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70 mm - Vorführtermine (In- und Ausland)


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3 Tage noch bis zum "2nd 70mm Weekend - Centrum Panorama, Varnsdorf (Czech) - May 12 - 15, 2016"

 

Heute treffen die beiden Ultra-Panavision-Anamorphote ein. Solche historischen Vorsätze wurden zuletzt eingesetzt für Wiederaufführungen von MUTINY ON THE BOUNTY: auf der Berlinale 2009 für "70mm Bigger than Life", etwa zwei Jahre vorher für "Todd-AO-Festival Karlsruhe" oder für das "70mm-Filmfestival in Cinemateket Oslo - Norsk Filminstitut". Jüngst auch für die Sondervorführung von HATEFUL EIGHT eines dänischen Kinomachers.

Schaltet man dahinter eine hochmoderne Grundoptik, kann sich das Bild in der Schärfeleistung sehen lassen: der Anamorphot mit nur leichter Entzerrung von 1,25x richtet weniger Schaden an als Anamorphote für den 35mm-Film mit der stärkeren Entzerrung von 2,0x.

Da im Centrum Panorama strikt am Überblendungsbetrieb festgehalten wird, war die Beschaffung gleich zweier Anmamorphote nicht ganz einfach. Erste Rückmeldungen der Tests gibt es heute abend.

 

Die Kopienvorkontrollen haben schon vor Tage begonnen. Nicht der kleinste Bildstrichfehler möge passieren, hoffen die Varnsdorfer!

Die Vermutung der Sprachfassung von DIRTY DOZEN ist jetzt bestätigt: französische Synchronisation. Dem Vernehmen nach ohne eine Surround-Information. Allerdings: Exzellente Blow-up-Schärfe.

Als extrem schwierig erwies sich die Remontage von BEN HUR vor einigen Jahren, unter optimalen technischen Bedingungen in mehreren Sichtungswochenende im "Orpheum" in Schönberg abgehalten, von Farbfading-Prozessen gar nicht erst zu reden Aus drei Kopien aus 1959 wurde die alte Camera-65-Version auf 70mm weitestgehend wieder hergestellt. Drei Minuten etwa mussten aus einer 1968 umkopierten Version ergänzt werden. Ansonsten werden BEN HUR und MUTINY ON THE BOUNTY als Direkt- und Premierenkopien vom Kamera-Negativ offeriert: der Untersched zu allen späteren Versionen und Umkopierungen wird in Ton und Bild überdeutlich!

Mit weiteren 70mm-Einsätzen von BEN HUR im Originalformat würde ich kaum noch rechnen wollen. Weltweit nur noch kaputtes Material in den Archiven. Allenfalls böte das besser erhaltene Originalnegativ von MUTINY ON THE BOUNTY eine Chance der Neukopierung auf 70mm...

 

Der seit der Premiere kaum mehr auf 70mm gelaufene THE BIG FISHERMAN soll laut Varnsdorf in exzellentem Zustand sein. Abgesehen vom Color-Fading. 7 volle Rollen. Eine Abtastung wurde neuerlich erfragt.

 

Der farbliche und mechanische Bestzustand zeichnet die Filmtitel ALIEN NATION (O.V.), E.T. (O.V.) und STIRB LANGSAM (deutsche Fassung) aus.

 

Hier noch für schnelle Infos das Tagebuch der jüngsten Vorbereitungen - auf Facebook: https://www.facebook...?ref=ts&fref=ts

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Edited by cinerama (see edit history)
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Vielleicht arbeitest Du noch etwas an Deiner Grammatikarbeiz. Bei nur zwei Sätzen kann man vielleicht nochmal draufschauen.

Und jetzt greife ich hier ein!  Alles was ab jetzt nicht direkt mit Aufführungen von 70mm Titeln zu tun hat, wird gelöscht! 

Bitte Vorsicht Salvatore, denn Dein Posting ist offtopic und könnte vom Moderator gelöscht werden. Aber Du, als bester Kumpel des Moderators, scheinst hier ja ohnehin eine Netiquetteimmunität zu besit

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Auch in Euro, soweit ich mich doch gut erinnere. Zu 95% sicher. Ansonsten manage ich das gerne vor Ort.

 

Furthermore: evtl. gibt es eine zweite surprise-Einlage Freitag spaet.

Soll dafuer entschädigen, wenn, wie hart vermutet wird, eine Rolle eines Hauptfilms einen Wasserschaden aufweist.

Edited by cinerama (see edit history)
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Ich tippe mal, die erste Surprise-Einlage ist die fehlende 70mm-Rolle, welche letztes Mal in Berlin liegenblieb? Wäre jedenfalls 'ne tolle Sache für die treuen Varnsdorf-Besucher nach dem Motto: "Hier kommt der Rest der Breitfilm-Show, höchst eindrucksvoll - in Todd-AO!"

Edited by Jeff Smart (see edit history)
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Nicht zu schaffen.

 

Und auch die legendären perfekten Hand Abläufe und Timings waren nicht zu schaffen, weil das Programm durch mich überfrachtet wurde.

Zwölf Uraltkopien liefen zwar ohne die geringste Beschädigung oder Filmrisse durch, aber es musste öfter mal etwas nachgezogen werden. Ein verkehrt angeliefertes Startband führte zum verkehrten Anspielen einer Overture, quasi kopfverkehrt angeklebt. Sie lief dann zwei weitere Male komplett und korrekt, aber das Nachbessern forderte Geduld auf Seiten des Publikums, das dann aber auch bekam. was es verlangte.

 

12 Filme in 4 Tagen zu sehr zivilen Preisen und bezüglich des Color Fading teilweise ueber dem Niveau anderer Festivals liegend, konnten jedenfalls aus meinem Blickwinkel eine erhoffte Vielfalt umsetzen.

Optikwünsche konnten nicht umgesetzt werden, weil die Zeit zur Optikreparatur nicht mehr ausreichte. Die Linsen aber wurden extra angeschafft.

 

Das surprise Screening war von mir als Kompensation für mögliche Mängelrügen an an anderen Filmen erdacht worden.

Es haben dann möglicherweise alle verstanden, dass Arbeit und Recherche dahintersteckt und ein solcher Aufwand in einem normalen Kinobetrieb überhaupt nicht durchführbar wäre.

 

Um das Geheimnis zu lüften, sei gesagt, dass während des Surprise-Screenings ein anderer, im gleichen Jahr wie CAN CAN

gedrehter Todd-AO-Film zur Vorführung gelangte.

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Proportionsvergleich: 70mm Normalformat nach Todd-AO und Ultra Panavision 70.

Und die darin produzierten Filme zeigten noch immer ein unverkennbares Potenzial, das magisch anzieht.

 

Dramatische Unterschiede zeigten sich zu blow up Produktionen der 1980 er und 1990 er Jahre. Auch die Verbesserung des Magnetons durch Dolby-Rauschunterdrückungs-Systems würde ich in der Gesamtbewertung als nicht wirklich bereichernd erachten.

 

Das Todd-AO-Aufnahme- und Wiedergabe System zeigt in unbeeinträchtigtem Zustand das Beste, was die Leinwand zu bieten hatte.

 

Die Besucherzahlen lagen etwa bei der Hälfte der seit zwölf Jahren oder 25 Jahren am Markt etablierten Festivals. Und sind für eine Nicht-Metropole durchaus beachtlich, zumal wir vergleichbare Kinos in Metropolen verloren haben.

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Edited by cinerama (see edit history)
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Und auch die legendären perfekten Hand Abläufe und Timings waren nicht zu schaffen, weil das Programm durch mich überfrachtet wurde.

 

Oh, gab es etwa Vorträge? Das war ja gar nicht annonciert.

 

Zwölf Uraltkopien liefen zwar ohne die geringste Beschädigung oder Filmrisse durch, aber es musste öfter mal etwas nachgezogen werden.

 

 

Gute Vorbereitung macht sich eben bezahlt. Kleine Schärfennachstellungen sind nun wirklich kein Beinbruch, Hauptsache es gab keine Beschädigungen oder Bildstrichfehler.

 

Ein verkehrt angeliefertes Startband führte zum verkehrten Anspielen einer Overture, quasi kopfverkehrt angeklebt. Sie lief dann zwei weitere Male komplett und korrekt, aber das Nachbessern forderte Geduld auf Seiten des Publikums, das dann aber auch bekam. was es verlangte.

 

Kann schon mal passieren, daß der Vorführer im Festivalstress einen Fehler macht, das finde ich nicht schlimm.

 

Optikwünsche konnten nicht umgesetzt werden, weil die Zeit zur Optikreparatur nicht mehr ausreichte. Die Linsen aber wurden extra angeschafft.

 

Spannend - was für spezielle Linsen hat das Kino da angeschafft? Ging es um die Anpassung an die Bildwandkrümmung?

Leider rief bei mir der Brötchengeber, sonst hätte ich besonders die von dir ausgelobte UltraPan-Projektion mit verbesserter Basisoptik genossen. Nächstesmal wird aber frühzeitig Urlaub beantragt.

 

Findes es aber gut, dass du so kleine Pannen hier transparent machst!

Edited by Jeff Smart (see edit history)
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Die Transparenz ist ja eigentlich der Sinn dieses gesamten Threads, der nunmehr zehn Jahre online ist.

Leider gilt Transparenz als nicht geschäftsfördernd, weshalb sie sich überall in Grenzen hält.

Ich finde Fleiss-Listen von Mängeln und Verbesserungsmaßnahmen anregend und motivierend.

Bekanntlich gibt es hoch subventionierte Festivals, darunter eines in der Hauptstadt, das alle zwei Jahre wieder zum nächsten Thema den Slogan bigger than life ausgräbt.

 

Als Überfrachtung des 70mm weekends meinte ich nicht Einführungsvorträge, denn allenfalls wurden kurze Erklärungen abgehalten um Verständnis zu fördern. Sondern die kurzfristige Verdoppelung des Programm-Umfangs und der Einbindung auch fragiler Filmkopien.

Die Vorbereitungszeit betrug 365 Tage, von denen tatsächlich jeden zweiten Tag lange E-Mails oder Materialien ausgetauscht wurden. Sobald sich Verleiherzusagen, der Materialstand und die Foerderer aendern, droht das gesamte Konzept umgemodelt werden.

 

Für Ultra Panavision standen die freundlicherweise aus Innsbruck geliehenen Vorsätze zu Verfügung, von denen eine Optik vom Pilzbefall Heim gesehen war. Daher gab es Einzelrollen-Vorführungen aufgrund nur einer verfügbaren Optik anstelle des Überblendung Betriebes. Mein Vorschlag auf Nutzung eines Film-Tellers ist jedoch nicht mehrheitsfähig.

Als Grundoptik wurde eine moderne Schneider Type, kombiniert für 35 und 70 mm Film mit der Brennweite 90 mm eingesetzt, die wir aus Berlin mitgebracht hatten.

Damit konnte eine perfekte Ausleuchtung erzielt werden, obwohl nicht nur ich ihr die Ultrastar HD Optik, rote Serie Komma des anwesenden Schweizer Archivars bevorzugt hätten. Mit dieser ergaben sich aber minimale Ausleuchtungsdefizite in den Bildecken.

 

Bei den extra gekauften Objektiven handelt es sich um Experimente mit Fotoobjektiven aus dem Bereich der Mittelformat-Fotografie.

Hier löste sich wie erwartet als Folge der Hitze-Bildung der Kitt einiger Linsen und führte auf einer Optik so einem Kontrast-mindernden Belag.

Die zweite Optik blieb intakt, und wir werden Sie in Berlin weiter austesten.

Durchaus gab es Bild Strich Fehler beim Einstarten der Film Rollen, die mich doch weniger stören. Zeitgleich wurde ausnahmslos korrekt eingelegt, was geht wieder Film Beschädigung ausschloss. Anderswo ist das genaue Gegenteil der Fall.

 

Mit Ausnahme von Oslo ist mir kein anderes Festival derzeit bekannt, dass sich nach wie vor den Überblendungs-Betrieb alter 70mm Filmkopien zutraut.

 

Insgesamt hat das Kino eine ästhetisch hervor stechende Innenarchitektur und mit der gebogenen Breitbild eine weit überdurchschnittlich wirksame Sogwirkung vorzuweisen.

Gastronomische Angebote und Aufenthaltsqualitäten in den Umlaufoyers fand ich perfekt. Berlin und Norddeutschland verfügen leider über kein Filmtheater vergleichbarer Möglichkeiten und Immersionseffekte.

 

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Wenn ein Besucher des Festivals für die Daheimgebliebenen seine Eindrücke von einzelnen Filmen und der Projektionswirkung hier im Forum teilen möchte, fände ich das ganz toll.

 

@cinerama:

 

Hab es aus Deinem Post technisch nicht ganz begriffen, ob nun vom Teller gespielt oder überblendet wurde. Kannst Du das nochmal erklären? Danke!

Edited by Jeff Smart (see edit history)
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gerne:

 

Ich war schwer beeindruckt, wie sehr sich die dortigen Macher ins Zeug gelegt haben

und wie offen man über alles reden konnte. Viele der gezeigten Filme haben mir gut gefallen

und/oder offerierten mir technische, gestalterische, dramaturgische und inszenatorische

neue Einblicke.

 

Die Atmosphäre war super und sehr familiär. Es gab viele viele kleine Extras und Überraschungen

und die wie üblich schönen gespräche unterer Freunden/Kollegen.

 

Natürlich war es nicht technisch perfekt, wie auch?! Die Region ist sehr struckturschwach und jede

neue qualitative und technische Errungenschaft ist harte Arbeit. Dennoch war in Bild und Ton

alles gut anseh/anhörbar.

 

Das Kino hat eine wunderbare Bildwirkung und Geometrie, wie ich sie in Deutschland noch nicht

gesehen habe. Ein Sitzkissen erlaubt, sich auch länger auf die vorderen Stühle setzen zu können.

(nächstes Mal dann ;-) )

 

Das Essen im Kino selber ist nicht nur bezahlbar, sondern auch sehr vielseitig und bedarf weiterer

Erforschung, spätestens im nächsten Jahr.

 

Ich habe irgendwie jetzt keine Lust, lauter Mängel aufzulisten, da ich dann zwangsläufig mit

deutschen Verhältnissen vergleichen würde. Die verwendete Technik ist überraschend modern,

einiges ist selbst hergestellt und die tschechischen UM 700 liefen gut durch, wirken sogar teils

sinniger konstruiert, als Westmodelle.

 

Wünsche fürs nächste Jahr:

 

- noch mehr Überraschungen

- noch mehr Gäste (so günstig werdet ihr niemals woanders so viel geboten bekommen!)

- etwas bessere Zeitplanung für Mittagessen und Abendessen (z. B. Filmzeiten etwas mehr auseinander ziehen)

 

Karlsruhe ist technisch natürlich ein anderes Niveau, aber hat eben auch eine vollkommen andere Atmosphäre,

die man nicht vergleichen kann. Ich werde ab jetzt wohl immer beide Termine anstreben.

Edited by Sebastian (see edit history)
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Wenn ein Besucher des Festivals für die Daheimgebliebenen seine Eindrücke von einzelnen Filmen und der Projektionswirkung hier im Forum teilen möchte, fände ich das ganz toll.

 

@cinerama:

 

Hab es aus Deinem Post technisch nicht ganz begriffen, ob nun vom Teller gespielt oder überblendet wurde. Kannst Du das nochmal erklären? Danke!

 

Hallo, konnte dieses Mal leider nur für drei Filme kommen, aber Eindrücke werden später noch nachgereicht.

 

Zum Thema Teller: Ein Teller wurde nicht eingesetzt und soweit ich das sehen konnte war auch keine Telleranlage für 70mm Kopien vorhanden.

Also war es Überblendbetrieb für alle Kopien mit Ausnahme von Ben Hur und Meuterei auf der Bounty die in Einzelrollen gespielt werden mussten, da eines der Leihobjektive eingetrübt war und damit unbrauchbar.

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Varnsdorf zum Zweiten

 

Pavel Nejtek hat im Rahmen des 13. Neiße Filmfestivals in sein Centrum Panorama zum zweiten 70 mm Wochenende vom 12. Bis 15. Mai 2016 nach Varnsdorf (Warnsdorf) eingeladen. Also machte ich mich auf den Weg aus dem geographischen Mittelpunkt Bayerns quer durch die Tschechei ins Dreiländereck. Auf dem Programm standen 12 Filme im Format 70 mm, wovon ich mir 8½ Filme angeschaut habe.

 

Leider musste ich im Vergleich zum Vorjahr feststellen, dass es weniger akkreditierte Besucher sowie auch weniger Besucher zu den einzelnen Vorstellungen gab, was ich ausgesprochen Schade fand, denn wo kann man so preiswert (45 € für 4 Tage/andere Zeit- und Preiseinteilungen waren auch möglich) derartiges erleben. Zudem beinhaltete der Preis dann auch noch am Samstag das Bankett im angeschlossenen Lokal/Bar „Film Point“ mit freien Getränken und fantastischem Essen. Generell kann man wohl sagen, dass das Preisniveau sehr, sehr günstig zu den weiteren

70 mm-Festivals in Europa sein dürfte.

 

Zu den wenigen in den vorherigen Beiträgen schon aufgeführten Mängeln technischer Art, war dies gegenüber dem Vorjahr eine starke Verbesserung; für die defekte Optik bei den Ultra Panavisons-Filmen können die Betreiber ebenso wenig etwas, obwohl, wie ich hörte, es die Möglichkeit gegeben haben soll, diesen Mangel noch zu beheben, zumal diese Leih-Optiken schon einige Zeit dort verweilten.

 

Vielleicht sollten die Betreiber sich auch aber einmal über die Einhaltung der „ausgedruckten“ Anfangszeiten Gedanken machen, denn jede Vorstellung begann mindestens mit einer Viertelstunde Verzögerung und teilweise auch noch mehr. Des Weiteren wurden die Enden der Pausen im Foyer sowie im angeschlossenen Restaurant nicht abgeläutet, so dass die Besucher erst bei dem dann schon jeweils laufenden zweiten Teil des Films den Saal betraten, was dann natürlich zu Störungen beim Filmgenuss führte. Denn letztendlich geht es ja bei so einem Festival nicht nur um die Technik des 70 mm-Films, sondern auch die Filme in ihrer noch bestmöglichen Art trotz Farbfading zu genießen.

 

Ein weiterer, aber neuer Kritikpunkt in diesem Jahr ist der, dass sehr oft der Besucher vor einer weißen Leinwand saß, weil der Vorhang viel zu früh, teilweise mit Beginn der Ouvertüre, geöffnet wurde. Eigentlich sollte der Besucher niemals eine unbespielte weiße Leinwand sehen (alte Vorführerregel), doch auf Grund der heutigen vielen vorhanglosen Kinosälen, geht diese alte Regel wohl allmählich ins Leere.

 

Vor dem ersten Film am 12. Mai gab es für die Besucher eine Begrüßung durch den Inhaber des Kinos, Pavel Nejtek, und daran anschließend eine Einführung in den Film „KLK an PTX – Die Rote Kapelle“, von einem DEFA-Mitarbeiter, da der Film von der DEFA zur Verfügung gestellt wurde, mit simultaner Übersetzung ins tschechische. Diese Einführung viel aber zu langatmig aus, so dass sich dabei schon erste Ermüdungserscheinungen bemerkbar machten. Der Film selbst lief dann fast drei Stunden ohne Unterbrechungspause, was das Sitzleder schon stark strapazierte. Die Farben des Films waren noch sehr annehmbar, die Handlung entsprach dem Tenor der ehemaligen DDR. Unverständlich war aber, dass nach dem „traurigen Ende“ des Films unmittelbar mit dem letzten Bild sich knallharte Actionkost mit 70 mm-Ausschnitten aus „Stirb langsam“ anschloss. Sollte man vorher das Ende des Films verschlafen haben, so wurde man dann „krachend“ geweckt. – Derartiges halte ich für unnötig, war aber leider kein Einzelfall.

 

Den nächsten Film „Die letzte Schlacht“ ließ ich weitestgehend aus, da ich kein spezielles Interesse an Kriegsfilmen habe. Zumindest konnte hier die überarbeitete Tonanlage des Kinos voll zur Geltung kommen. Ob aber die Geräusche bei den Kampfszenen ein Ohrenschmaus waren, lasse ich dahingestellt. Die Fahraufnahmen am Anfang waren auf der großen Leinwand aber schon sehr mitreißend.

 

Der Freitag begann dann mit dem Film „Stirb langsam“ in dann doch schon stärker auftretender Rotfassung, aber dies weiß ja jeder, der sich für dieses Metier interessiert und wird daher schon nicht mehr als störend empfunden. Schließlich sind 70 mm-Festivals zu meist ein Festival der verlorenen Farben.

 

Danach kamen die beiden Ultra Panavison 70 und MGM Camera 65-Filme „Meuterei auf der Bounty“ und „Ben Hur“ zur Aufführung. Wie eingangs schon erwähnt, konnten wegen des einen defekten Objektivs, diese beiden Filme nur mit kurzen Unterbrechungspausen zwischen den Akten aufgeführt werden. Diese Pausen waren sehr kurz und dienten nur dem Wechsel des Objektivs von einer auf die andere Maschine, so dass es dadurch nicht zu längeren Unterbrechungen kam, wie es beim Abspielen des Films in nur eine Maschine geschehen wäre.

 

Da beide Filme vom Kameranegativ kopiert wurden, verfügten sie über eine ausgezeichnete Schärfe, was man leider von den Farben nicht mehr berichten kann. Hier schnitt „Ben Hur“ aber noch wesentlich besser ab als „Die Meuterei auf der Bounty“. Leider vermisste ich die Ouvertüre beim letztgenannten Film.

 

Die Ouvertüre bei „Ben Hur“ war ein besonderes Erlebnis, diese war verkehrt – also mit dem Ende zuerst – angeklebt und so hörte ich sie erstmals rückwärts. Das Wagenrennen, einer der Höhepunkte des Films, war leider nicht mehr ganz vollständig vorhanden. Dies versuchten die Projektionisten mit einem schon fast übersteuerten Ton auszugleichen, was nicht nur meinen Ohren sehr weh tat und damit den Gesamteindruck der Vorstellung abwertete.

 

Das Centrum Panorama hatte nach meinen Informationen aus dem Forum seine Leinwand gegenüber dem letzten Jahr vergrößert. Doch war damit nicht eine leinwandfüllende Vorführung der beiden Ultra Panavison 70- und MGM Camera 65-Filme möglich, wie seiner Zeit im MGM Berlin. Beiden Filme vermittelten, trotz über die volle Leinwandbreite projiziert, nur den Eindruck eines im Letterbox-Format präsentierten Films. Zudem fehlt im Centrum Panorama ein verstellbarer Höhenkasch, was den Genuss dieser Filme auch noch ein wenig beeinträchtigte.

 

Zum Tagesabschluss gab es dann als "Überraschungsfilm" noch eine Opernverfilmung in Todd-AO in vollständiger und auch noch farblich annehmbarer Fassung. Damit konnte man den dann doch sehr langen Filmtag gut abschließen, obwohl ein Mitveranstalter gern noch weiteres 70 mm-Material zur Aufführung gebracht hätte. Zum Glück streikten hier auch die Projektionisten.

 

Am Samstag kamen ab 10:30 Uhr „Das dreckige Dutzend“, danach „E.T. – Der Außerirdische“ und „Alien Nation - Spacecop L.A.“ zur Aufführung. Diese drei Film ließ ich wegen Desinteresse an diesen Filmen aus und genoss die phantastische Umgebung des Dreiländerecks. Ich bin der Meinung, vom Filmischen habe ich da nichts versäumt, zumal ich die ersten beiden Filme aus ihrer Uraufführungszeit her kannte.

 

Somit begann ich um 18:30 Uhr (leider aber dann wieder mit größerer Verspätung) mit dem Film „Der Fischer von Galiläa“ in einer gefadeten Version, wo aber teilweise noch Restfarben zu erkennen waren. Bei diesem Film wurde auf die Einblendung von tschechischen Untertiteln verzichtet und der Text für die tschechischen Besucher simultan übersetzt. Dies wurde diesen aber erst kurz vor Vorstellungsbeginn mitgeteilt, so dass diese ihre schon eingenommen Plätze wieder verlassen mussten, um sich die Kopfhörer im Foyer abzuholen. Ehe alle wieder ihre Plätze einnehmen konnten, hatte die Vorstellung schon begonnen. Zudem saß der Übersetzer in der letzten Reihe des Kinos und sprach von dort den Text ins Mikrofon, was für die Besucher ohne Kopfhörer auch wieder eine Störung bedeutet und damit von der filmischen Handlung ablenkte. Dies sollte für künftige Veranstaltungen korrigiert und berücksichtigt werden.

 

Nach Ende der Vorstellung gegen 22:00 Uhr begann das Bankett für die akkreditierten Besucher in der dem Kino angeschlossenem Lokal/Bar „Film Point“. Leider wurden hier die Betreiber von dem Filmende überrascht und fingen dann erst an das Büffet aufzubauen. Im Gegensatz zum letzten Jahr war nur der hintere Teil des „Film Point“ für diese Personengruppe reserviert, dies dürfte aber des doch geringeren Teilnehmerkreises geschuldet sein. Auf alle Fälle waren die gereichten Speisen und Getränke wieder von bester Qualität und ein Genuss für den Gaumen. Im Gegensatz zum letzten Jahr, wo ein – aus meiner Sicht – deplatzierter Alleinunterhalter nicht gerade zur Unterhaltung beitrug, war in diesem Jahr ein musikalisches Duo verpflichtet worden, welches mit Filmmusik-Darbietungen brillierte. Leider haben auch derart schöne Darbietungen einen Nachteil, wenn sie in zu großer Lautstärke dargeboten werden und damit der Sinn dieses Bankettes, nämlich Gespräche miteinander zu führen, dadurch fast unmöglich wird. Irgendwann hat man dann das gegenseitige Anbrüllen Leid.

 

Der Pfingstsonntag begann dann um 10:30 Uhr plus der obligatorischen Verspätung mit dem Film „Die Herrin von Thornhill“. Auch hier waren die Farben noch sehr ansehnlich und der Ton nutzte die vollen 6 Kanäle; dies mit dem Ton traf auf die meisten der zur Aufführung gekommenen Filme zu, was im Vorjahr aus meiner Sicht nicht so recht geklappt hatte. Weshalb die vorliegende deutsche 70 mm-Fassung in Varnsdorf zum ersten Mal zu sehen gewesen sein soll, war leider dort nicht zu klären, sie hat mir jedenfalls gefallen.

 

Den Abschluss dieser 70 mm-Veranstaltungsreihe bildete dann das Musical „Oliver“. Obwohl im Forum von einem Forenten zerrissen – nun, Musical-Verfilmungen sind halt Geschmacksache, ebenso wie Kriegsfilme – hat mir dieser Film sehr gut gefallen, vor allem auch wegen seiner teilweise mitreißenden und schwungvollen Musik. Diese erinnerte mich teilweise an Hello Dolly und Mary Poppins – die Filme entstanden ja auch ungefähr in der gleichen Zeit-Ära. Auch darstellerisch konnte er mich überzeugen und trotz der schon leicht verblassenden Farben war dieser Film ein sehr schöner Abschluss des „70 mm Weekend“ in Varnsdorf.

 

Leider wurde der Gesamteindruck der letzten Vorstellung getrübt, da in der Pause von „Oliver“ von den Betreibern des Centrum Panorama aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen der erste Teil der dreiteiligen Ufa-Super 8-Fassung des Films „Ben Hur“ gezeigt wurde. Was man damit bezwecken wollte, blieb mir verschlossen, zumal der größte Teil der Besucher des Films „Oliver“ sich eh im Foyer oder im Freien befand. Einige der wenigen im Saal Verbliebenen, bestaunten dann den Super 8-Projektor wie ein neues Weltwunder.

 

Wie auch schon im letzten Jahr erfahren, war das gesamte Personal des Kinos freundlich und hilfsbereit und man war zu jeder Zeit auch ein gern gesehener Gast im Vorführraum; danke.

 

Trotz der hier geschilderten Unzulänglichkeiten, die es sicherlich in der ein oder anderen Form auch in den anderen 70 mm-Festivalorten geben wird, kann man im Rahmen der Gesamtveranstaltung darüber hinweg sehen und hoffen, dass das Kino mit der dem Vernehmen nach derzeit größten Leinwand Europas weiterhin für das Large-Format zur Verfügung steht und der Betreiber den genügend langen Atmen hat, um es weiter so zu betreiben und somit auch künftig höhere Besucherzahlen akquirieren kann; dies wünsche ich ihm. Einen Wegfall dieser Spielstätte für 70 mm-Filme würde ich trotz des langen Anreiseweges sehr vermissen, denn ich bin gerne in Varnsdorf und seinem Centrum Panorama.

 

In diesem Bericht habe ich meine rein persönlichen Eindrücke wiedergegeben, die natürlich jeder anders sehen kann und darf, und hoffe, dass trotz der in diesem Jahr rückläufigen Besucherzahl, es im nächsten Jahr, 2017, wieder heißt: „70 mm Weekend in Varnsdorf“. Dies wünsche ich mir und danke Pavel Nejtek und seiner Mannschaft sowie den weiteren Mitveranstaltern für das wieder rundum sehr gut gelungene Festival.

 

Bauer U 2

Edited by Bauer U 2 (see edit history)
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Jepp, der Schilderung ist wenig hinzuzufügen, höchstens vielleicht noch, daß es bei allen Vorstellungen zusammengenommen zu geschätzt knapp zwei Dutzend Bildstrichversetzern kam und daß das Licht- und Vorhangtiming endlich mal geübt werden müßte. Das war letztes Jahr sogar etwas besser.

 

Die vielen unterschiedlichen Vorprogramme empfand ich wieder als richtig super, so ist auch im Centrum Panorama die 16 mm Projektion von herausragender Güte und das Schmalfilmformat zeigte beim im Cinemascopeformat auf quasi voller Leinwandbreite von Austin Powers sehr eindrucksvoll, daß die Projektion wenig von einer schlechten 35 mm Massenkopie zu unterscheiden war.

 

Die alten tschechischen Fertiggericht Werbefilme auf 35 mm haben mir besonders gut gefallen; hier nächstes Jahr gerne zu abendlicher Stunde ein volles 1800 m Programm!

 

Vielleicht demnächst noch ein Nachsatz

 

Und in diesem Sinne

 

Das kam von da oben!

 

Martin

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Achso, und einen Filmriß hats gegeben und einmal mußte die Vorstellung unterbrochen werden, weil das Bild extrem zitterterte. Der Film wurde neu eingelegt, wobei er auf der Maschine per Hand etwa zwei Dutzend Meter zurückgedreht wurde, wobei das Filmmaterial über das Maschinengehäuse schliff..... Mir fehlen die Worte.....

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Das Filmmaterial berührte das Maschinengehäuse. Ich stand direkt auf der Saalseite des Fensters. Das war mein ich bei Ben Hur.

 

Aber ein anderer Film irgendwann vorher ging mittendrin aus, und zwar ohne im Bild zu zittern oder sonswie war kein Mangel in der Projektion zu erkennen. Daher gehe ich hier per naher Ferndiagnose ® von einem Filmriss aus.

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