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70 mm - Vorführtermine (In- und Ausland)


cinerama

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Eigentlich habe ich naiver Weise erwartet ein Bild wie in "Oklahoma" von 1956, in einer

modernen Produktion von Heute, unter dem Titel "Dunkirk" sehen zu dürfen.

Leider war das schon in den ersten Szenen der Tagesaufnahme in den Strassen von

Dünkirchen nicht der Fall. Flucht von englischen Soldaten vor deutschen Gewehrfeuer.

Poppige Farbe die mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Die Gesichter und Hauttöne total

daneben. Nur einer der Engländer überlebt und kommt an den Strand zu den 300.000 anderen

die auf die Ausschiffung nach England warten. Da schon wieder der bekannte "Blautouch" der Foto KEM Kopierung und zeitweise starker Gradation. Innerhalb von verschiedenen Einstellungen in einem Szenenablauf ganz unterschiedliche Farbgestaltung.

Dazu die dumpfe Musik von Herrn Zimmer, welche wieder fast den ganzen Film lang überlaut drööööööhnte. Muss man mögen! Kenneth Branagh steht auf der Mohle den ganzen

Film lang und überlebt alle Angriffe von der deutschen Luftwaffe (3 Flugzeuge). Zwischendrinn dann wieder mal etwas Lufkampf zwischen den Engländern denen dann erst

am Ende des Films der Sprit ausgeht und noch über lange Strecke ohne Motor den letzten

deutschen Bomber abschiessen kann und danach mit mechanisch ausgefahrenen Rädern eine

einwandfreie Landung hinbekommt. Dann die deutschen G3 Gewehre die lauter Löcher in die

Bordwand eines Schiffkutters schiessen, bishin als plötzlich alle gecharterten Privaten Fischkutter und Ausflugsboote aus England gleichzeitig in Dünkirchen ankommen und die

restlichen 200.000 Soldaten nach England rüberschippern können. Hier zum ersten Mal ein

"Theme" rauszuhören, was aber glaube ich ein Titel von Elgar war.  Die deutsche Luftwaffe

hatte die 3 Flieger schon verloren, da kam dann kein Angriff mehr.

Ein Film, der für mich in der 70 mm Qualität keinen Eindruck hinterlassen hat. Es waren ja neben den Farbstich auch einige Effektshots mit Matte Painting oder ähnlichen zu sehen, die

auch nicht die Qualität hatten wie z. b. in "Cleopatra" oder andere Werke der Zeit.

Der Trailer zu "Orient Express" in 70 mm im Vorprogramm war Welten schlechter als die

Kinowerbung davor!

Die Vorführung von Markus war aber einwandfrei. Die Kopie hatte weder Laufstreifen oder

sonstige Schäden bis heute abbekommen, obwohl ja von Teller usw.

Der Ton jedoch war Zeitweise am Limit der Lautsprecher, meinen Ohren nach zu urteilen

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Vollends derselben Meinung, danke für die zutreffenden Analysen! 

Da gibt es zeitgenössische Kodachrome- und Agfachrome-Aufnahmen auf 16mm, die trotz des nieseliegen Wetters in Dünkirchen Juni 1940 absolut normal, brillant und farbgetreu rüberkommen.

Aller Wahrscheinlichkeit weisen auch die beiden Negative von Nolans DUNKIRK zwar ansatzweise Entwicklungsprobleme (wegen des heute fehlenden Imagecare-Programms) auf, aber niemals derartig verstörende Farbkreuzungen und Denaturierungen wie

in den folgenden Dupkopien!

Die gesamte Duplikatentwicklung ist eine Katastrophe. Hätte man den Film in einem einzigen Format, sinnvollerweise vollstaendig in Super  Panavision gedreht (alte 65mm-Mitchell-Kamera mit 60er Jahre Optiken, mit einer Filterung und mit anderthalb Blenden Überbelichtung), hätten wir alle von Dünkirchen mehr gesehen und verstanden als in einer grobkörnigen, sumpfig-stilisierten Anmutung.

Den Freunden des Films und Regisseurs aber sollte man auch nicht altes Kino aufzwingen. Viele zeigten sich enthusiastisch in Anbetracht dieses Looks. Aber für die Freunde des 70 Millimeter Films wäre es auch beglückend, wenn Sie in Zukunft wieder eine Alternative geboten bekommen würden, dass man wieder einen anderen Weg beschreitet und tatsächlich aus dem 70 mm-Format die klassische Schaerfe, Auflösung, Bildfeldtiefe und Räumlichkeit herausarbeitet. Muss ja nicht der ganze Film visualisiert sein wie einst "Cleopatra" und "Oklahoma". Über zumindest einige wenige raumgreifende Szenen waere man schon dankbar! Aber in den letzten 35 Jahren tauchte das nicht einmal mehr ansatzweise oder als Zitat auf. Meines Erachtens auch nicht in BARAKA. Nur in einigen OmniVision-Produktionen erahnbar.

Der Score von Zimmer erschien auch mir in keiner Weise polyphon, kontrapunktisch, seriell, gefuehlsberstaerkend oder distanziert-sbstrahierend oder etwa melodramatisch. Er wirkt rein mechanistisch reduziert, zur reinen Evokation von zumeist dumpfen Empfindungen, die eine gewisse manipulative Wirkung, ähnlich einer Droge, erzielen, jedoch nicht zum Denken anregen, sondern ein militaristisches Timbre "bedienen". Das ist ein raffiniertes kommerzielles Konzept, vergleichbar mit Visual Effects und deren sich selbst nährender Bewegungs-Motorik.

 

-

 

Der Hauptfilm MURDER ON THE ORIENT EXPRESS wird deutlich besser aussehen als der Trailer und ansatzweise klarer und räumlicher als die Christopher Nolan und Tarantino- Produktionen. Ähnlich HAMLET vom selben Regisseur. Auch dies wird einige hier im Forum unbefriedigt zurücklassen, nicht zu Unrecht, aber einen derartigen technisch-optischen Tiefststand wie DUNKIRK haette man sich im Traum nicht vorstellen können. Das, was Nolan und sein Kameramann vorhatten, hätten sie optimal im klassischen Super 35 Format ausleben können. Dass sie sich mit ihrem visuellen Stil den realen Eindrücken der damaligen Zeit genähert zu haben glauben, ist angesichts der Aufnahme-Ästhetik und der abgelieferten Kopierwerksarbeit auszuschließen.

Es gibt hier allerdings die Gegenstimme eines Kriegsveteranen, der die IMAX-Veranstaltung in London besuchte und sich wie real in das damalige Erlebnis zurückversetzt fühlte. Das hat dann aber inszenatorische und ausstattungstechnische Gründe, mit Sicherheit nur wenig aufnahme- und kopierwerkstechnische Gründe.

 

Danke für den Report.

Edited by cinerama (see edit history)
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vor 28 Minuten schrieb cinerama:

Der Hauptfilm MURDER ON THE ORIENT EXPRESS wird deutlich besser aussehen als der Trailer und ansatzweise klarer und räumlicher...

Nanu?

So viel Optimismus?

Vermutlich wird ein relativ großer Anteil der Handlung im oder um den Zug herum spielen.

Da ist schon mal zu befürchten, das das Material die gleiche digitale Mühle durchläuft wie der Trailer.

Das Ergebnis beim Trailer ist ja bekanntlich grauenhaft, auf  70mm.

Und eine der "Greenscreen" Aufnahmen die schon bei Hamlet den furchtbarsten Eindruck hinterließen

(ich glaube das war direkt vor der Pause), waren noch analog kopiert.

Orient Express 2017

Zumindest macht das Nolan oft richtig, in dem er viele Hintergründe gleich "live" mit filmt, wie bei Interstellar.

Wenn auch mit Hilfe digitaler Projektion...

 

naja, die Hoffnung stirbt zuletzt

 

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Vom 10.8.-1.9.17 bringt die American Cinematheque ein 70mm-Festival.

 

Jedes Festival ist wertvoll und unersetzlich für die Aufrechterhaltung des Interesses an diesem Filmverfahren, jede Kopie ist der Diskussion und des konstruktiven Streits würdig, und fast immer trifft man auf anregende Gesprächspartner.

Der Vielfalt, den starken Unterschieden der Filme und möglichen Kontroversen könnte man auch mit einem kritischen und dennoch aufrüttelnden Marketingtext Rechnung tragen.

 

Warum nun, fragt man sich, muss das Marketing in den auf Aufklärung zielenden Kinematheken so undifferenziert mit Superlativen und Wundern Werbung treiben? In jedem Heimkino Forum findet eine differenzierte Betrachtung statt als in den vermeintlichen Gralsstätten des Filmerbes.

 
THE RETURN OF 70MM

Seeing a movie in the 70mm format is a totally immersive, even exhilarating experience. From Super Technirama 70 to Ultra Panavision to Dimension 150 and more, the 70mm large-screen format has always promised - and delivered - a Barnum-esque world of spectacular sights and 6-track sounds. The Golden Age of 70mm filmmaking from 1955 to 1970 brought us nearly 60 Hollywood features, among them such masterpieces as VERTIGO and 2001: A SPACE ODYSSEY.

In addition to films shot in large-format, many more were released in special engagements as 35mm-to-70mm blow-ups (which still offered sound and image quality superior to their 35mm counterparts). This was a particularly popular practice in the 1980s; our recent 82 Blowup series highlighted a small cache of prints recently discovered in England, including THE DARK CRYSTAL, E.T. THE EXTRA-TERRESTRIAL and THE THING. This month, we’re pleased to present two additional prints from that find: BACK TO THE FUTURE PART II and Steven Spielberg’s ALWAYS.

In recent years, a new generation of directors has embraced 70mm filmmaking - Christopher Nolan, Quentin Tarantino and Paul Thomas Anderson have all stretched the boundaries of the medium with dazzling widescreen epics. Joining their ranks this summer is Patty Jenkins with WONDER WOMAN; the success of that blockbuster action-adventure reaffirms the sensory wonders possible with 70mm film.

Series also include 70mm prints of LAST ACTION HERO, HOOK and STREETS OF FIRE.

Series compiled by Grant Moninger. Program notes by John Hagelston.

 

http://americancinemathequecalendar.com/content/the-return-of-70mm

Edited by cinerama (see edit history)
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Spoiler

 

Ab August wird an mehreren Orten "Lawrence of Arabia" wieder aufgefuehrt - sozusagen in digitalisierten 65/70 Millimetern (sog. Reanalogisierung).

Zugrunde liegt das DCDM der gescannten und retuschierten Restaurierung von 2012. 

"Has never looked better" schreibt das BFI und ist in solchen Beurteilungen nicht sattelfest. Arbeiten beim BFI Lichtbestimmer und Zeitzeugen der Premieren-Version? Oder hat man dort Szene für Szene die bisher vorliegenden Versionen miteinander verglichen? Es sind nur Märchen des Marketings, an denen sich selbst Urheber David Lean 1988 wider besseren Wissens beteiligte, als schon damals eine finale und perfekte Version heraufbeschworen wurde.

 

Eher machten sich einige Kollegen dieses Forums die Mühe und stellten zutreffend Vor- wie Nachteile der digitalisierten Version von 2012 gegenüber der Version von 1988 und 1962 fest. Die schlechtesten 70mm-Kopien wurden zweifelsfrei zwischen 2002 und 2010 gezogen (absaufende und verfärbte Schatten, Sound-Format in DTS). Die besten Kopien gab es nur zur Premiere vom noch frischen, aber bereits beeinträchtigten Kameranegativ, aber schon nach 7 Jahren, 1970, sahen sie deutlich gefadet aus.

Der neueste Look in der 4k Projektion von 2012 wirkt gegen Todd-AO-Film der Premierenzeit etwas flach und artfremd, die zweite Negativrolle war auch schon vom Farbschwund betroffen und sieht seither aus wie eine Mond-, nicht wie eine Wuestenlandschaft - aber viele Szenen sind auch farblich superb, andere liegen lichtbestimmerisch daneben, und in ein paar von Anfang an unterbelichteten Einstellungen (z.B. die Streichholzszene) wurde 2012 der Kontrast sehr stimmig aufgebessert. Die Bildsauberkeit ist auf alle Fälle so gut wie nie. Einige dieser Eigenheiten (die kritisierenswerten) werden in der 70mm-Kopie von 2017 nicht anders sein können.

 

https://whatson.bfi.org.uk/Online/default.asp?BOparam::WScontent::loadArticle::permalink=lawrenceofarabiain70mm&BOparam::WScontent::loadArticle::context_id=

 

http://do512.com/events/2017/8/20/lawrence-of-arabia-70mm

 

https://www.google.de/amp/www.indiewire.com/2017/07/lawrence-of-arabia-70mm-restoration-trailer-david-lean-peter-otoole-1201860153/amp/

 

 

tumblr_ma7tzazaYv1qkg5u5o1_400.gif

Edited by cinerama (see edit history)
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vor 14 Stunden schrieb stefan2:

Die Shellac Schallplatte ist das überlegene Medium der Musikwiedergabe.

Kannst du das auch beweisen?

 

Wann steht das komplette 70mm-Festivalprogramm in Karlsruhe fest und wie teuer wird der Festival-Pass pro Person für uns Forumsmitglieder?

 

Gruß

Maximum

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Aber die Ermäßigung gibt's nur für den harten Kern und nicht für die, die sich schon 5 mal mit Pauken und Trompeten aus dem Forum verabschiedet haben :) 

 

(kleiner Scherz am Rande, wie sehen uns in KA zu einem hoffentlich interessanten Gespräch übers Kino) 

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Dich meinte ich auch gar nicht, beziehe bitte nicht immer jede Kritik unsererseits auf Dich. Soweit ich weis, hast Du dich noch nie unter Androhung der Hinzuziehung eines Anwaltes aus dem Forum verabschiedet um dann, 4 Wochen später wieder zu erscheinen. Da gibt es andere Kandidaten, die eine sachliche Kritik absolut nicht vertragen - das ist wie mit Wirtsleuten.

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On 8/20/2017 at 1:46 AM, Maximum said:

Kannst du das auch beweisen?

 

 

Gruß

Maximum

Ja. Wurde direkt geschnitten und gepresst. Damit geringste Kopierverluste, direkt von der Membrane auf das Master, und dann zur Platte. Keine Zwischenschritte, keine digitalen Verbastelungen. Einfach nur reiner klang. Früher war alles besser.

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vor 2 Stunden schrieb stefan2:

Ja. Wurde direkt geschnitten und gepresst. Damit geringste Kopierverluste, direkt von der Membrane auf das Master, und dann zur Platte. Keine Zwischenschritte, keine digitalen Verbastelungen. Einfach nur reiner klang. Früher war alles besser.

 

Die Rillen sind auch viel breiter als bei der LP und "Hubraum" kann man nun mal nicht ersetzen. ;-)

Allerdings wurde auch ab Lichttonmaster und Magnettonmaster geschnitten. Dann sozusagen ein DUP.

 

SCNR und Grüße

 

Salvatore

Edited by Salvatore Di Vita (see edit history)
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