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Das Kinosterben geht weiter


SchumiFV

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Hallo,

 

hat wohl keiner bemerkt, aber in Berlin ist seit Ende Dezember das kleine "Provinz-Kino" in Reinickendorf geschlossen. Es wurde vor etwa einem halben Jahr noch von einem anderen Betreiber übernommen und in "Olympia" umgetauft.

Sicher ist diese Schliessung kein allzu großer Verlust, da das Kino wirklich nicht besonders schön war, aber ich denke mal, dass es um jedes alte, traditionelle Kino schade ist...

Mein nochmaliger Besuch dieses Kinos am letzten Tag ließ doch bedeutende Verbesserungen erkennen: für die Sichtbedingungen eine optimierte, dunklere Farbabstimmung der Wandfarben und eine größere, von Wand zu Wand gespannte Leinwand.

Möglicherweise hat sich die Konkurrenz zum so hypermodernen 8-Saal-'Alhambra-Flmhaus' bemerkbar gemacht, aber auch das Problem, ein solches Einelhaus mit einem Schienenspiel aufzuwerten.

Ob das Gebäude noch anmietbar oder schon entkernt ist, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis.

Der Neon-Schriftzug 'Olympia' war vom gleichnamigen, heute abgerissenen Traditionskino am Zoo übernommen und machte viel Eindruck, besonders in den Abendstunden.

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Hallo, letzte Woche hatte die Bundeshalle in Reutlingen den letzten Spieltag, demnächste wird wohl wegen Eigentümerwechsel des Gebäudes das Ried Casino in Nauheim(ist in der Nähe von Frankfurt) schliessen.

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Hallo,

 

im Residenz in Köln ist nun ein Ramsch-Buchladen drin... sehr effektive Nutzung :roll:

 

Seit wann gibt es denn das Residenz nicht mehr? Bei dem Kino muss ich immer an den "bewegten Mann" denken. Im Residenz wurden doch einge Szenen (Tod in Venedig im Pupskino) gedreht...

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Hi, das Resident ist wohl seit Dezember 05 dicht, ist von Greater Union wegen angeblicher baulicher Mängel geschlossen worden.

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Hallo, das Diana Kino in Aachen ist wohl jetzt auch geschlossen worden, näheres dazu ist mir aber nicht bekannt.

 

Es war eines der letzten Traditionskinos in Aachen.

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Hallo, das Diana Kino in Aachen ist wohl jetzt auch geschlossen worden, näheres dazu ist mir aber nicht bekannt.

 

Es war eines der letzten Traditionskinos in Aachen.

 

Das DIANA liegt/lag nicht direkt in Aachen, sondern in einem vorort, burtscheid, einem vorort, in dem traditionsgemäß viele kurheime, krankenhäuser, rehabilitationszentren angesiedelt sind. Diese nachbarschaft hatte in den 50 - 70er jahren den spielplan des DIANA beeinfußt, bevor man dann in den späten 70ern "reguläres" filmprogramm nachspielte. Das DIANA hatte immerhin als einzigestes kino in aachen eine "Raucherloge" und einen servicebetrieb im kinosaal und somit eine kleine "ausnahmestellung" in der aachener kinolandschaft. Später wurde dann auf programm-kino/filmkunst umgestellt. Wie ich hörte, sollen größere auflagen im bereich brandschutz und sicherheitstechnik dem kinobetrieb den garaus gemacht haben.

 

einer meiner frühen lehrmeister, herr czech, führte dort vor ... ich kannte ihn nie schlechtgelaunt und nie ohne zigarre im mundwinkel, die natürlich fachgerecht mit einem brennenden papierschnipsel angezündet wurde, der wiederum vorher am kohlebogenlicht des gerade laufenden projektors in brand gesetzt wurde.

 

... time goes by ...

 

Diana1.jpg

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...leider geschlossen,

 

Biberach an der Riss (BW): Ringtheater

http://www.kinoliste.com/kinoliste/kino...hp?kino=95

 

momentan geschlossen

Laupheim (BW): Regina Lichtspiele

http://www.kinoliste.com/kinoliste/kino...p?kino=160

 

geschlossen:

 

Giengen an der Brenz (BW): Regina Kinocenter

http://www.kinoliste.com/kinoliste/kino...p?kino=108

 

as time goes bye....

 

Atomic

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Hallo, letzte Woche hatte die Bundeshalle in Reutlingen den letzten Spieltag

Gibt es in Reutlingen nur noch das Planie? Da war doch vor Jahren noch ein alter Zweckbau rechts neben der Fußgängerzone mit Ausgängen am Berghang. Ich glaube das waren 3 Spielstätten in einem ehemaligen Einzelhaus.

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momentan geschlossen

Laupheim (BW): Regina Lichtspiele

http://www.kinoliste.com/kinoliste/kino...p?kino=160

 

as time goes bye....

 

Atomic

 

Die Regina Lichtspiele werden wohl geschlossen bleiben. Das schließe ich daraus, dass hier im Forum in den letzten Wochen viele Teile des Inventars angeboten worden sind.

 

Ich denke, das Problem war in diesem Fall, dass das Regina vor vielen Jahren der Länge nach geteilt wurde. Dabei sind zwei relativ kleine Bildwände entstanden. Die Säle waren auch nicht mehr besonders chic. Solche Kinos will die heutige mobile Jugend nicht mehr, wenn 20 Autominuten entfernt mehrere moderne Center warten.

 

Trotzdem schade um jedes Kino.

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Gleiches beim Ringtheater Biberach. Der Sternenpalast der Fam. Kutter erfüllt alle Wünsche des 'modernen' Publikums und ist auch sonst gelungen. Ins Ringtheater wurde nicht mehr investiert, sodass es keine Chance mehr hatte. Für Biberach ist ein Kino mit 7 Sälen auch das Maximum, bei ca. 30.000 Einwohnern.

Jens

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Stadtkino Stefan Ried im Innkreis/Österreich

 

Mit Anfang Februar 2006 geschlossen.

Website noch aktiv: www.stadtkino-stefan.at

 

2 Säle, 400 Sitzplätze

 

Das Kino wurde in ca. 1985 umgebaut und war dann immer stark besucht.

Aufgrund des besonderen lebensstil des Betreibers wurde bis zur Schließung fast nichts investiert und sanken auch die Besucherzahlen.

 

Der Betreiber meldete den Konkurs an und das Kino wurde um versteigert. Eine Firma aus Salzburg plant eine Spielhalle.

 

Schade um das Kino!

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Atelier Kino Wien/Österreich

 

Neues Kinosterben in Wien?

Atelierkino von Schließung bedroht - Kinoreform sieht vor, dass Unternehmen nur mehr für zwei "Arthouse-Kinos"-Standorte Förderungen erhalten

Wien - Wien droht ein neues Kino-Sterben. Laut der "Presse" von Samstag steht das 1967 von der Constantin-Gruppe übernommene Atelier-Kino in der Wollzeile vor der Schließung. Das Gebäude werde bereits von potenziellen Nachmietern - meist Discobetreibern - inspiziert. Zahlreiche Betreiber fürchten die Schließung weiterer Traditions-Kinos. Schuld sei die Reform der Kino-Förderung, die am Dienstag im Gemeinderats-Ausschuss beschlossen werden soll.

 

"Wettbewerbsverzerrende Lex Constantin"

 

 

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Künftig bekommen Unternehmen, die mehrere "Arthouse-Kinos" besitzen, die kulturell wertvolle Filme zeigen, nur mehr eine Förderung für zwei Standorte, so die "Presse". Die Neuregelung trifft in Wien vor allem die Constantin-Gruppe, weswegen Constantin-Geschäftsführer Christof Papousek erbost von einer "wettbewerbsverzerrenden Lex Constantin" spricht. Das Atelier-Kino verliere künftig 9000 Euro pro Jahr, rechnet Papousek vor. Er kann nicht ausschließen, dass auch in einem der fünf anderen Traditionskinos der Constantin-Gruppe (Auge Gottes, Artis, Tuchlauben, Actor's Studio, Urania) bald die Lichter ausgehen.

 

Weitere Schließungen betroffen

 

Christian Dörfler, Besitzer des Haydn English Cinema, fürchtet weitere Schließungen. Denn am Dienstag werde mit der neuen Kinoförderung gleichzeitig die Investitions-Förderung gestrichen: "Damit verlieren die alten Kinos gegenüber den Großkinos massiv an Boden." Alte Kinos könnten nicht mehr investieren, würden unattraktiv, verlieren Kunden, kämen in wirtschaftliche Probleme: "Die Multiplexe sind wenige Jahre alt und müssen nichts investieren." In der Praxis hieße das: "Man bestraft die alten, kleinen Kinos."

 

Wirtschaftskammer unglücklich mit Änderungen

 

Bisher wurden die Wiener Kinos mit ca. 730.000 Euro pro Jahr gefördert. 50 Prozent waren für Investitionen (Modernisierung) kulturell wertvoller Kinos reserviert. Diese 365.000 Euro werden am Dienstag ersatzlos gestrichen - nachdem die Kinoförderung als Provisorium bereits 2005 auf 207.004 Euro gesenkt wurde. Auch die Wirtschaftskammer ist mit dem neuen Regime nicht glücklich: "Wir haben sehr darum gekämpft, dass die Förderung so bleibt, wie sie ist", sagt Klaus Vögl, Fachgruppengeschäftsführer der Wiener Wirtschaftskammer.

 

Mailath-Pokorny rät, sich Geld bei Wirtschaftskammer zu holen

 

Im Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) rät man den Lichtspiel-Betreibern hingegen, sich das Geld von der Wirtschaftskammer zu holen: "Wir sind der Meinung, dass Investitionsförderung eine Aufgabe der Wirtschaftskammer ist." Dass Investitionen kleiner Kinos bisher unterstützt werden, sei kein Argument: "Wir renovieren auch keine Buchhandlungen."

 

VP-Gemeinderat Bernhard Dworak sieht noch eine Chance, den Beschluss der Kinoförderung am Dienstag zu verhindern - und appelliert an die SPÖ: "Mit einem Besucher-Minus von rund 20 Prozent im Vorjahr ist die Situation der Kinos sowieso schwierig. Gerade jetzt braucht die Branche ein Signal - keine Kürzungen." (APA)

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  • 2 weeks later...

Im Netz gefunden: (falls noch nicht allgemein bekannt)

Bundeshalle Reutlingen soll abgerissen werden.

 

Gerhard Steinhilber, seit 20 Jahren im Haus tätig und 6 Jahre Eigentümer,

habe das Areal an einen Bauunternehmer verkauft. Rückläufige Besucherzahlen

und Konkurrenz auch zur DVD, sowie der verstärkte Druck zur unbezahlbaren

Digitalisierung werden als Gründe genannt.

 

Bundeshalle Reutlingen R.I.P. :cry:

 

Ringtheater Biberach 1952-2005 R.I.P.

(Todesursache stärkere Konkurrenz und die Verleihpraxis)

 

 

Ebenfalls nicht mehr betrieben wird das Delta in Bietigheim.

Nachtrag: Ist offenbar zu verkaufen. 120 Plätze, DD+DTS

 

 

Weitere Abgänge zu verzeichnen?

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  • 4 weeks later...

Aus dem Kölner-Stadt-Anzeiger v. 08.05.2006 über das Kölner Residenz:

 

Australien ist weit

VON FRANK OLBERT

 

Schon wieder hat ein Kino in der Innenstadt geschlossen, doch das hält die Politik nicht von großen Träumen ab.

 

Früher wurden hier Kinokarten verkauft, und weil dies in durchaus stilvoller Umgebung geschah, steht das Foyer des Residenz unter Denkmalschutz. Seit ein paar Wochen ist das verwaiste Kassenhäuschen indes von Pappkartons mit Büchern umstellt: Ein Antiquariat hat hier geöffnet, denn Filme gibt es im „Resi“ nicht mehr. Aus „technischen Gründen“ sei der Betrieb „derzeit“ eingestellt, heißt es auf einem Zettel an der Eingangstür. Das „derzeit“ kann man getrost streichen, die „technischen Gründe“ eigentlich auch. Der Zettel stammt noch vom vergangenen Dezember.

 

Wieder hat ein Kino in Köln dicht- gemacht, wieder eines am Ring - nach Capitol, Theater am Rudolfplatz, nach Apollo, Lux und wie sie alle hießen. Nun also das Residenz, das den Auflagen des Brandschutzes nicht mehr genügte und eine neue Belüftungsanlage im Wert von angeblich einer Million Euro benötigt hätte. Das „Resi“ gehörte zur Lübecker „Neue Filmpalast GmbH & Co. KG“, die wiederum Teil der CineStar-Gruppe ist. Das Mutterhaus von CineStar steht in Australien, und Australien ist sehr weit weg.

 

Zu weit für die Sorgen von Christian Schmalz, der das Off Broadway in der Zülpicher Straße betreibt und einst beim Broadway engagiert war, das ebenfalls schließen musste. Oder von Joachim Kühn, dem es gerade gelungen ist, das Filmhaus-Kino vor dem Aus zu bewahren und der zusätzlich die Filmpalette bespielt. Beide Kino-Betreiber sind sich ziemlich einig in der Einschätzung der Lage: „Viele Filme gehen an Köln vorbei“, sagt Kühn. „Die Innenstadt verödet“, meint Schmalz.

 

Nicht allein aus cineastischen, auch aus stadtplanerischen Gründen könnte die Lage der Lichtspielhäuser also rosiger aussehen in Köln. Kinobesucher sind potenzielle Restaurant- und Kneipenbesucher, sie beleben Stadtzentren, die sich ohne kulturelle Angebote allabendlich in menschenleere Betonwüsten verwandeln. Nicht zuletzt deshalb hat der Verband der Film- und Fernsehproduzenten NRW Kölns Kulturdezernent Georg Quander vorgeschlagen, in die Neubaupläne für das Schauspielhaus auch einen Kinosaal einzubeziehen.

 

In filmischer Hinsicht hat es zwei Konsequenzen, wenn wie im Fall des Residenz plötzlich drei Leinwände - darunter die großformatigste Kölns - fehlen: Manche Filme laufen gar nicht mehr in der Stadt oder weit nach Bundesstart an. Vor allem aber versuchen die verbliebenen Kinos, den Mangel zu kompensieren - sie nehmen mehr Filme als bisher in ihr Programm auf, müssen die einzelnen Filme auf jeweils weniger Terminen präsentieren, was dazu führt, dass viele Vorstellungen schneller ausverkauft sind und mancher vor der Tür bleibt. Aber: „Wer einmal weggeschickt wurde, der kommt nicht so rasch wieder“, weiß Joachim Kühn.

 

Immerhin, es werden nicht nur Kinos geschlossen in Köln - ein wenn auch eher schwacher Trost fürs betrübte Cineastenherz ist die Wiedereröffnung der Cinemathek unter neuen Vorzeichen. Ohne Zweifel ist es zu begrüßen, dass der Kinosaal im Museum Ludwig wieder bespielt wird. Ein filmhistorisches Gedächtnis aber ist dieses „Filmforum NRW“ mit Vereinsverfassung nicht mehr, eher ein Gemischwarenladen mit vielen Betreibern und bislang wenig Strahlkraft.

 

Vor diesem ernüchternden Hintergrund wirken die Pläne der Politik ein wenig wie Blütenträume. Als die neue Landesregierung aus CDU und FDP ihre Koalitionsvereinbarung verabschiedete, war darin von einer Filmhochschule für Köln die Rede - mittlerweile hat sich eher Schweigen über dieses Vorhaben gelegt. Dafür wird aus städtischen CDU-Kreisen für ein Filmfestival geworben, das mit Starpower daher- kommen soll - derweil ist die „Feminale“ in der jetzigen Form definitiv abgeschafft und steckt „Short Cuts Cologne“ in Schwierigkeiten. Große Pläne lassen sich eben leicht schmieden, bloß könnte es sein, dass die Kölner Realität Naheliegenderes und vor allem mehr an der Praxis orientiertere Schritte erfordert.

 

Gruß

I-Max

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  • 4 weeks later...

Cinestar Villingen-SChwenningen schließt zum 1.7.06 und alle Mitarbeiter haben wohl Ihre Kündigung bekommen, Ufa Palast Hamburg hat heute den letzten Spieltag.

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ZOO PALAST Berlin steht nachwievor zur Disposition. Zwar verkünden einige voreilige Blätter, er werde erhalten. Tatsache ist aber lediglich, daß das Landesdenkmalamt gegen einen Abriß Protest erhob, währenddessen die komissarische Betreiberin UCI abwechselnd für ein Ausscheiden aus dem Mietvertrag, dann plötzlich wieder für die Verlängerung des Mietvertrags - allerdings bei Abriß des Altbaus und Neubaus eines Multiplexes, aber auch schon einmal für Erhalt des "alten Kastens" (der sich aber nicht rentiere) plädierte. (Vgl.: http://www.berlinonline.de/berliner-kur...t;start=60 )

Thomas Empt, Projektentwickler der Bayerischen Immobilien GmbH, mit dem ich angesichts seiner generellen Kino-Beseitigungsforderungen an die Stadtverwaltung auf dem Architekturgespräch 67 vor einem Vierteljahr drastisch zusammenprallte, mimt nun den Wolf im Schafspelz und verkündet (offenbar vom Widerstand des Denkmalamts und auch der Bezirkspolitik beeindruckt) Pläne für den angeblichen "Erhalt" der Kinostätte.

Prinzipiell soll dabei der große Saal um ein Drittel verkleinert werden, da er unrentabel sei.

 

Absoluten Vorrang aber hat nachwievor die Durchführung der Einkaufsschneise vom Hochausriegel am Bahnhof Zoo (sog. "Giraffenhaus") mitten durch den Komplex Zoo-Palast, weiterführend über das Bikini-Haus bis zum ehemaligen Kugelkino heranreichend. Diese Schneise wird nämlich definitiv durch den großen Zoo-Palast-Saal unterbrochen, es sei denn, man führte sie durch das jetzige Foyer hindurch und bildete durch Vorbau eines Bogens noch vor dem Kinoeingang eine Art "Umlenkung" für die erhofften Konsumentenströme. Aufgrund aber ergonomischer Erwägungen und auch mehrstöckiger Geschäftsauframpungen scheidet wohl diese "weiche" Option leider aus.

Das bedeutet in aller Klarheit: der große Saal ist keinesfalls mehr haltbar, sofern es nicht noch zum Aufstand der Bevölkerung für Erhalt von Traditionskinos in Berlin käme, was eine völlig neue Art der Zivilcourage wäre.

 

Den großen Saal will weder UCI noch die Bayerische Immobilien AG haben, und auch der opportunistische Baustadtrat Dr. Gröhler, der auf's Bürgermeisteramt schielt, will ihn nicht, wenn ein "moderner" Kompromiß für "irgendein" Kino greifbar wird, notfalls ein Multiplex, bei dem er sein Gesicht als investorfreundlicher Bezirkspolitiker mit kulturellem Feigenblatt wahren kann. Die mit den GRÜNEN regierende SPD ist indes gegen jegliche Zerstückerlung des großen Saals, könnte aber 2007 schon gar nicht mehr an der Macht sein.

 

Mit einer Verkürzung des Saals kippt nun der integrale architektonische Entwurf Gerhard Fritzsches von 1956: die Ovalform des im italienischen Opernstil erbauten Auditoriums und die Deckenformation brächen formlos in sich zusammen, sofern der Bühnenraum nach vorne gezogen würde, wenn fernerhin der gerundete Bühnenvorhang eingeflacht und die Eingänge verlagert würden.

Eine Verkürzung des Saals kann aber nur nach genau diesem Plan erfolgen, da explizit der heutige Bühenraum inmitten der angedachten Einkaufsschneise liegt, währenddessen der Vorführraum in Art eines Schwalbennests "eingehangen" ist und bauökonomisch keinerlei Belastung für die Einkaufsmall darstellt. Im Klartext: es stehen eben massiv das heutige Foyer und der direkt darüber liegende Bühnenraum der Einkaufsmall im Wege.

 

ucizoo07.jpg

 

Angeblich haben sich die Filmfestspiele geweigert, unter solchen zerstückelten Bedingungen weiterhin das Haus für die Berlinale zu buchen. Dies kümmert Thomas Empt von der Bayerischen Immobilien AG nicht im geringsten, denn die einmalige Anmietung im Jahr sei für ihn völlig ohne Bedeutung. Um aber, denke ich, nicht als "Kinomörder" dazustehen, offeriert er freibleibend potentiellen Kinoinvestoren eine umgebaute Schmal-Version Zoo-Palast, den er am liebsten völlig aus der Welt schaffen würde (auf dem Architekturgespräch äußerte er noch zynisch: Kinos seien heute nicht mehr so im Trend, sondern mehr die Flachbildschirme und DVDs. Auch sei der Zoo-Palast 1957 mit "Zürcher Verlobung" eröffnet worden, einem alten deutschen Film, den heute keiner mehr sehen wolle, wie - ebenso - auch dieses Kino heute nicht mehr gewollt sei. Obwohl: er ginge sehr gern ins Kino, er habe nichts gegen Kino...).

 

So wird der "Schwarze Peter" geschickt an die jetzige Betreiberin weitergereicht, die Tera-Group, die das Kino nach meinem Eindruck ohnehin nur als Melkkuh nutzt und nicht das Geringste seit Jahren investiert hat. Oder, so Empt - man suche nach einem Investor aus dem Kinobereich, der die von ihm gütlich vorgeschlagenen Umbauten mitfinanzieren solle.

 

Folglich müßte aufwendig in Umbauten und Saal-Verkleinerungen investiert werden, wo das Haus eigentlich nur eine Renoviuerung bräuchte! Diese Variante ist deshalb hochgefährlich, zumal 2007 ein eher schlechtes Kinojahr wie schon 2005 werden könnte: und damit wäre der Weg frei zum völligen Abschuß der Spielstätte, gegen den auch kein Denkmalamt mehr einschreiten kann.

 

Faktisch wären die Betriebskosten im benachbarten Royal-Palast (der dieser Tage in Trümmern liegt, aus denen nur noch ein gewaltiges Cinerama-Skelett hervorragt) günstiger gewesen, auch mit Sicht auf eine Festivalvermietung wirtschaftlicher als im Zoo-Palast.

 

2008/09 kann damit gerechnet werden, daß - vom Delphi-Palast einmal abgesehen (ursprünglich kein Kinozweckbau, sondern ein Tanzpalast) - kein einziges Großraumkino in Berlin mehr besteht.

 

http://morgenpost.berlin1.de/content/20...30571.html

 

ucizoo09.jpg

 

Alle Bilder: www.kinokompendium.de

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ZUm Monatsende schloß auch das Kinocenter in Ahrensburg, einer Stadt mit etwa 30000 Einwohnern am nordöstlichen Stadtrand Hamburgs.

Damit ist diese Stadt jetzt kinolos, und der liebevolle Theaterleiter Wilh. Tietjen arbeitslos.

Der Verlust der zur CineStar Gruppe gehörenden Mini und Maxi Säle in ihrem 70 er Jahre Komfort ist sicher zu verschmerzen, zudem auch technisch das KC nie befriedigend war. Die vor einigen Jahren als Ersatz für die aufgebrauchten Ernemann VIIIb eingebauten sozialistischen Gebrauchtprojektoren, haben keine Verbesserung gebracht, sondern sogar schlechtere Ergebnisse und sind mittlerweile über ihre Lebenserwartung hinaus in Betrieb gewesen. Die Enemann Teller sind wie der bauliche Gesamtzustand ebenfalls am Ende ihrer Lebenserwartung.

Eine Neuentwicklung ist nicht zu sehen, der bauliche Komplex wird rückgebaut.

Für die Ahrensburger gibt es sicherlich Möglichkeiten Kino in Hamburg zu sehen, Dank S - und U Bahnanschluß auch für nicht motorisierte Jugendliche zu erreichen, müssen Wegezeiten von 1 Stunde eingeplant werden. Was sicherlich einige Besucher zukünftig verstärkt zur DVD Nutzung bewegen dürfte.

 

 

Ja um den Ufa Palast Hamburg ist es schade, waren dort Vorhänge und ein bemühtes Personal zu finden. Auch die Ausstattung der Säle wirkte wertiger, als in anderen plexen. Doch wie der neue Eigentümer anmerkte: Kinos wollen sich Renditemieten nicht leisten, und dann geht es auch ohne Kino.

 

Stefan

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