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"Jetzt in diesem Jahr"?


F. Wachsmuth
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Posted (edited)

Ich finde es beeindruckend und lobenswert, dass Logmar nach den Erfahrungen des ersten Logmar-S8-Prototypen drangeblieben ist, der es ja nie auf den Massenmarkt geschafft hat. Es kommt eben nicht oft vor, dass jemand heutzutage eine neue S8-Kamera entwickelt und produziert, das lange Warten auf Kodak spricht Bände, wie schwer es offenbar ist, hochwertige Technik zu fertigen.

Ich finde, die Gentoo wirkt wie eine richtige Profikamera und das ist beabsichtigt: sicher besteht die intendierte Kundschaft Werbe-, Musikfilmer, die zahllose Kassetten für wenige Minuten Film verdreht, wie mal Phil von Pro8mm gesagt hat, und dafür 100%ige Einsatzbereitschaft der Technik einfordert. 

Ich bin gespannt, wie viele Kameratechnikverleiher die Gentoo in ihr Programm aufnehmen werden, denn mal eben so wird sich sicher kein Privatkunde so etwas für seine Home Movies zulegen, selbst wenn man es sich damit schönrechnen könnte, dass der Preis günstiger als bei manchem aktuellen Leica-Kameramodell ist.

Toll ist: die zwei Tüftler aus Dänemark haben gezeigt, dass man durch viel Idealismus und Beharrlichkeit seine Kameraträume wahr werden lassen kann und eine Spitzenkamera auf den Markt gebracht, die Profis sicher ansprechen wird. Hoffen wir, dass damit Super8 im Profisegment stärker eine Option wegen seiner unverwechselbaren Ästhetik wird, denn steigende Filmverkäufe sichern die Verfügbarkeit des Mediums auch für uns Amateur und Experimentalfilmer, die ihre liebgewonnenen Schätzchen im Grossmutteralter sorgsam gewartet mit viel Freude noch sehr lange nutzen möchten. Aufregende Zeiten!

Edited by Patrick Müller (see edit history)
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vor 1 Stunde schrieb k.schreier:

Aber auf das "Ausfädelns" des Films aus der Kassette zur Führung über eine kameraeigene Andruckplatte -wie bei der Logma- wurde verzichtet?

Ja. Ich bin gespannt, wie sie trotzdem eine herausragende Bildqualität erzielen wollen. Eigentlich hätte man der Ankündigung zwingend ein Vimeo-Beispieltestfilm zur Seite stellen müssen.

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Posted (edited)

Hui, 4995 Euro plus Steuern (!) plus Objektiv, was aber als c-mount Version (?) von Schneider oder Angenieux anschlussfähig und möglicherweise schon vorhanden sein könnte. Es lohnt sich auch, die Beschreibung genau zu studieren, die Filmführung geht über einen zuvor in die Kassette einzusetzenden Spacer, und v.a.: es wird nur eine Bauserie mit x Exemplaren geben, wenn die Bauteile verbraucht sind, "ischt Ende". Also hochexklusiv, weil nur in begrenzter Stückzahl erhältlich.

Was das für einen künftigen Service bedeutet, weiß ich nicht, wie war das denn beim Vorgängermodell? Kann das ggfls. heute noch repariert werden? Friedemann, Patrick?

 

Edited by jacquestati (see edit history)
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vor 1 Stunde schrieb Patrick Müller:

Eigentlich hätte man der Ankündigung zwingend ein Vimeo-Beispieltestfilm zur Seite stellen müssen.

 

So wie ich das verstanden habe ist das Modell auf dem Foto eine reine Designstudie aus dem 3D-Drucker. Es gibt noch keine funktionsfähige Kamera.

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vor 4 Stunden schrieb k.schreier:

Aber auf das "Ausfädelns" des Films aus der Kassette zur Führung über eine kameraeigene Andruckplatte -wie bei der Logma- wurde verzichtet?

 

vor 1 Stunde schrieb jacquestati:

Es lohnt sich auch, die Beschreibung genau zu studieren, die Filmführung geht über einen zuvor in die Kassette einzusetzenden Spacer

 

 

ok...soweit war ich noch nicht vorgedrungen  ich hatte mir nur die Bilder angesehen...

was auch immer ein "Spacer" ist.....

 

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vor 1 Stunde schrieb Gizmo:

eine reine Designstudie aus dem 3D-Drucker. Es gibt noch keine funktionsfähige Kamera

Doch. Nur eben noch keine aus Serienfertigung. Beispielfilm aus jener ist offenbar schon unterwegs zur Entwicklung...

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vor 10 Minuten schrieb ruessel:


Dieses dänische Fachchinesisch verstehe ich nicht. Daher werde ich auch hier einfach mal abwarten.

 

Spannend wird es für mich erst, wenn (Kodak oder jetzt) Logmar seine Kameras nicht nur über professionelle Verleihe an Profis vertreibt – das wäre für mich so „spannend“ und „relevant“ wie Logmars 70mm Kamera, anders gesagt aus meiner Sicht absolut uninteressant –, sondern wenn sie ihre Kameras an Universitäten gäben (in Form von Kooperationen o.ä.?).

 

Den Nachwuchs früh an Film heranführen hilft. Am besten auch schön günstig. Das erste Mal ist doch immer kostenlos 😉

 

Andererseits machen das ja viele Filmhochschulen bereits oder immer noch. Wenn, dann allerdings eher auf 16mm. Hatte Logmar da nicht auch mal irgendwas vor?

 

Ich wünsche denen erstmal alles gute und verfolge das gespannt!

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vor 32 Minuten schrieb ruessel:

die Firma hat kaum noch Kapital zum Fertigen.

Du hast da eine 2020er Bilanz ausgegraben! 🙂

 

Aber eigentlich steht das da ja eh auch klar: Fertigung (einmalig) nur bei ausreichenden Vorbestellungen. Finde ich jetzt nicht so überraschend. 

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Zitat

Du hast da eine 2020er Bilanz ausgegraben!

 

Deshalb gehe ich noch von etwas schlechteren aktuellen Zahlen aus. Wo soll es auch während einer Pandemie herkommen?

Und nun aktuell, allgemeine Wirtschaftsleistung geht zurück, Preise explodieren, Teile nicht lieferbar....würde mich echt wundern wenn das Projekt erfolgreich verläuft. Gönnen tue ich es der Firma, sie hängen da ja mit Leidenschaft dran..... oder sagen wir so - mutig.

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vor 14 Stunden schrieb k.schreier:

ok...soweit war ich noch nicht vorgedrungen  ich hatte mir nur die Bilder angesehen...

was auch immer ein "Spacer" ist.....


Es wird wohl die Andruckplatte von GK-Film gemeint sein, wobei Andruckplatte die falsche Bezeichnung ist, denn bei der S8-Kassette erfolgt bekanntermaßen weder mit noch ohne "Andruckplatte" ein Andruck. Es wird lediglich ein Hohlraum (Space) kompensiert. Ein anderes Beispiel aus der Film- und Kinotechnik:
An Zahntrommeln in Kameras und Projektoren befinden sich Sicherungsrollen, die oftmals fälschlicherweise als Andruckrollen bezeichnet werden. Wenn ich es richtig verstehe, soll der "Spacer" den "Registration pin" (Sperrgreifer) und die kameraeigene Andruckplatte ersetzen.  Zahntrommel, Sperrgreifer und Andruckplatte wurden hier wohl zugunsten der Kompaktheit gewissermaßen eingespart.

Edited by Martin Rowek (see edit history)
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  • 3 weeks later...

Die Gentoo in 50er Kleinserie ist schon wieder Geschichte. Wie Vorbesteller auf Facebook berichteten, haben sie gestern von Logmar folgende Mail erhalten: "We regret to inform you that due to many last-minute unforeseen customer contract cancellations and pushouts the gap between the existing orders at hand, and our minimum ordering quantity towards our subcontractors have grown too big to bridge and therefore we will not be able to go forward with the Gentoo camera platform at present time and will therefore not be able to accept your order." Schade, bleibt zu hoffen, dass das nur verschoben und nicht ganz aufgegeben wurde. 

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Mal sehen, € 4995 × 50 = € 249'750. Ein schöner Haufen Geld. 4995 Euro ist halt schon ein Haufen Geld und daran scheitert’s. Es ist eine Kamera für Super-8-Film. Das paßt nicht zusammen. Der Ektachrome als einziger frischer Umkehrfarbfilm ist auch zu teuer. Als Kodak von $ 700 für die angekündigte Béhar-Kamera gesprochen hatte, Jeff Clarke zuvorderst, war das im Rahmen.

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vor 24 Minuten schrieb Film-Mechaniker:

Mal sehen, € 4995 × 50 = € 249'750. Ein schöner Haufen Geld. 4995 Euro ist halt schon ein Haufen Geld und daran scheitert’s. Es ist eine Kamera für Super-8-Film. Das paßt nicht zusammen. Der Ektachrome als einziger frischer Umkehrfarbfilm ist auch zu teuer. Als Kodak von $ 700 für die angekündigte Béhar-Kamera gesprochen hatte, Jeff Clarke zuvorderst, war das im Rahmen.

Ich bin positiv überrascht, daß Logmar anscheinend in der Lage gewesen wäre für nur 250k€ die Gentoo zu entwickeln und auch noch alle 50 zu fertigen. Du bist mit Deinen finanziellen Ansichten in einer längst untergegangenen Welt, Simon!

An der Gentoo zeigt sich wunderschön das Dilemma, das auch für Kodak gültig ist:

Man kann keine S8-Kamera für 1000€ anbieten, wenn man nicht mindestens 10000 davon verkauft; wenn man daran noch etwas verdienen möchte und nicht, wie Logmar womöglich noch die eigene Arbeitszeit mit geringen ansetzt.

Je niedriger die Stückzahl, um so höher sind Material-, Herstellungs- und vor allem die anteiligen Entwicklungskosten.

Und so wird auch die Kodak nur kommen, wenn der Markt für eine knapp 3000€-teure Kamera auch eine Stückzahl von knappe 1000 o.ähnl. hergibt.

Das gilt sinngemäß auch für den E100D in S8, ich glaube nicht, daß diese Mini-Stückzahlen für weniger produzierbar sind.

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Denke kaum, dass das ein Prestige-Teil für den Schmalfilm-Enthusiasten bzw. dessen Vitrine werden sollte.

Die Frage ist wohl eher, wie viele Equipment-Verleiher regelmäßig eine Super-8-Kamera vermietet bekämen,
so dass sich die Investition auch lohnt.

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