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Frage(n) zum Siemens 2000 Lichtton 5W


nefelibata

Empfohlene Beiträge

Hallo,

 

ich heiße Michael und studiere Medienkunst und Medienkultur an der Bauhaus Universität in Weimar. Im Zuge meiner kritischen Auseinandersetzung mit digitalen Medien habe ich beschlossen mir die analogen Filmprojektionskunst genauer anzuschauen.

 

Meine Professorin hat mir für mein nahendes Bachelorprojekt einen Siemens 2000 zur Verfügung gestellt, den sie derzeit nicht benötigt. Auf der sehr nützlichen Seite von Olaf fand ich heraus, dass es sich bei dem Gerät mutmaßlich um ein Siemens 2000 Projektor mit 5 Watt Verstärker für Lichttonfilme handelt. Vor der Inbetriebnahme habe ich zunächst den Vorwiderstand sowie die Glühbirne überprüft, bei der es sich um eine 500 Watt Birne mit 100 Volt handelt.

 

Während der Inbetriebnahme ohne Film hat der Vorwiderstand bzw. der darum gewickelte Draht angefangen stark zu glühen, ganz ähnlich wie der Draht in einem Toaster. Außerdem hat sich der Geruch von Verbrannten breit gemacht. Ich habe den Projektor infolgedessen direkt ausgeschaltet. Mein Gefühl sagt mir, dass da was nicht stimmen kann.

 

Ich frage mich jetzt ganz laienhaft, was da los ist.

 

Liebe Grüße,

Michael

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Hallo -wenn die Lampe brennt (jene hat 100 V):

der Widerstand glüht bei der Projektion, da er einen Teil der 220/240 V verbrät; der Geruch geht nach einiger Zeit weg -es dürfte sich um angelagerten Staub handeln, der verbrennt oder auch erwärmtes Schmiermittel/Fett -außerdem entwickelt die 500 W-Lampe eine erhebliche Hitze, auch von ihr kann bei Erwärmung "Geruch" ausgehen (aus dem Lampengehäuse).

 

Viel Erfolg, Ernst

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Vielleicht solltest Du den Projektor reinigen, wenn er länger gestanden hat.

 

Lampe und Vorwiderstand abstauben, evtl. hinteren Deckel abnehmen und den abgelagerten Dreck wegmachen.

 

Vorher natürlich Netzstecker ziehen !!! :mrgreen:

 

Viel Spaß dabei,

Silas

 

PS: Filme werden geschont, wenn die Umlenkrollen, Filmbühne, etc. sauber ist. Das vermeidet Kratzer und Streifen.

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Also: als einer der Verfasser von Artikeln über den Siemens 2000 Projektor kann ich Dir sagen: 1) der "verbrannte Geruch stammt" vom angesammelten Staub auf dem Vorwiderstand. Wenn der weggebrannt ist, ist auch der Geruch vorbei. 2) der Siemens 2000 Projektor entstand Anfang der 1950iger Jahre. damals gab es noch 110 Volt Wechselstromnetzte in deutschen Haushalten. Mit 110 Volt wird der Projektor direkt betrieben. Ist die Netzspannung höher (was heute immer er Fall ist) so wird die Differenz von der heutigen Netzspannung von 230 V (früher 220V) runter auf die ursprünglichen 110V durch den Vorschaltwiderstand verbraten - also in Wärme umgesetzt. 3) Gemäß der VDE-Vorschriften der 1950...160iger Jahre wurde teilweise Asbest als temperaturbeständiges Isolationsmaterial verwendet. Kein Grund zu laienhafter Panik ! Einige Varianten des 2000 sind auch ab Werk praktisch asbestfrei.

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Wenn das Ding im Freien betrieben wird, nutz es so wie es ist.

 

Für den Innenraum: falls der Projektor Asbest enthält (lässt sich aufgrund der oben zitierten Seiten feststellen), würde ich ihn nicht betreiben. In Deiner Situation lohnt restaurieren nicht, wirklich nicht. Wenn Du Spass dran hast (und Deine Professorin ihr OK gibt) ist es natürlich was anderes. Ansonsten: versuche Dir einen anderen Projektor zu leihen. Die Dinger werden einem aktuell wirklich nachgeworfen. Falls Du das Teil für eine Ausstellung o.ä. einsetzen willst wo es dann länger in Betrieb ist: die Siemens 2000 werden aufgrund des Vorwiderstands bei längerem Betrieb sauheiss. Auch das ist eher etwas, das für einen anderen Projektor spricht. (Ja, die S2000 gabs auch ohne Widerstand, mit Trafo, lassen sich umrüsten etc etc.. aber es geht hier ja um eine kurzfristig praktikable Lösung, nicht um ein Liebhaberstück in das nefelibata die nächsten Monate seine komplette Freizeit investiert...)

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  • 3 Wochen später...

Hier ist einer der Siemens 2000er in der Ausführung ohne Asbest angeboten. Ist genau der Projektor, den ich als reinen Stummfilmprojektor auch in meiner Flotte habe. Man beachte das Foto vom Haus des Vorwiderstandes.

 

http://www.ebay.de/itm/Siemens-Projektor-2000-16mm-Schmalfilmgerat-inkl-Box-Dif-AVS7641-HA1-/191285382006?hash=item2c897f4b76:g:ffcAAOSwRLZT7Kpz

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Es handelt sich bei diesem Projektor mit großer Wahrscheinlichkeit um ein Exemplar aus Privatbesitz. Dort waren die stummen Versionen üblicherweise verbreitet. Die Tonexemplare waren immer in Schulen und Kreisbildstellen und sind entsprechend intensiv genutzt worden .Zuletzt mit oftmals wenige Pflege und Wartung. Privatbesitzprojektoren sind da in der Mehrzahl der Fälle der bessere Kauf - wenn man so ein gutes Exemplar bekommt. Ich habe meinen stummen 2000er - genauso wie hier angeboten - für 5,-€ bei Selbstabholung bekommen. Der hier geäusserte Preiswunsch ist allerdings überproportional hoch. 40..80,-€ wäre m .E. angemessen.Max. 100,-€ bei TOP-Zustand, klarer Vergangenheit und Versand.

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  • 9 Monate später...

Hallo,

Am 2.1.2016 um 11:13 schrieb B12:

Langsam aber sicher beschleicht mich das Gefühl, das Michael eine Eintagsfliege war.

Nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig. Ich danke dir Thomas, für die PM mit den Erläuterungen. Den Projektor habe ich von meiner Professorin erhalten, um damit zu experimentieren. Er steht in unseren Arbeitsräumen und leider hat sich jemand anderes daran zu schaffen gemacht und die Stromzufuhr überdreht, weshalb es (vermutlich) die Lampe zerhauen hat.

Ich war das Jahr dann mit anderen Projekten beschäftigt und habe mir den Siemens Projektor auch eher Nebenbei angeschaut, um dann zu merken, dass ich nicht ausreichend Zeit habe, um mich in die Materie einzuarbeiten. Nun ist es fast ein Jahr her und es gibt mittlerweile eine neues Forum. Sieht schick aus!

Zum Asbest:

Am 9.12.2015 um 21:58 schrieb Volker Leiste:

Bevor hier groß herumorakelt wird..... schau' in den Schacht vom Vorwiderstand. Wie sehen die Wände aus? Rot lackiertes Blech oder "graue Pappwand" ?

Es ist rot lackiert mit einigen schwarzen Spritzflecken.

Zur Lampe:

Ich würde gerne eine neue Lampe bestellen und habe mich nun auch schon querbeet durch das Forum und die Anleitung gelesen. Bislang verfügte der Projekter über eine Osram 100V 500W. Soweit ich es verstanden habe, sollte es eine Lampe mit 100V sein, die Watt-Zahl hängt aber vom (Vor)Widerstand ab. Auf diesem steht 500W/210-230V und unten ist eine rote 13 aufgedruckt. Die Volt Zahl 210-230V bezieht sich auf den Netzstrom, soweit ich es verstanden habe.

Nun hatte ich überlegt vllt. eine Lampe mit mehr Watt zu kaufen und eine NARVA 110V 750W Sockel P 28s entdeckt. Dafür bräuchte ich aber einen anderen Vorwiderstand, oder? In Frage käme daher nur eine 100V/500W Lampe oder eine 110V/500W Lampe, die aber nur betrieben werden kann, solange die Ampere-Zahl nicht 4,5A überschreitet.

Einen Umbau zu Halogen stelle ich mir eher schwierig vor als Laie im Bereich der Elektronik. Vor allem - wenn ich es recht verstehe - weil es ebenfalls die Helligkeit mindert und ich benutze das Gerät ja vor allem als Lichtquelle und nicht um Filme abzuspielen

Liebe Grüße,
eure Zweitagsfliege Michael

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Als Lichtquelle? Muss das denn sein? Dafür gibt's in jedem noch so schlecht ausgestattetem Labor dementsprechende Gerätschaften. So ein Projektor ist eigentlich mal dazu gebaut worden, filme abzuspielen und nicht als Scheinwerfer missbraucht zu werden.

Verkaufen. An jemanden, der damit projeziert - BITTE!

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vor 7 Stunden schrieb TK-Chris:

Als Lichtquelle? Muss das denn sein? Dafür gibt's in jedem noch so schlecht ausgestattetem Labor dementsprechende Gerätschaften. So ein Projektor ist eigentlich mal dazu gebaut worden, filme abzuspielen und nicht als Scheinwerfer missbraucht zu werden.

Verkaufen. An jemanden, der damit projeziert - BITTE!

Hey Chris,

Ja, erst einmal als Lichtquelle. Das muss nicht sein, aber ich finde, das darf sein. Das Gerät gehört, wie oben beschrieben, meiner Professorin, die den Lehrstuhl Gestaltung Medialer Umgebungen an der Bauhaus Universität Weimar inne hat. Im Studium der Medienkunst fällt das Arbeiten mit analogen Geräten unter dem Thema Medienarchäologie. Micht interessiert zunächst primär das Gerät und sekundär das Abspielen eines Filmes. Es wird jedoch überhaupt nicht ausgeschlossen, dass Schmalfilm durch den Projektor laufen wird. 

Außerdem würde ich einfach mal behaupten, dass der Projektor auch ohne eingelegten Film, ein famoses Lichtbild abgibt. Das Licht wird übrigens dann genutzt um Strukturen von Glas abzubilden. Es existiert demnach quasi auch eine Art Film. Nur, dass dieser nicht im Projektor liegt, sondern außerhalb und davor.
 

Hier ist ein Beispiel von einem Aufbau, den ich letztes Jahr in Istanbul auf einer Messe gezeigt habe.

Liebe Grüße,
Michael

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Ohne Ton würde ich das noch als Vorprogramm- oder Pausenlichtspiel im Kino wollen.

Wenn ich Gestaltung medialer Umgebungen lese, wird mir Grau vor Augen. Wie abgehoben darf man leben? Einen Filmprojektor als Raumlampe? Michael Fischer, hier triffst du Berufsfilmvorführer an. Mir geht so etwas auf den Wecker.

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Ach kommt, kann doch jeder machen, was er möchte. Besser, als wenn das Gerät in einer Ecke "verschimmelt".

Ich finde den Begriff "Medienarchäologie" ja ganz putzig, aber zurück zum Thema: Ich denke, ich kann Dir mit einer Lampe behilflich sein, falls noch benötigt wird.

750 Watt mit 500 Vorwiderstand habe ich auch schon mal gemacht, sollte klappen.

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Lieber Filmtechniker,

offenbar fühlst du dich und auch Chris durch mein wohlwollendes Interesse an den alten Filmprojektor meiner Professorin angegriffen, da du darin vermutlich einen Missbrauch, an dem (dir am Herzen liegenden) Gerät und deines Handwerkes siehst. Ebenfalls verstehe ich, dass der Titel der Professur als abgehoben aufgefasst werden kann. Aber hinter den Begriffen stehen Menschen, die das was sie tun, mit Herzblut betreiben und sich ernsthaft mit Dingen auseinandersetzen.

In Zeiten, in denen Medien sich dermaßen stark und schnell verändern, braucht es neben einer Mediengeschichte eben auch eine Medienarchäologie. Und wenn man den Begriff auch so spielerisch versteht, wie er gemeint ist, dann kann jeder erkennen, dass darin auch eine freundliche Hinwendung gegenüber historischen Medien und ihre Bedeutsamkeit nicht nur für die Geschichte, sondern ebenso für die Jetztzeit, gemeint ist.

Es besteht überhaupt nicht die Intention von meiner Seite sich mit euch (Berufs) Filmvorführern zu messen. Vor allem, da ich mich zu den Menschen zählen, die es genießen und Wert darauf legen, Filme noch auf Film zu sehen und nicht in digitalisierter Form. Ich schätze das Metier, respektieres es und bedauere viel mehr, dass dieses aufgrund diverser Faktoren immer stärker ein Nischendasein fristet. Wir haben in Weimar zum Glück Professuren in der Medienwissenschaft sowie ein Lichthaus, das Wert darauf legt, dass Filme weiterhin auf Film vorgeführt werden.

Ich finde, dass Lichtbild, dass der Projektor wirft, schon für sich ästhetisch und will erst einmal über die Möglichkeiten des Gerätes ohne Film nachdenken. Bitte gebt mir eine Chance statt mich und mein Vorhaben anzufeinden und abzuurteilen.

Liebe Grüße,
Michael

P.S.: @Silas Leachman Danke für dein Angebot. Aber "sollte klappen" mit der 750W Lampe auf dem 500W Widerstand, klingt etwas ungewiss. Gerade wo die Preise für die Lampen dann relativ hoch sind für unser Studiobudget.

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Michael, mein Einwurf ist mehr präventiv gemeint. Weißt du, ich habe einige Semester lang Filmwissenschaft studiert, habe selber eine rein theoretische Arbeit mit dem Titel Ein Beitrag zur Pionierforschung geschrieben. Dann bin ich hauptberuflich in die Kino-Szene eingetaucht und habe die letzten Jahre miterlebt. Das Digital-Trauma sitzt tief.

Spielerisch ist gerade das Reizwort. Da darfst du mich als alten Sack betrachten, für mich ist der Filmtechnikberuf keine Spielerei. Du bist es ja, der schreibt: Ich frage mich jetzt ganz laienhaft, was da los ist. Darauf sollte man eigentlich nicht reagieren. Man tut’s dennoch, weil man, wie du richtig sagst, ein Herz hat. Das Herz erträgt aber keinen Mißbrauch. Der hockt halt immer herum, auch wenn es dir nicht bewußt ist. Er kauert zum Beispiel in dem „wohlwollenden Interesse“. Brauchen wir dein Wohlwollen? Da komme ich nicht mehr mit.

Ich fühle mich überhaupt nicht angegriffen. Um mich anzugreifen, mußt du schon anderes Geschütz auffahren. Nein, die Sache ist subtiler, eine Verschiebung zwischen den Generationen.

Also, mach mit dem Siemens & Halske 2000, was du willst. Wenn es aus dem Lampenhaus stinkt, lernst du, daß da ein Widerstandsdraht glüht und an diesem Staub verbrennt. Am Motor ist ein Fliehkraftschalter, der andauernd Funken zieht. Seine Kontakte brennen ab, irgendwann können sie zusammenschweißen. Ich erinnere mich an den Geruch, mit dem sich das Klassenzimmer jeweils füllte, wenn mein Grundschullehrer den Specht-Film oder einen anderen Sielmann spielte.

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