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70 mm - Vorführtermine (In- und Ausland)


cinerama

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Beim Vergleich von Optiken ist die Konstruktion des Lichtweges (Lampenhaus:; Spiegelapertur, Leuchtfeldlinse + Kondensorlinse, vertikaler oder horizontaler Spiegel, Berechnung der Optik und ihres Schnittpunktes auf diese Parameter) entscheidend. So kann es passieren, dass auf einem Lampenblock von Meopton jede hochmoderne Optik haushoch scheitert und weder Randschärfe noch Punktauflösung zustande bringt. Die Isco-Serie ab 1977 (Einführung Cinelux Ultra) war ein bahnbrechender Fortschritt gegenüber allen vorherigen Doppelgauss-Systemen wir Isco Super Kiptar oder T-Kiptagon. Eben so bahnbrechend der Quantensprung mit Ultra HD Plus oder den Spezialoptiken für 8-Perf-70mm-Projektionssysteme.

 

Findest du es denn jetzt gut oder schlecht, dass das T-Kiptagon zum Einsatz kommt?

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Na ja - ist halt Geschmackssache. Gibt ja da auch viele Kameraleute, die Optiken gern nach persönlichem Geschmack wählen und einsetzen.

Von der Apertur her und dem seinerzeitigen Bildkreis ausgehend, ist das T-Kiptagon die fast einzige Optik, die auf dem hochkomplizierten Beleuchtungssystem der UM70-Projektoren perfekt funktioniert und ein randscharfes und ausreichend hoch aufgelöstes Bild realisiert. Das Nachfolgemodell "Cinelux Ultra MC 70 für tief gekrümmte Bildwände" war am Bildrand nicht scharf zu kriegen. Mich wundert das sehr - ist aber so [vermutlich ist die Bildfensterlinse der UM70 ein Hindernis? Kann Stefan ggf. beantworten?]. Und für [Fantasiepreis nachstehend in den Raum geworfen] "50 Tsdt EUR" jetzt zwei neue Spezialoptiken anfertigen zu lassen, das wäre ja ein sehr gewagtes Experiment.

Persönlich mag ich mehr einen etwa primitiveren Lampenblock, z.B. von Kinoton, mit Brennweitenverstellung des Kolbens und Spiegel für Normalfilm - selbst wenn dabei ein gewisser Helligkeits-Randabfall inkauf genommen werden muss. Aber etliche Optiken von Schneider und Isco (sogar 35mm-Normalfilm-Optiken unterhalb von 80mm) waren auf diesem Block selbst für 70mm-Format gut einsetzbar.

UM70 hat ein perfekt berechnetes Beleuchtungssystem für 35mm- und für 70mm-Formate nach der reinen physikalischen Lehre. Ohne jedweden Randabfall! Aber anscheinend sind die wenigsten der jüngsten Optik-Typen damit "kompatibel" berechnet.

 

Neben der perfekten Ausleuchtung im CENTRUM PANORAMA in Varnsdorf würde ich die Anstrengungen des Betreibers hervorheben, ein Farbfilterungssystem eingebaut zu haben - und zwar direkt in das Lampenhaus!

Bisher wurden Glasfilter (etwa der Filter "1492" von Clemens S. aus Krls., den auch ich dankend von ihm einst erwarb), direkt vor die Austrittslinse gehalten, um geringfügig gefadete Eastmancolor-Kopien etwas im Rotstich abzumildern. Der Filter war vom Spektrum her perfekt berechnet für einen Kompromiss der gering gefadeten Prints, ohne den Weiss-Anteil wesentlich zu verfälschen.

Das CENTRUM PANORAMA (als Schmiede der "Reanalogisierung", wie ich es positiv empfinde), hat anstelle einer einzigen homogenen Glasfläche im Lampenhaus (denn diese würde unter Hitze springen) eine Art Gitterkonstruktion aus Dutzenden kleiner, etwa je 15mm an Breite messender Glasplättchen installiert. So können Verluste an die Projektionsoptik, die durch Filter in der Regel Verluste zeichnen, vermindert werden.

Natürlich darf man keine Wunder erwarten! Aber bei einem Titel wie EISSTATION ZEBRA erwies sich eine frühere Projektion mit dem Cyan-Filter (damals im DFM Fft./Main - wobei der Filter noch vor der Optik hing) als so hilfreich, dass unbedarfte Gäste dachten, dass farblich alles in Ordnung sei.

Bei sehr vielen anderen, stärker gefadeten Filmen aber kommt eine solche Filterung zu spät. In diesem Falle verschiebt sie das Spektrum nur nach Weiss-Grau und nimmt deutlich die Dichte. In solchen Fällen empfiehlt es sich, die Sonne am Bildfenster zu vergrössern (auch bei Kopien mit Randunschärfe ein probates Mittel) bzw. dadurch die Leuchtdichte zu senken.

Einige Kinos haben dies in den letzten Jahren auch praktiziert. Mit oder ohne "Marketing-Genie"... ;-)

Edited by cinerama (see edit history)
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Die Buchung einer Unterkunft sollte über die Veranstalter erfolgen, als Preis wurde mir genannt:

 

Prices for accredited visitors are 340 without dinner or 390 with. Or for unaccredited peoples (standard prices) are 420 with dinner or 490 with.

 

Bei einem Umrechnungskurs von 27,5:1 absolut bezahlbar, fast sozialistisches Niveau.

 

Gruß

 

Stefan

Einladung zum NFF Panorama 70mm FILM mit fotos.pdf

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Prices for accredited visitors are 340 without dinner or 390 with. Or for unaccredited peoples (standard prices) are 420 with dinner or 490 with.

 

Bei einem Umrechnungskurs von 27,5:1 absolut bezahlbar, fast sozialistisches Niveau.

 

Gruß

 

Stefan

Einladung zum NFF Panorama 70mm FILM mit fotos.pdf

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Aber bei einem Titel wie EISSTATION ZEBRA erwies sich eine frühere Projektion mit dem Cyan-Filter (damals im DFM Fft./Main - wobei der Filter noch vor der Optik hing) als so hilfreich, dass unbedarfte Gäste dachten, dass farblich alles in Ordnung sei.

 

Soweit ich mich erinnere, lief die zweite Vorführung der Eisstation ohne Filter, weil zuviele Details in dunklen Szenen einfach "absoffen", ohne daß eine wirkliche Verbesserung dem gegenüberstand. Leider ist die Farbfilterung nicht für alle Arten von Farbfading geeignet, bei manchen gibt es aber erstaunlich gute Ergebnisse, wie im Nachbarthread von Zeitzeugen® beschrieben

Edited by magentacine (see edit history)
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Soweit ich mich erinnere, lief die zweite Vorführung der Eisstation ohne Filter, weil zuviele Details in dunklen Szenen einfach "absoffen", ohne daß eine wirkliche Verbesserung dem gegenüberstand. Leider ist die Farbfilterung nicht für alle Arten von Farbfading geeignet, bei manchen gibt es aber erstaunlich gute Ergebnisse, wie im Nachbarthread von Zeitzeugen® beschrieben

Nein, das war nicht so! Bei CIRCUS WORLD! .

Ich beziehe mich exakt auf Dich, der das (für meine Ohren überraschend) postiv beurteilte.

Bezogen auf EISSTATION ZEBRA.

 

im Nachbar-Thread steht:

 

Wittner hat auf seiner Seite selbst gut beschrieben was das Filter kann - und was es eben auch nicht kann!

 

http://www.wittner-c...vorfu/5002.html

 

Ich wollte z.B. meinen Querkopf oder meinen Petit Baigneur nicht ohne Filter ansehen müssen.

Aber eben, wie Wittner das auch beschreibt, zaubern kann das CRF nicht.

Also keine Wunder erwarten - sich aber freuen, wenn orange / rötliche Filme plötzlich wieder ohne Augenschmerzen angeguckt werden können :smile:

 

Ich war damals für "In 80 Tagen um die Welt" in 70mm und Magnetton extra nach Hamburg gereist (ich meine das war im Streits - oder wars das Savoy?). Sollte so um 1998 herum gewesen sein. Den Vorführer hatte ich nach der Vorstellung auf die guten Farben der Kopie angesprochen (die meisten Magnettonkopien in 70mm waren mir als ROT bekannt). Der zeigte mir darauf hin lachend das mit Tape an die Optik geklebte Wittner Filter und die rotstichige Kopie! Das Filter hatte zwar die Vorstellung nicht überlebt (ein Riss hatte sich gebildet durch die große Hitze der vielen Kilowatt Xenonlicht) - aber das Ergebnis auf der Leinwand war -trotz Riss!- genial. Ich glaube die Kopie damals kam vom mittlerweile verstorbenen Sammler Dobelmann. Der hatte mehrere dieser Filter im Einsatz und hatte sie sogar zusammen mit Kopien verliehen.

Nein. Die Kopie kam aus Düsseldorf!

Edited by cinerama (see edit history)
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savoy1.sized.jpg

 

 

 

So ist das, Savoy, etas abseits auf der falschen Steindammseite gelegen, wird gern vergessen, obschon es zu den besten Häusern der Stadt gehörte.

Vielleicht liet es daran, daß viele nur die grausame Verschachtelung des Herrn Riech aus 1979 kannten.

Auch die Tonwiedergabe war nie berühmt, schließlich war es eine Phillips Anlage mit 20 cm Breitbänder auf 3x3 m Holzplatte... und da hatte sich auch 1979 nichts geändert, außer das jetzt Bahnhofsverstärker statt der Röhrenendstufen quäkten.

Da waren die anderen Breitfilmtheater der Stadt City, Ufa, Oase, Grindel, ... mit ihren Klangfilm Anlagen von besserer Güte. Äh - Grindel auch nicht, Phillips OMA 6 (würg)

 

Das Savoy, eröffnet mit dem üblichen Star- Bahnhof am regnerischen 15 März 1957 als erstes Todd AO Filmtheater der Welt (es war keine Konversion eines bestehenden Hauses!), und erstes Todd AO Filmtheater Europas. Der Architekturentwurf ist baugleich mit dem ein Jahr zuvor errichteten Grindel Cinemascope Theater, mit Abwandelung des Bühnenportales für Todd AO. Der Entwurf stammt von den renomierten Berliner Architekten Glüer, Schlüter und Partner. Joachim Glüer gelang, trotz der Knappheit an Baumaterial in der stark bombenzerstörten Stadt, ein repräsentativer Bau.

Savoy wurde durch den Hamburger Kinounternehmer Herbert Steppan gebaut, der sich in den USA bei Mike Todd (bürgerlich M.Goldenbaum) über die neuen Möglichkeiten des Breitfilmes informiert hatte, und "dieses unbedingt auch haben wollte" (so Frau Steppan im Gespräch).

Steppan besaß ein mittleres lokales Kinounternehmen, zu dem die Oase, die Millerntorlichtspiele, das Filmtheater im Imperial Hotel am Millerntor und einige kleinere gehörten.

Steppan baute das Savoy auf einem Ruinengrundstück am Steindamm in eine Häuserreihe hinein, der Saal befand sich im hinteren Teil, zwischen Vorderhaus (Hotel) und der Straße Pulverteich. Die Phillips Zentrale befindet sich genau nebenan, und die Abt. Tonfilm und Elektroakustik nur wenige Minuten entfernt an der Mönckebergstraße im Kaufmannshaus (Levantehaus)...

 

Als Eröffnungsfilm läuft der rote Staub (RKO-Radio Film) in 35 mm RKO Scope, Mono. Der erste Todd AO Film ist der Werbefilm "Das Wunder von Todd AO", den die Phillips GmbH auf der Photokina 56 ausgiebig gezeigt hatte. Es sollte aber einige Jahre dauern, bis mit dem Rodgers und Hammerstein Singspiel "Südpazifik" ein Breitfilm im Savoy läuft.

"Around the world in 80 days" läuft zwar im Januar 1958, aber als 30 Bilder/s IB-Technicolor Druck Schmalfilm , mit seperatem 8 Kanal Magnetton, einer störanfälligen Technik, die im Nachgang einige längere Zeit währende Rechtsstreitigkeiten über die mangelnde Funktion und den hohen Mietpreis ($1000 = 4000 DM pro Monat(?)) mit sich bringt. In der Abschlußrechnung der Phillips Gmbh wird dieses als "Miete Cinestage Verstärker" berechnet.

Der 8 kanalige Ton hat 5 Front und 3 Effektgruppen (L,M,R). Das Cinestage Bildformat, zur Erinnerung, : 34,5mm Film, Bildverhältnis 1:1,37 stumm, 1,5 Anamorphotische Kompression.

 

Herbert Steppan hatte sich mit dem Bau finanziell übernommen, und konnte Wechselverpflichtungen gegenüber Phillips und die Hypotheken nicht bedienen, mußte 1960 gegen Übernahme des Hypothekenkredites an den Charlottenburger Kaufmann Walter Jonigkeit (Kurbel, Delphi) verkaufen. Jonigkeit hatte die liquiden finanziellen Mittel, um die damals üblichen "Kopienvorauszahlungen" für Breitfilme in Höhe von 350.000 DM (heute etwa EUR 2 Mio) zu bezahlen. Durch die damit verbundenen langfristig (min 3/4 Jahr) exclusiven "Ausbeutungsrechte" für die Stadt und ein Umland von 60 km, gab es den nötigen finanziellen Erfolg.

 

Ursprünglich mit einer 17 m Bildwand ausgestattet, die auf einem mit elektrischer Krümmungsverstellung ausgestatteten Bildwandrahmen des Schlossermeisters Willi Garz aus Hamburg aufgespannt ist, wird am 3.12.1957 gegen eine neue, 21 x 9 m große Wand ausgetauscht.

 

Der letzte Breitfilm, der im Savoy läuft ist am 23.02.2001 der Film "In 80 Tagen um die Welt", allerdings eine WA Kopie aus 1968, ohne Meliesse Einleitung.

Die rechte Todd AO Maschine wurde als Ersatz für die Prevost 70 ins Grindel verbracht, wo sie heute noch stehen dürfte, sie abzubauen ist aufgrund der Masse und der schlechten Zuwegung illusionär, die linke steht bei mir im Foyer. Aufgrund der massiven Beschwerden unserer Vorführkräfte über das Schrottstück und den ST 270Teller sah ich mich 2002 gezwungen, eine moderne FP 30D in Einfachstaustattung einzubauen.

 

Zuletzt hatte das Savoy dann SDDS 8 Kanal, DTS und 6 Kanal Magnetton, mit HPS 4000 Frontlautsprechersystem und der tiefgrümmten Bildwand hat dort Actionfilmkucken bei 70 cd/m2 immensen Spaß gemacht. Die Technik der Ufa war da weit weniger anspruchsvoll, Magnacom und KA 298 Anamorhot mit Super Kiptaren ließen z.B. Bildmäßig keine Güte zu.

 

Das Haus wurde zum 1.1.2003 an einen aus Indien stammenden Moskauer Kaufmann verkauft, dort ein 99 c Dicountgeschäft einrichtete, gleichzeitig aber weiterhin Kino mit Hindi Filmen spielte. Der Spielbetrieb fand dann ein Ende, weil Streitigkeiten über Brandlasten (Feuerwehr Ing) versus Handelswaren (Kaufmann) unüberbrückbar waren.

 

Die Daten entstammen Rechnungen, Prozeßunterlagen und Baudokumentationen in meiner Sammlung. Bilder des ursprünglichen Zustandes, des letzten Renovierungszustandes und der Technik werde ichnoch in die Galerie einstellen.

 

Übrigens türk. oder russische Filme haben wir nie gezeigt, gelentliche Vorstellungen mit Hindi Vermietungen halfen etwas bei den Unterhaltskosten... Der Gedanke, wieder zu eröffnen mußte allerdings fallen gelassen werden, da es sich auch nicht lohnen würde, das Haus wieder aufzubauen. Die verwendeten Baumaterialen aus der Mangelzeit, nicht vorhandene Wärmedämmung, erzeugen unübersehbare Kostenfallen (E-On Mafiabezug für Energie) und die Lage an einem Straßenzug "frei von Nordeuropäern" wird kaum das gewünschte Publikum hereinbringen, auch wenn das noch 2002 vorhandene Drogenproblem (mit Addicts in den Ausgängen) mittlerweile durch den Senat "gelöst" ist.

 

 

Stefan

 

Bilder sind in einer neuen Gallery.

100_1095.sized.jpg

Klassische, mittelgrosse Todd-AO-Stätte im Zweckbau.

Heute zum Typus "Puffkino" umgebaut mit verflachter und verkleinerter Bildwand. Reines Videohaus, das nur zur Wiedereröffnung auf seinen Facebook-Seiten mit Todd-AO-Events und Superlativen warb und sich hartnäckig sträubt, 70mm wieder einzusbauen.

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Nein, das war nicht so! Bei CIRCUS WORLD! .

Ich beziehe mich exakt auf Dich, der das (für meine Ohren überraschend) postiv beurteilte.

Bezogen auf EISSTATION ZEBRA.

 

im Nachbar-Thread steht:

 

 

Nein. Die Kopie kam aus Düsseldorf!

 

Schön, daß sich noch Zeitzeugen an diese Vorstellung im Savoy erinnern.

Ich meine aber das Filter war bei LoA, der irgendwann vorher in meiner 237 min Kopie lief (mitgestopt). Kann mich aber irren.

Die Kopie ist die Schönberger Kopie, die einige Jahre zuvor tatsächlich aus Düsseldorf erworben wurde. Lizenzen von Warner, 120 DM.

Das Filter war nicht vom Wittner, sondern aus Karlsruhe bezogen. Bwi Wittner gabs andere, weniger wirksame.

 

Und die Wirkung? Sehr, sehr zweifehaft, sogar kontraproduktiv. Wie mir durch eine erfahrene Photographenmeisterin mitgeteilt wurde, war die Blaufärbung der Weißwerte unerträglich. Der menschliche Sehmechanismus nimmt Weiss als Bezug, und selbst geringe Verfärbungen stären mehr, als die gefadete Farbe es tun würde. Denn das Rot blendet das Gehirn nach einiger Zeit aus, die verfärbte Weißpunktwiedergabe nicht.

Ich habe dann auch nie wieder solche Filter benutzt. Weil sie idR sinnlos sind und die letzten Kontraste töten,neben den beschriebenen Problemen.

 

Schön, daß @cinerama den alten Post hervorgeholt hat. Der sagt eigentlich alles Wissenswerte aus. Ein schönes Kino, zu diesem Zeitpunkt ein "Försterlingscher Alptraum in Rot", wofür der Innenausstatter nicht mal was kann. Die Arbeit war höchstwertig ausgeführt und nicht auf seine Vorgabe zurückzuführen.

Aber immernoch stimmiger und geschmackvoller, als das, was sich da jetzt befindet. Man sieht, es geht immer noch schlimmer.

 

Immerhin hat der neue Betreiber Wärmedämmung einbauen lassen, was wohl gegen die monatlich 28000 EUR Heizkosten der Senatsspielzeit hilft. Aber dann fällt mir mir immer Dipl.-Arch. Glüer ein, der sagte "Dann sagte mein Statiker: "Die Schneelast, die ist es, wenn wir die in Wegfall bringen können, dann klappts. Also haben wir sie weggeheizt." Und dann Wärmedämmung? Ich gehe winters garantiert nicht in den Puff hinein.

 

St.

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"Ein schönes Kino, zu diesem Zeitpunkt ein "Försterlingscher Alptraum in Rot", wofür der Innenausstatter nicht mal was kann. Die Arbeit war höchstwertig ausgeführt und nicht auf seine Vorgabe zurückzuführen."

 

Für diese simple rot/schwarz-Kombi ( die ab ca. 1988 bei fast allen "Umgestaltungen/Renovierungen" des Konzerns mit dem Rhombus

zum Tragen kam) kann man die Försterlinge wirklich nicht -allein- verantwortlich machen , DIE war das Konzept (mangels ausgeprägtem

eigenen Stil/Geschmack) der Gattin des "Junior-Chefs". Argument : So kann man wenigstens nichts falsch machen. icon_rolleyes.gif

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Au weia. Ist ja anscheinend ein eher baufälliges Areal?

Da würd' ich mich nicht reintrauen....

 

***

 

In der Reihe des bewährten Sonntags-Rätsels: wie sieht das Kameranegativ des folgenden Films aus?

Und welches Filmverfahren von 1954 hatte im selben Gebäude seine Berliner Premiere?

(Zu gewinnen ist nichts - ausser Respekt & Ehre.)

post-75198-0-18072500-1430659655_thumb.jpg

Edited by cinerama (see edit history)
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So, ich hab mich schonmal akkreditiert. Jetzt bin ich mal gespannt, ob meine Frage nach einer günstigen Unterkunft (zweisprachig in Englisch und Deusch) noch beantwortet wird.

 

Und das Programm find ich auch gut. Für mich jetzt schon immerhin zwei Highlights: Eisstation Zebra und Grand Prix (in genau der Reihenfolge).

 

Ich freu mich!

 

Wer kommt denn noch so aus dem Forum?

 

Gruß

Martin

Edited by Martin (see edit history)
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cinerama schrieb:

In der Reihe des bewährten Sonntags-Rätsels: [...] Zu gewinnen ist nichts - ausser Respekt & Ehre

 

Respekt und Ehre, da kann ich nicht widerstehen!

 

Frage 1

wie sieht das Kameranegativ des folgenden Films aus?

 

Es war 70mm breit und 4 Perforationslöcher hoch - THE BIG TRAIL von Raoul Walsh war im Grandeur-Breitfilmformat gedreht. Restaurierung leider nur auf 35mm anamorphotisch, dennoch selbst auf elektronischen Medien ein photographisches Meisterwerk.

 

Frage 2

Und welches Filmverfahren von 1954 hatte im selben Gebäude seine Berliner Premiere?

 

Eine Demonstration von VistaVision war im Metropol am Nollendorfplatz, Datum weiß ich nicht, aber am 8. Dezember '54 gab es noch Perspecta-Demo in der Filmbühne Wien.

Edited by magentacine (see edit history)
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Rätselfrage richtig gelöst. Wobei "VistaVision" besonders schwer zu finden war, weil dafür die Filmecho/Filmwoche-Inserate gewälzt werden müssen. Und erst ein Zeitzeuge mich dazu brachte, den "Nollendorfplatz" einmal zu fokussieren.

Gegenüber den dort bisher bekannten Normalformat-Filmen oder ggü. CinemaScope wurde bei WEISSE WEIHNACHTEN die Kaschierung bei voller Scope-Breite massiv in die Höhe ausgefahren! [Text evtl. demnächst einmal im Original in diesem Forum.] Ob dies die zeitgenössische Theaterkopie (kenne nur zwei Exemplare hiervon) vom Potential hergab, ist streithaft zu erörtern.

 

Die 80 Postings zum Hotel sind leider notwendig, wenn keine Brauerei im Hintergrund steht oder der Hotel-Betrieb selber als Sponsor, der sich mit einem Link hier breitmacht. Daher eine Variante an Möglichkeiten und ein wenig Arbeit für den Interessenten. (Auch ich habe noch keine Hinfahrt nicht organisiert - Filmkopiensicherheit und Technik-Anregungen verbrauchten die ganze Zeit.)

Dass @magentacine regulär nicht erscheint, habe ich erwartet. Die anderen Kollegen seiner Stadt folglich eben so wenig. Die Folge der Folge.

 

Aus dem Forum kommen noch mindestens 3 weitere Personen ausser uns drei Diskutanten. In etwa gleichziehend mit Krnov, aber es soll ja Überraschungen geben...

 

__

 

DIe Marketing-Seite (Facebook) aus Varnsdorf ist auf deutsche erschienen. Recht spät, würde ich kritisieren, aber dafür ganz nett im Outfit: https://www.facebook.com/events/374603679391283/

Edited by cinerama (see edit history)
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So, nun im Zug gen Varnsdorf finde ich endlich die Zeit noch ein paar Zeilen zur 10. Ausgabe des 70mm-Filmfestivals "KRR!" in Krnov (vormals Jägerndorf) zu verfassen.

 

Vorneweg, ich war das erste mal vor Ort, ich hatte also keine Vergleichseindrücke aus Krnov aus vorherigen Jahren.

 

Am Freitag, 17.04. am Kino angekommen überwiegen die positiven Eindrücke: schmuckes Kino (könnte gut zum "Zuckerbäckerstil" der Stalinallee in Ostberlin passen - kann man aber auch kitschig finden), interessante Projektorenausstellung im gesamten Kinogebäude, profesionelle Organisation (Ausgabe Festivalpass, Tickets, etc.), irgendwie stellte sich sofort ein heimeliges Ambiente ein.

 

Aber wozu waren wir hauptsächlich nach Krnov gefahren? Um Filme zu sehen, vom 70mm-Filmbandoriginal. Und genau in diesem Punkt muss (für mich persönlich) ein Festival überzeugen. Atmosphäre, Catering, das ist alles "nice to have", aber erst wenn das Saallicht runterdimmt "geht's an's Eingemachte!".

Also, ran an den Speck: Den Reigen eröffnete ein Blowup von "Le Grand Bleu", von vielen geliebt - von einigen gehasst. Ich zähle mich eher zur zweiten Gruppe, die Musik von Serra ertrage ich eigentlich keine 30 Minuten... Aber ich versuche mich mal in der Aufzählung von Fakten:

- Begonnen wird jede Vorstellung vom (in Blickrichtung der Bildwand) Projektor außen links. Dieser zeichnet sich hauptsächlich durch folgende Merkmale aus:

(Achtung, es folgt eine schonungslose Aufzählung)

 

- schlechter Bildstand in alle Richtungen

- ein quittengelbes Bild, vmtl. wg. des Spiegels

- miserable Schärfe und mäßiger Kontrast generell (sah alles super matschig aus, selbst wenn es der Vorführer mal schaffte richtig zu fokussieren)

- katastrophale Gleichmäßigkeit der Schärfe, maximal die Bildmitte war leidlich scharf (s.o.!), der Rest soff gnadenlos ab

- unpassende Bildmaske: auf dem unteren Kasch landete ein Großteil des Bildes, am oberen Rand dafür ein fetter "Trauerrand", links und rechts leidlich passend

- Magnetton Dolby A ohne wirkliche Höhen, dafür stark mittenbetont. Klang verdächtig nach alter CAT92 im MPU-1...

- Ausleuchtungsgleichmäßigkeit auch mangelhaft, aber darüber würde ich mich nicht beklagen wenn der Rest halbwegs stimmig gewesen wäre!

 

Zur Überblendung und dem 2. Projektor UM 70/35, dieses mal der weiter rechts stehende:

- Bildstand etwas besser, aber trotzdem noch "schlecht" für 70mm

- Das Bild dieses mal nicht quittengelb sondern richtung bläulich-kalt (Spiegel)

- Annähernd dieselben Schärfe- und Kontrastprobleme wie bei Maschine A

- Bildmaske auch hier unpassend, oben über die halbe Bildbreite ein Maskenschatten

- Das Lampenzünden der (automatischen?) Überblendung geht durch Mark und Bein, es schlägt extrem laut in den Saal (v.a. auf den Surround) durch. Könnte auch der Motorstart gewesen sein, kann ich nicht mit Gewissheit sagen

- zu den Überblendungen generell: Ich habe auf dem gesamten Festival keine einzige gute Überblendung gesehen! Teils waren die Kopien natürlich schon stark verschnitten (v.a. EL CID) mit entsprechend fehlenden Sekunden am Anfang / Ende, aber ich habe eher den Eindruck, dass man es hier mit dem Vorlauf etwas "zu gut" gemeint hat, also auf Nummer sicher ging - und lieber 1, 2 Sekunden opferte. In manchen Filmen äußerst unschön, vollkommen unverständlich bei "Vertigo", einer Kopie fast ohne Abnutzungserscheinungen - auch hier Überblendungen mit fehlendem Dialog bzw. Inhalt. Schade!

 

Ich will jetzt nicht zu jeder einzelnen Vorstellung etwas schreiben, weil die Mängel sowieso generell mehr oder weniger immer dieselben waren. Deshalb ein paar generelle Anmerkungen:

- Das Vorhang- und Lichttiming fand ich nicht immer so richtig glücklich, speziell die Vorführung des (witzigen) Festivaltrailers vor jedem Film fand ich etwas "holprig" und unelegant, hätte man etwas schöner lösen können.

- Ich weiß nicht wie der Bildwerferraum personell während des Filmes besetzt war, aber wenn teilweise mehrere Minuten Film (besonders krass bei "Jesus Christ Superstar", aber auch schon beim Eröffnungsfilm) in vollkommener Unschärfe gezeigt werden sollte man mal dringend die technische Organisation "optimieren"! Fand ich äußerst lieblos. Wenn man weiß, dass der eigene Filmprojektor zu Schärfeveränderungen neigt, dann muss man eben PERMANENT danebensitzen. (Was man bei Breitfilm abgesehen davon sowieso immer sollte, siehe Interstellar 70mm, 2 1/2 Stunden durchgehende Laufstreifen wären vllt. aufgefallen, wenn jemand den gesamten Filmweg kontrolliert hätte!). Dies soll jetzt aber keine Unterstellung sein, dass die Vorführer in Krnov Filmbeschädigungen verursacht haben, der Vollständigkeit halber.

- Dass ein Film wie "Terminator 2" (Dolby Stereo SR mit LFE und Stereosurround!) ohne Tiefbasskanal und ohne (hörbaren) Surround daherkommt finde ich schwach. Auch dieser Mangel - wie alle anderen von mir aufgezählten - ohne Kommentar des Kinos.

- Den generellen Bildeinruck im Kino MIR 70 fand ich (auch aus der 2. Reihe) nicht besonders überzeugend. Ich vermag nicht genau zu sagen woran es lag: zu geringe Krümmung, "falscher" Saalaufbau, zu kleine Bildwand im Vergleich zur Vorderwand usw... Dies ist mit Sicherheit auch ein Stück weit geschmackssache, für andere Gäste mag es "gut genug" gewesen sein - ich fand es eher schwach. (Selbst Delphi Filmpalast hatte trotz auch relativ kleinem, abgekaschten Bild aus den ersten 4-5 Reihen eine bessere Wirkung). Diesen Punkt möchte ich jetzt nicht direkt den am Festival beteiligten Vorführern vorwerfen, handelt es sich doch eher um architektonische Grundsatzfragen. Fest steht für mich: auch auf der vorhandenen, relativ flachen Bildwand hätte man ein in Bild- und Tonfragen "solides" Festival auf die Beine stellen können. Vielleicht hätte man auf das opulente Feuerwerk am Samstag Abend (war sicher auch nicht gratis und for free?) eher verzichten sollen um (von mir aus auch in kleineren Schritten) die Technik zu verbessern, vorrangig Bildschärfe und Bildstand.

 

Fazit: Atmosphäre vor Ort nett, Kino ganz schmuck (wenn auch mit mäßiger Bildwirkung), Stadt Krnov sehr sehenswert, Technik weit unterdurchschnittlich. Wenn man nun noch bedenkt, dass dieses Jahr bereits das ZEHNTE Festival stattfand finde ich die teils gravierenden Mängel noch weniger verständlich. Wie will man so der Qualität des 70mm-Filmes gerecht werden? Aus dem ein oder anderen Gespräch vor Ort konnte ich immer wieder die (sorry, nicht böse gemeint) "selbe Leier" hören: "Ja, das Bild ist unscharf, aber sie haben ja kein Geld, usw usf..."

Mein Kommentar dazu: Ausfeilen von passenden Bildmasken, Optimierung des Bildstandes und der Ausleuchtung, vernünftige Toneinstellungen am MPU o.ä., stimmige Vorführqualität (Kontrolle von Schärfe, Timing bei Überblendungen...) - all das kostet erstmal kein Geld!

 

Solange die Filme dort derartig "entstellt" werden (zurück in Berlin habe ich noch am selben Abend eine Rolle eines Filmes aus Krnov zum Vergleich auf 70mm gesichtet - und die Kopie kaum wiedererkannt!) werde ich das Festival nicht mehr besuchen.

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"Kinogong und Platzanweiser" war erstmals "unterwegs und vor Ort": beim ersten 70-mm-Festivallauf im Cinema Panorama in Varnsdorf als Sektion des 12. Neiße Filmfestivals im Dreiländereck. Exklusiv für die Teilnehmer des Filmvorführerforums gibt es den Podcast der Radiosendung (läuft erstmals am 23. Juni d.J.) schon heute für einige Tage hier als MP3-Downloadllink (79 Min. Laufzeit, 72 MB):

https://www.dropbox.com/s/vtpvced2x4a4vxc/KGPAW_150623_Varnsdorf.mp3?dl=0

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Nachlese Varnsdorf:

 

Nach langem Hickhack bin ich Mittwoch Abend gegen 21:30 in Varnsdorf angekommen. Der google - maps ausgedruckte Stadtplan erwies sich sehr hilfreich beim auffinden des Hotels. Die Vermieterin hatte mich vorher per mail informiert, daß die Rezeption nur bis 16 Uhr besetzt sei und ich danach bitte Ihre Handynummer, die sie mir mitteilte anrufen solle.

 

Gesagt getan....piepiep bhvcdjgAhdlfgdjjfdnonexiste. Aha. Nummer gibts also nicht. Hotel verschlossen und kein Mensch da.

Nächster Versuch ohne Länderkennzahl, gleiches Ergebnis. Dritter Versuch mit Null in Vorwahl, gleiches Ergebnis. Vierter Versuch mit Länderkennzahl und Null in Vorwahl, gleiches Ergebnis. Kein deutsches Internetnetz zum googlen. In der Mail stand dann noch die Rezeptionsnummer des Hotels drin. Angerufen und gottseidank wurde diese weitergeleitet und die Vermieterin kam dann von zu Hause, gab mir den Schlüssel.

 

Bett, gottseidank!

 

Zimmer schön und sehr ordentlich und sehr sauber! Allerdings scheint die Stabilität der Betten mit meinen 65 Kilo schon mehr als ausgereizt. Bedenkliches schwanken und knirschen des Lattenrostes.

 

Das Zimmer kostet als Kinovorzugspreis inklusive Frühstück 16 Euro per Nacht; normal 20 Euro.

 

Das Kino liegt zwar da, wo google maps die Nadel hingelegt hat, aber da ist weit und breit kein Eingang / Weg zum Kino zu finden. Man muß die Straße weitergehen bis zum sozialistischen Verkehrskindergarten (sehr süß!), dann rechts abbiegen und hinter der Feuerwehr nochmal rechts.

 

Zum Filmprogramm und der Technik:

Gespielt wurde mit zwei Meopta UM 70 Maschinen mit Horizontalblöcken mit den typisch "umgedrehten" Lampenpositionen in manueller Einzel- oder Doppelaktüberblendung. Tonwiedergabe über Tesla 6 - Kanal Magnettonkopf und Tesla Magnettonververstärker. Entzerrung nach Klangfilm - Mono. Rechte Maschine subjektiv okay, linke Maschine zu viel Wiedergabeentzerrung. Rechte Maschine durch Spiegel Bild recht gelbstichig, nach längerer Eingewöhnungszeit für die rotstichigen Kopien aber sehr hilfreich. Linke Maschine von der Lichtfarbe normal. Bildstand geht noch in Ordnung. Rechte Maschine wird nach längerer Laufphase merklich schlechter und zwar in alle Richtungen.

 

Goya: Wie wir in Karlsruhe gehört haben, vermutlich eigene DDR - Wiedergabeentzerrung entgegengesetzt des Academyfilters, daher hier viel zu schrill. Zusätzlich trat hier im unteren Frequenzbereich irgendein großes Loch hervor, was mir in Karlsruhe so nicht aufgefallen war. Kopie typisch schlierig flackernd und nicht scharf.

 

Doktor Schiwago: Rötliche Kopie, Schärfe durch Blowup nur mittelmäßig, aber doch besser als Goya, Zwischendurch hatten sehr wenige Szenen Ungebungsgeräusche um 180 Grad phasenverdreht.

 

Grand Prix: Noch sehr schöne Kopie, wenn auch hier ein mal mehr oder weniger starker Rotstich auftritt. Zweiter Akt Essig mit den bekannten Mustern im Bild. In einigen Szenen hervorragende Schärfe.

 

Spartacus: Farblich hervorragende Kopie, aber sehr unscharf. Einzige Kopie des Festivals mit Dolby - Magnetton.

 

Hello Dolly: recht rotstichige Kopie mit sehr guter Schärfe.

 

Eisstation Zebra: Farblich noch recht akzeptable Kopie mit mittelmäßiger Schärfe.

 

Can Can: recht rotstichige Kopie mit ordentlicher Schärfe.

 

In 80 Tagen um die Welt: recht rotstichige Kopie mit ordentlicher Schärfe.

 

Weiteres technisches Fazit: Die Einzelaktüberblendungen müssen noch ein bißchen geübt werden, viel mehr müssen aber die Lichteffekte geübt werden. Das ging im Gegensatz zu Karlsruhe fast immer daneben. Der Magnetton ohne Academyfilter ist einerseits eine Wohltat, weil ein typisches badensisches Frequenzspektrum in den Mitten hier ausgeglichener ist und es hier bei lauten Pegeln auch nicht in den Ohren wehtut. Dafür allerdings gabs reichlichst Klirr auf die Ohren. These 1: Die Kopien waren damals extremst maßlos übersteuert aufgenommen worden, um bei dem technisch veralteten Magnetit nicht im Rauschen unterzugehen. These 2: Die Magnettonvorverstärker taugen wenig. These 3: Die Versorgungsspannung für die Magnettonvoerverstärker ist unzureichend, so daß der bei lauten Pegeln einfach abschneidet.

Komischerweise war gerade bei der Dolby - Kopie von Spartacus genau jenes badensische Mittenspektrum prägnant, das dort im Süden mit dem Ausschalten des Academyfilters und Einschalten der Rauschunterdrückung wegfällt und es dann auch hervorragend klingt.

 

Das verwendete Isco T Kiptagon zeichnet kontrastärmer als die moderne Optik in Karlsruhe und auch ein bißchen unschärfer, hat aber eine hervorragende Gleichmäßigkeit der Schärfe von links nach rechts, was eindrucksvoll bei den Mehrbildaufnahmen von Grand Prix und nach einigen Aktwechseln im Bild auftauchenden Bildstrichen zu erkennen war. Gerade auch die Mitte zeichnet sich durch eine hervorragende Gleichmäßigkeit aus - gut zu erkennen bei den Titeleinblendungen - was im Süden - trotz besserer Bildschärfe insgesamt - nicht ganz erreicht wird.

 

Möglicherweise wurde aufgrund von leichter Kondeswasserbildung am dritten Tag subjektiv nicht mehr ganz die Schärfe des T Kiptagons der Vortage erreicht.

 

Die Magnettonwiedergabe der Tongeräte war absolut ohne jegliche Pegel- oder Azimutschwankungen, was ich so gut auch noch nie gehört habe. Ich hätte nie gedacht, daß das bei dem steifen Filmlappen technisch überhaupt möglich ist.

 

Das Laufgeräusch der Maschine mit Film ist im Vergelich zur DP 70 sehr leise.

 

Des dem Kino angeschlossene Restaurant war von den Einheimischen immer gut besucht. Das Essen war sehr lecker und hat etwa so um 3,50 für eine 45 cm Pizza oder um 5,50 für eine große Portion Nudeln gekostet.

 

Fazit: Einige Kleinigkeiten noch in Ordnung bringen und weitermachen! Ich komme wieder!

 

Gruß

Martin

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"Kinogong und Platzanweiser" war erstmals "unterwegs und vor Ort": beim ersten 70-mm-Festivallauf im Cinema Panorama in Varnsdorf als Sektion des 12. Neiße Filmfestivals im Dreiländereck. Exklusiv für die Teilnehmer des Filmvorführerforums gibt es den Podcast der Radiosendung (läuft erstmals am 23. Juni d.J.) schon heute für einige Tage hier als MP3-Downloadllink (79 Min. Laufzeit, 72 MB):

 

https://www.dropbox....nsdorf.mp3?dl=0

 

Hervorragende Dokumentation, besten Dank!

Eindrücke von mir folgen auch noch in Wort und Bild.

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Die zusammenfassende Sdg.zum 70mm-Filmfestival hätte ich gern per CD zugeschickt: Anmeldung bei den Portalen ist nicht so mein Ding... Danke vielmals dafür!

 

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@Martin berichtet soweit richtig und zeigt damit, dass man überall mit dem Filmmaterial arbeitet, dass noch existiert. Bei GANZ PARIS TRÄUMT VON DER LIEBE war das Color Fading weinrot, aber nicht rosa wie bei einigen EL CID- und BEN HUR-Kopien heutiger Festivals. Bei 80 TAGE ähnlich, aber schwankend bis hin zu deutlich wahrnehmbaren Farben - bei diesem Film würde sich eine nochmalige Transfusion, diesmal mit den Akten von @Stefan2, bemerkbar machen, weil einige davon bunter sind, andere wiederum nicht. Die "Transfusion" müsste man andenken, bevor das verfügbare Material alle Restfarben verloren hat. Das fände ich sehr erfreulich!

Beim SPARTACUS in der restaurierten Version verhält sich die Bildschärfe auf die Niveau zwischen einem Blow up wie DIE HARD und einer Super-Technirama 70mm-Kopie von 1960. Aber das wissen fast alle. Um 1992 hatte ich beide Versionen: die schärfere Erstaufführungsversion und diese Restaurationsfassung. Für letztere entschied ich mich eindeutig und vergab die Erstaufführungskopie an einen Sammlerkollegen.

 

*

 

Zum T-Kiptagon schrieb ich bereits, dass es meine Ansprüche nicht befriedigt. Das Cinelux Ultra MC70 von @Stefan2 war besser im Vergleich (während die ebenfalls bessere Optik in dem Kino in Karlsruhe m.E. eine 35mm-Spezialoptik ist, deren Eigenheiten der Bildwandkrümmung gegenkompensatorisch zugute kamen). Nur ist das Cinelux Ultra MC70 mit f = 65mm in Hinsicht auf das CENTRUM PANORAMA deutlich zu kurz in der Brennweite: leider, leider stand das Bild über 1 Meter über den Kasch. Gesucht werden daher zwei goldene 70mm-Projektionsoptiken der Brennweite 71 - 75mm. Zu diesen Fragen könnte @Shomanship ein Urteil abgeben und ggf. Alternativen benennen, wenn er möchte.

 

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War ja das erste Festival dort. Und die Zusammenarbeit war durchaus quirrlig und auch turbulent (wenn ich - wie immer - mit den Tests und alternierenden Versuchen "überrasche"). Es zogen aber alle am gleichen Strang, alles verlief respektvoll und die Vertrauensgrundlage war absolut gegeben. Solches Treiben kann nicht von allen Spielstätten erwartet werden, die meist auch andere Aufgaben und Prioritäten zu erfüllen haben. Hier aber war es fast wie in einem "Laboratorium der Kinematophie": man bemühte sich seit Monaten, möglicht viel an Projektionsfehlern auszumerzen und das mit deutlichem Gewinn. Wenngleich der Status auch nur ein Zwischenstand ist!

Einen Orden verteile ich auf jeden Fall schon jetzt: für die Konzentration, trotz eines bei GRAND PRIX seitenverkehrt eingelegten Startbandes das Wichtigste im Griff gehabt zu haben: hundertprozentig richtig eingelegter Film und (trotz eines Bildstrichfehlers inmitten der Ouvertür von 80 TAGE) ein perfekt eingehaltenes Grössenverhältnis der Filmschleifen. Mein persönlicher Orden geht nach Varnsdorf gerne dafür: kein einziger Filmriss.

2016 geht es weiter, es kam auch die Frage, ob man auch dann auch mit den Berliner Potentialen rechnen dürfe, und zumindest meinerseits ein hundertprozentiges Ja. Wie es mit dem Bundesarchiv verhandelbar sein wird, kann ich nicht sagen. Es gibt einen Plan, und er betrifft nicht nur Varnsdorf, sondern bemüht sich allgemein eine Lockerung bei den Ausleihmodalitäten zu erreichen.

 

*

Nun noch etwas Fotogenes zum Schluss. Leider ging ja die eine Fotokamera während der Abreise verloren. Ein paar Bilder vom anderen Kollegen sind eingetroffen: er erlaubt sicherlich das Einstellen der Bilder?

Gut fotografiert wie immer. Achtung aber bei den Perspektiven: auf Fotos wirken Bildwände stets kleiner als von Angesicht zu Angesicht. Aber das kennen die meisten ja bereits.

Verzichtbar waren allerdings die mir zu gross erscheinenden tschechischen Untertitel. Man spielte sie aber live ein, während in Krnov immer ein halbes Dutzen an Durchläufen der Archivkopien riskiert werden, bis man die elende Untertitel-Arie in den Griff bekommen hat.

Der Ton war deutlich besser als beim Erstbesuch. Mir gefiel aber der konventionelle Magnetton besser als der Dolby-Magnetton.

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