (vermutlich zu spät) abgewürgt.

Nett wäre ja mal, wenn Sie den Unterschied zwischen NC500 und NC400 erklären würden.

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vor 13 Stunden schrieb F. Wachsmuth:

Nett wäre ja mal, wenn Sie den Unterschied zwischen NC500 und NC400 erklären würden

 

Oh, da kann ich helfen!

Habe vor ein paar Tagen mal beim Support angefragt um ein paar Informationen (Sensibilisierung, Perforation, Unterschied NC400/NC500) zu erhalten. Die Frage nach dem Unterschied wurde beantwortet, und zwar wie folgt:

 

"These two stocks have a very different grain and colour constituency. They’re both really nice.

We love the sharpness of the imagery in these two stocks, and we also love the grain in these two stocks.

These were deliberate style choices, based on the magical greens that Agfa was famous for."

 

Die Fragen zu Sensibilisierung und Perforation des 16mm Films wurden ignoriert...

 

Der NC400 ist übrigens schon wieder aus dem Shop verschwunden.

Irgendwie tut es mir wirklich leid für die Leute, die in Wolfen arbeiten und (vielleicht) neuen Film entwickeln und gießen, dass sie mit diesem absurden Marketing aus UK leben müssen... 

Edited by Sebastian Bock (see edit history)
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Umlabeln ist ja eine Praxis, die die (Foto-) Filmwelt seit Jahrzehnten kennt. Manche Unternehmen leben (nur) davon. Immerhin produziert Orwo schöne Schwarz-Weiß-Filme. Dass sie jetzt mit Farbe um die Ecke kommen, ist tatsächlich etwas kurios.

 

Mir reicht deren sw-Material 🙂

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Ich komme darauf, weil es sich um ein Material ohne Rußgelatinerückenschicht handelt, das nach dem Verfahren C-41 zu entwickeln ist und die selbe Empfindlichkeit und Farbencharakteristik wie Kodak Portra 400 hat.

 

Wenn du mit absoluter Sicherheit sagst, dann kannst du doch wohl auch verraten, was es wirklich ist, nicht?

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1.: Portra ist viel zu teuer und gerade auch noch ein knappes Gut. Da wäre kein Raum für Marge
2.: Es gibt keine Katalognummer für Portra als Meterware

3.: Kodak würde Orwo kaum Film zum Umlabeln verkaufen
4.: Orwo würde nicht dranschreiben, dass ihr Material qualitativ "gar nicht mit anderem mithalten will"

5.: Portra hätte 135er Perfo mit rechteckig angeordneten Kanten, nicht die Cine-Perfo (mit Halbrund an der kurzen Kante)

6.: Orwo kündigte ja in Emails schon an, schon eine zweite Emulsion fertig zu haben

7.: Orwo sagt ja, sowohl ECN-2 als auch C-41 gingen. Portra in ersterem ist aber wie Fencheltee mit Milch 

8.: Der der NC500 kommt ja nur auf 250-320 ASA, ein Portra wäre dann ja noch empfindlicher 

 

Es wird halt noch irgendein Testguss aus Monheim sein, den sie jetzt als Trendfilm schlecht vermarkten — neuerdings ja auch gleich zu Mondpreisen. 

Edited by F. Wachsmuth (see edit history)
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Ich will nicht dagegen halten, nur ein paar Bemerkungen anbringen.

 

Die Firma heißt nach wie vor (der Insolvenzgeschichte und Übernahme) FilmoTec oder Filmotec. ORWO ist eine Handelsmarke.

 

Filmotec kann selber perforieren nach ISO 491-P und -N.

 

Kodak verkauft seit über 100 Jahren Halbzeug.

 

Es ist gut möglich, daß nach Agfa-Rezepten hergestellt wird. Umso unverständlicher ist es doch, daß nicht darauf gebaut wird, wenn es denn zutrifft. Die Aktivitäten, über die wir uns wundern, finde ich nicht bizarr, sondern grotesk. Es gibt heute viele Leute, die nichts vom Zusammenhang Agfa-ORWO wissen, für die sind das getrennte Unternehmen. Es ist auch viel zu wenig bekannt, daß Eastmancolor auf den zwangsveröffentlichten Agfa-Patenten beruht(e). Nun kommt so ein Monsieur, der ebenso ignorant zu sein scheint. Inoviscoat ist eine Nachfolgerin eines Agfa-Werkes.

 

Weiß jemand, was bei Film Ferrania so passiert?

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Ich denke, der Orwo-Guss hat nicht mal das geringste mit dem XT320 zu tun. Das ist alles nur Marketing. Der XT320 hatte keinen Grün gefärbten Träger und war auch nicht für C-41 vorgesehen. 
 

Von dem "berühmten Agfa-grün" das ständig erwähnt wird, hatte ich auch noch nie zuvor gehört. 
 

Seal ist ne olle Flitzpiepe. "Grotesk" trifft es ziemlich gut. 

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vor 11 Stunden schrieb jacquestati:

Und die Schlussfolgerung aus dem ganzen Schlamassel: Kodak, Kodak, Kodak, Ilford (leider kein Schmalfilm), Adox, Foma unterstützen. Damit sie uns möglichst lange erhalten bleiben.

 

Absolut! Ich liebe den Adox CMS20, ein super feinkörniger und hochauflösender Film.

Leider derzeit nur in KB, es wird Zeit für eine Neuauflage in 120, 8x11 wäre auch toll.

Adox / Fotoimpex schwächelt aktuell etwas, der Pan X S8 fehlt auch schon lange.

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Ja, Adox CMS 20 in allen Schmalfilmformaten, da ist das Material genau richtig. Mirko hat mir auf diesen Vorschlag abschlägig geantwortet, nein, ausweichend. Vielleicht kommt jemand anderes bei ihm an. Filmt schwarzweiß! 100 Jahre Pathé-Baby heuer, 100 Jahre Ciné-Kodak nächsten Sommer. Filmotec kann ihm das Zeug in 16-mm- und 9,5-mm-Streifen spalten. Perforation 16, Doppelacht und DS-8 bei Wittner. Perforation Neuneinhalb bringt man auch noch zuwege.

 

Bei mir warten eine Paillard-Bolex H 9, eine Beaulieu Reflex 9,5 und eine GIC 9,5 auf frisches Rohmaterial. Die haben alle C-Gewinde für die tollsten Objektive. Projektor ist auch bereit. Ich glaube, Adox könnte Frankreich und Großbritannien und noch einige Leute in den USA erobern. https://www.youtube.com/watch?v=c-p7y07r8JQ

 

Edited by Film-Mechaniker
Tippfehler (see edit history)
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